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19 von 20 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Die Psycho-Analyse auf der Couch, 4. April 2006
Rezension bezieht sich auf: Verführung: Ein Freud-Krimi (Gebundene Ausgabe)
Die Psycho-Analyse auf der Couch Kate Fitzgerald sitzt seit neun Jahren in einem Gefängnis, weil sie ihren Mann umgebracht hat. Einmal die Woche muss sie eine Sitzung mit dem Gefängnispsychiater Dr. Gardonne aushalten, den sie für einen ausgemachten Volltrottel hält. Ansonsten widmet sie sich ihren Studien zu Freud. Diese betreibt sie so intensiv, dass sie zu einer international anerkannten Expertin avanciert ist. Doch seit kurzem herrscht Unruhe in den wissenschaftlichen Zirkeln denn der charismatische Dr. Anders Konzak behauptet, unumstößliche Beweise dafür gefunden zu haben, dass Freud nur ein Scharlatan und die Psychoanalyse Humbug ist. Dr. Gardonne macht Kate ein Angebot, welches diese unmöglich ablehnen kann: Sie wird vorzeitig begnadigt, wenn sie Konzak auf den Zahn fühlt und der Freud-Gesellschaft dadurch die angeblichen Beweise in die Hände spielt. Doch einen Haken hat die ganze Sache: Die bekennende Individualistin und Einzelgängerin muss mit dem genauso gestrickten Ex-Häftling Jack Lawton zusammenarbeiten. Sie sei das Hirn, Lawton der Mann fürs Grobe. Zumindest ist Dr. Gardonne dieser Meinung. Doch halten sich seine beiden Zöglinge an die ihnen zugedachten Rollen? Das Model und der Schnüffler Catherine Gildiners Szenario ist äußerst originell und genauso skurril sind die von ihr kreierten Figuren. Die Zicke Kate, der Macho Lawton, der überhebliche Anders, der durchtriebene Gardonne - sie alle sind auf ihre Weise liebenswürdig und hassenswert. Dies ist einer der Vorzüge des Romans „Verführung" und der Titel des Romans spricht Bände. Denn der Leser wird nicht nur durch die gelungene Charaktergenerierung verführt, sondern auch durch die literarische Sprache, die perfekten, pointierten Wortgefechte zwischen Lawton und Kate, oder die allgemein verständlichen Exkurse in die Geschichte der Psycho-Analyse oder Darwins Lehren. Was auf den ersten Blick als unvereinbar scheint, vermischt Gildiner zu einem homogenen, leicht bekömmlichen und vergnüglichen Ganzen. Dabei kommt jedoch der Krimi-Plot nicht zu kurz. Denn schon bald nach Kates Entlassung auf Probe geschieht der erste Mord - und sie ist die Letzte, die man mit dem Opfer gesehen hat. Das ungleiche Ermittlerpärchen reist/flieht durch halb Europa, ständig die Angst im Nacken, von einem Haftbefehl eingeholt zu werden oder bei Misslingen des Auftrages wieder im Gefängnis zu landen. Bis zum Schluss vermag es die Autorin, ausgezeichnet zu unterhalten und den Leser durch geschickte Manipulation auf falsche Fährten zu locken. Wenn ein Roman den Titel „Psycho-Thriller" im wörtlichen Sinne verdient, dann „Verführung" von Catherine Gildiner
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15 von 17 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
3.0 von 5 Sternen
Spannender Krimi mit Abzügen in der B-Note, 13. September 2007
Der in der Gegenwart spielende Krimi um die Verfechter von Freuds Theorie des Ödipuskomplexes liest sich flüssig und spannend. Mit interessanten Charakteren und immer wieder überraschenden Wendungen fesselt Catherine Gildiner bis zur letzten Seite. Um das Buch allerdings mit fünf Sternen zu versehen und vom bloßen Unterhaltungskrimi zur begeisternden Literatur zu adeln, fehlt mir der letzte Schliff: Schon in der Einleitung schreibt Catherine Gildiner, sie habe historische Ereignisse zeitversetzt und die Lebenszeit von Anna und Sigmund Freud verlängert. Diese Mischung aus historischer Realität und Fiktion hat bei mir dazu geführt, dass ich mich während des Lesens ständig gefragt habe, was denn nun erdacht und was tatsächlich geschehen ist - ein etwas ärgerlicher Zustand, da man sich schließlich keine "falschen" Fakten über so bedeutende Persönlichkeiten wie Freud und Darwin einprägen. Ein weiteres Ärgernis lag für mich in der Allmacht von Jack Lawton, dem Privatdetektiv, der der Protagonistin zur Seite steht. Mit seinem Heer von Angestellten recherchiert er die unmöglichsten Dinge innerhalb kürzester Zeit, bis hin zu der absurden Aussage: "Jackie (...) hat sämtliche Visa-Belege und Schecks all jener Personen aufgespürt, die in den vergangenen sechs Monaten in Toronto, New York, London oder Wien irgendetwas gekauft haben, das mit Darwin zu tun hat." Schade, dass einer an für sich intelligenten Autorin solche Patzer unterlaufen sind!
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9 von 11 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
4.0 von 5 Sternen
zwei auf Bewährung, 30. April 2007
Rezension bezieht sich auf: Verführung: Ein Freud-Krimi (Gebundene Ausgabe)
Eine Kindheit und Jugend ohne Ödiuskomplex? Nicht auszudenken, wenn diese tragende Säule der Psychoanalyse wegbräche! Das wäre der Todesstoß für die ganze Zunft. Und da diese Gefahr durch das brisante Material des Dr. Anders Konzak über Freud droht, kommen Kate Fitzgerald und Lackie Lawton ins Spiel. Die Ich-Erzählerin Kate wird einem gleich durch ihr Geständnis sympathisch: sie hat ihren Mann umgebracht und es ist ihr peinlich, dass sie sich nicht erinnern kann warum. Eine interessante Variante, sich dem Leser vorzustellen. Ansonsten hat sie all die weiblichen Attribute, die ihr eine "Verführung" leicht machen sollten; und da sie sich außerdem im Knast jede Menge Fachkompetenz angeeignet und hinter ihrer schönen Stirn viel Grips hat, ist sie für den Job geradezu prädestiniert. Dass Jackie Lawton, auch knasterfahren und sehr "zupackend", ihr bei dieser Mission zur Seite stehen soll, stört sie zwar, ist für den Leser jedoch eine erfreuliche Zugabe. denn es liegt viel Zündstoff zwischen den beiden und irgendwann kommt's trotzdem wie erwartet und funkt. Sie reisen an die Originalschauplätze psychoanalytischen Wirkens, kriegen es bald mit der Leiche Konzaks (nach einem Essen mit Kate!) und den daraus resultierenden Komplikationen zu tun. Und so geht's munter weiter, z.B. nach London. Viel Verwirrung und Intrige, viele Fährten bis man nach 508 Seiten weiß,wer da die Fäden zog. Der Spannungsbogen stimmt. Auch der nicht nur verbale Schlagabtauch Fitzgerald/Lawton ist amüsant. Fünf Punkte für wirklich gute Unterhaltung, einen Punktabzug allerdings für einige Stellen hier und da, die sich wie eine Seminararbeit zur Psychoanalyse lesen.
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