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Verena Becker und der Verfassungsschutz
 
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Verena Becker und der Verfassungsschutz [Broschiert]

Wolfgang Kraushaar
3.8 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (4 Kundenrezensionen)
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Produktinformation

  • Broschiert: 203 Seiten
  • Verlag: Hamburger Edition; Auflage: 1 (14. Oktober 2010)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3868542272
  • ISBN-13: 978-3868542271
  • Größe und/oder Gewicht: 21,4 x 14 x 2 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 3.8 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (4 Kundenrezensionen)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 154.948 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)

Produktbeschreibungen

Pressestimmen

»...die Ungereimtheiten und Verdachtsmomente, die Kraushaar zusammengetragen hat, reichen aus, den Bundesanwälten neue Alpträume von einem alten Fall zu bescheren.« (Michael Sontheimer, Der Spiegel)

»Sollten diese Vermutungen stimmen wäre das Stoff für einen handfesten Skandal: Hat Verena Becker, die vermutlich am Buback Attentat beteiligt war, in jener Zeit für den Verfassungsschutz gearbeitet? Genau dies vermutet der Sozialwissenschaftler Wolfgang Kraushaar in seinem zur Buchmesse erscheinendem Buch. Kraushaar gilt als einer der renommiertesten RAF Forscher. Er hat nun eine starke Indizienkette zusammengetragen, die dies nahelegt. Seine These: die Aufklärung des Mordes an Generalbundesanwalt Siegfried Buback 1977 wurde systematisch behindert.« (titel thesen temperamente)

Kurzbeschreibung

Hat Verena Becker, die verdächtigt wird, an der Ermordung von Genenaralbundesanwalt Buback beteiligt gewesen zu sein, bereits vor 1977 für den Verfassungsschutz gearbeitet?

Aus dem Mordfall Buback ist ein Justizfall Becker geworden, der mehr und mehr die Züge einer Geheimdienstaffäre angenommen hat. Die RAF-Frau, die verdächtigt wird, an der Ermordung des obersten Staatsanwalts der Republik beteiligt gewesen zu sein, soll für den Verfassungsschutz gearbeitet haben. Das klingt eher nach dem Plot für einen Politthriller als einem ungeklärten terroristischen Verbrechen. Sollte ein Geheimdienst, dem die Aufgabe obliegt, die Verfassung zu schützen, tatsächlich eine Frau in ihren Diensten geführt haben, die von dem Karlsruher Mordkomplott entweder informiert oder gar an ihm beteiligt gewesen ist? Die Entstehung derartiger Fantasiekonstrukte kann nur verhindert werden, wenn der Aufklärung eine Ernst zu nehmende Chance geboten wird.
Wolfgang Kraushaar hat die Beziehungen bundesdeutscher Geheimdienste zum Terrorismus genau rekonstruiert und untersucht die Frage, seit wann und in welchem Zusammenhang Verena Becker mit dem Verfassungsschutz kooperiert haben könnte.

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Die hilfreichsten Kundenrezensionen
6 von 6 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Auf die entscheidende Frage gibt das Buch keine Antwort. War Becker Agentin des Bundesamtes für Verfassungsschutz und hat sie Buback ermordert oder hat sie dazu Beihilfe geleistet?

Fast alles, was das Buch beinhaltet, ist bekannt. Die Geschichte der RAF und die der Bewegung 2. Juni sind vielfältig beschrieben worden, nicht zuletzt von Mitgliedern der Gruppen selbst. Zum Thema hat sich zuvor Michael Buback in "Der zweite Tod meines Vaters" detailliert und ordentlich recherchiert geäußert.

Dennoch ist das Buch lesenswert, weil der Autor die vielen ungeklärten Fragen zur Rolle des Bundesamt für den Verfassungsschutz bei der Bekämpfung des Terrorismus beleuchtet. So wird der Schmücker-Mord und Prozess und die dubiose Rolle des VS-Mitarbeiters Grünhagen noch einmal präzise zusammengefasst.

Wünschenswert wäre gewesen, wenn der Autor sich stärker mit den politischen Beweggründen des Handels des Geheimdienstes beschäftigt hätte. Wer war politischer Nutznießer einer möglichen Tätigkeit Beckers für den Verfassungsschutz? Oder ist das ganze nur politischer Dilettantismus eines Geheimdienstes, den Hansjoachim Tiedge in "Der Überläufer" beschreibt.

