Tag für Tag werden wir mit Bildern makelloser Körper bombardiert. Nie zuvor hat körperliche Schönheit unseren Alltag so beherrscht - von Prinzessin Diana bis hin zu Filmstars und Supermodels, Körperkult dominiert die Werbung und die Medien. Ein Kunsthistoriker aus Harvard und Yale fragt zum ersten Mal, woher eigentlich unsere Vorstellung vom perfekten Körper nährt. Und entdeckt, daß sich unser Schönheitsideal von Kleopatra zu Marilyn Monroe, von der Antike bis heute nicht wesentlich verändert hat.
Das Buch besteht aus zwei Teilen, die allerdings nicht klar getrennt sind. In der Mitte stellt der Verfasser die wichtigsten Anthropometriker seit Francis Galton und Cesare Lombroso vor. Paul Schultze-Naumburg sah in der Malerei eine "Gegenauslese" im Gang, die "minderwertige" Menschen als schön ausgab. Den Vater dieser Bewegung fand er in Rembrandt, den er zum Antagonisten des guten Germanen Rubens aufbaute. Gemein war diesen wissenschaftlich auftretenden Demagogen der Glaube, daß sich das Wesen am Leib ablesen lasse. So wurden die Lehren vom Schönen und Guten unter dem Dach der Sozialhygiene vereint; es dauerte nicht lang, bis Nazis sich anschickten, sie wahr zu machen.