Im Klappentext wird das mittlerweile in der zweiten Auflage erschienene Lehrbuch von Gareis/Varwick, nicht ganz ohne Berechtigung, als „Standardwerk" bezeichnet, denn vom Fachpublikum wurde es sehr positiv aufgenommen.
Besonders stechen die theoretische Fundierung, die klare Gliederung und die stringente Darstellung heraus, die die Strukturen, Instrumentarien und zukünftigen Aufgaben der Vereinten Nationen deutlich nachvollziehbar machen.
Die den einzelnen Themen zugeordneten Leitfragen im Anhang eignen sich bestens für die universitäre Seminararbeit.
Nichtsdestoweniger gibt es kritikwürdige Punkte:
Zunächst sind die Kürzungen der UN-Charta im Anhang anzuführen, die sachlich nicht völlig nachvollziehbar sind.
Darüberhinaus wird durch auffällige Ungenauigkeit bei einigen historischen Angaben das Vertrauen in die übrigen diesbezüglichen Informationen untergraben.
Zudem sind im Abkürzungsverzeichnis sind durchaus nicht alle für das Textverständnis notwendigen Abkürzungen aufgelöst; es werden auch nicht-englische Abkürzungen nur in der englischen Auflösung angegeben.
Leider birgt daneben das Literaturverzeichnis, mit dem die genaue Identifikation der zitierten Literatur ermöglicht werden sollte, etliche Unzuverlässigkeiten. So sind bei einigen Titeln zwar die Verfasser im Verzeichnis aufgeführt, aber das Erscheinungsdatum dort weicht von dem im Zitat ab.
Völlig unverständlich ist schließlich, dass Titel überhaupt nicht in der Literaturliste auftauchen. Damit entfällt die Möglichkeit, die angeführten Informationen in der Literatur nachprüfen zu können.
Insgesamt überwiegt der positive fachliche Eindruck: Den Verfassern zweifellos ein umfassend informatives Lehrbuch gelungen, an dem es inhaltlich nicht viel auszusetzen gibt. Allerdings wären die formalen Versäumnisse eine gründliche Überarbeitung wert (es handelt sich hier schon um die zweite Auflage). Gerade in einem Lehrbuch, das inhaltlich zweifellos ein Standardwerk ist, bleiben formale Standards verbindlich.