Zu erwähnen ist ein vorzügliches Personenregister (inkl. Decknamen) und ein ebenso gutes Quellen-und Literaturverzeichnis.
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1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Von A. K.
Von Amazon bestätigter Kauf
Sehr gut führt Autor W. Kraushaar hier durch die aktuellen Geschehnisse. Aktuell obwohl der Mord an GBA Buback bereits 1977 statt fand. Aktuell da Verena Becker ja nun als Angeklagte im Mordfall Buback und Begleiter in Stammheim vor Gericht steht.
Ein sehr interessanter Fall und ein Buch, dass man auch beim 2ten oder 3ten Lesen noch interessant und spannend findet.
Mal sehen wie viel davon, während des Verena Becker Prozesses, als Fakten an das Tageslicht kommen.
Somit bleibt er weiter spannend, der Fall Verena Becker, Verfassungsschutz und Buback.
Fazit: Das richtiges Buch zum richtigen Zeitpunkt veröffentlicht!
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3 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Thema verfehlt 14. November 2010
Von Amazon bestätigter Kauf
Wäre dieses Buch ein Schulaufsatz, hätten viele Lehrer darunter geschrieben: "Thema verfehlt!" Der Titel lockt Leser an, die sich nach der Lektüre Aufklärung darüber versprechen, in welchem Umfang und seit wann die ehemalige RAF-Terroristin Verena Becker für den Verfassungsschutz gearbeitet hat, die sich erst mehr als drei Jahrzehnte nach dem Attentat wegen der Morde an Generalbundesanwalt Siegfried Buback sowie seine beiden Begleiter Wolfgang Göbel und Georg Wurster vom 7. April 1977 vor Gericht verantworten muss. Das Erscheinen des Buches ist verkaufsfördernd dem Beginn dieses Mordprozesses in Stuttgart-Stammheim angepasst worden. Dagegen wäre nichts einzuwenden, wenn sich der Inhalt mit dem Titelthema beschäftigen würde. In Wirklichkeit geht es aber nicht um "Verena Becker und den Verfassungsschutz", sondern um die Arbeit des Westberliner Landesamtes für Verfassungsschutz zur jener Zeit, als Deutschland noch zweigeteilt und die heutige Hauptstadt unter Hoheit und Kontrolle der Siegermächte stand. Westberliner Terroristen sollten infiltriert werden, Kraushaar führt Schlussfolgerungen, Gedanken und Spekulationen an, dass das wohl gelungen sein könnte. Auch Verena Becker entstammt der Westberliner Terrorszene, das ist einer der wenigen Punkte, wo der Buchtitel gerechtfertigt erscheinen könnte. Der Autor sitzt an der Quelle als Mitarbeiter des Hamburger Institut für Sozialforschung und seinem Archiv über den deutschen Linksterrorismus. Mit heißer Nadel hat er rasch viele dort gefundene Dokumente zusammengestrickt, die in etwa mit Verena Becker zu tun haben könnten. Hauptsächlich stellt er aber die Ermordung des Westberliner Terroristen und Verfassungsschutzagenten Ulrich Schmücker dar. Um den Text in Zusammenhang mit dem Buchtitel zu bringen, spekuliert Kraushaar, dass es bei Verena Becker so ähnlich zugegangen sein könnte, ohne dafür einen Beleg liefern zu können. Als Wissenschaftler versucht er sich berechtigter Kritik erst in den letzten Sätzen seines Textes prophylaktisch zu entziehen. indem er zur Enttäuschung seiner Leser schreibt: "Der Autor dieser Untersuchung hat keinen Beleg für eine Informantentätigkeit Verena Beckers für den Verfassungsschutz vor 1977". Genau diese Frage zu klären verspricht der Buchtitel aber. Im Haupttext hat Kraushaar neben dem Schmücker-Fall nur die bereits vom Sohn des ermordeten Staatsanklägers, Michael Buback, in einem Buch beschriebenen Verdachtsmomente gegen Becker und Zeitungstexte mehrerer Journalisten zusammengefügt. Kennzeichnend für die schlichte Recherche des Autors ist die Beschreibung des Attentats selbst, die von Fehlern strotzt wie keine andere Publikation dazu. Die Täter hätten ein "Maschinengewehr" (damit hätte man niemals von einem fahrenden Motorrad aus schießen können, später im Text schreibt er "MP") benutzt, durch das "rechte Seitenfenster" geschossen, das Dienstfahrzeug Bubacks habe ein "Automatikgetriebe" (statt eines Schaltgetriebes) gehabt, Wurster (und nicht der Fahrer Göbel) sei es zwar noch gelungen, "das Fahrzeug zu verlassen, er bricht jedoch auf der Kreuzung zusammen und erliegt sechs Tage später seinen Verletzungen). Dass Kraushaar den dreifachen Mord auch noch im Jargon der Terroristen als "Hinrichtung" (staatlich gerechtfertigte Tötung eines Menschen nach einem Gerichtsurteil) bezeichnet, muss die Hinterbliebenen der Mordopfer wieder einmal schmerzen.
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