verdis 'beste oper', seine 'messa da requiem' - so (k)ein kompliment vor allem
deutscher schul-kritik, reflektiert eben doch nur selbstbewusst und souverän
seine opern-gesang-dramaturgischen erfahrungen.
was verdi im theater erreicht hatte, brachte er auch in seine als rossini-memorandum
grossartige komposition auf religiöse texte - diesseits von kirchenmusik - ein,
und solcherart mit stilvollem ernst als klangvolles bekenntnis -
als atheist! (otello-yago) - zur menschlichkeit - humanita - und endlichkeit vor dem tod.
da sollte doch kein noch so gläubiger christ die nase rümpfen !
es gibt einige unterschiedliche, aber herausragende aufnahmen des verdi requiems,
die seinem musik-dramatischen anspruch gerecht werden, so m.e.:
die frühe aufzeichnung von 1939 aus rom (caniglia, stignani, gigli, prinza) unter
tullio serafin, die von 'dutton' so eindrucksvoll remastered wurde sowie in etwa
zeitgleich die grandios-intensive 1954er aufnahme unter ference fricsay mit dem
rso-berlin (stader, radrev, borg, krebs, chor der st.-hedwigs-kathedrale), die an
inbrunst und rückhaltloser darstellung wohl unübertroffen bleibt (dgg-originals-
akzeptabel remastered), die sabata-aufnahme (scala '54)mit den noch jung-singenden
schwarzkopf, di-stefano et.al., last but not at least die 1951er aufzeichnung toscaninis.
dann folgt die dvd-scala-aufzeichnung von karajan-clouzot, hochkarätig, der man jedoch
eher nur zuhören sollte, weil die optik very dated, allenfalls dokumentarisch wertvoll ist.
dieser speziell-inszenierten version folgt dann giulini- trotz der alten schwarzkopf- mit
seinem dramaturgisch überzeugenden kunstanspruch, leider von dem ach so arg
berühmten w.legge klangtechnisch versaut und verzerrt produziert.
da hilft auch kein remastering. sorry, emi.
da auch der engagierte solti leider an inadäquaten sängerinnen leidet,
kommt erst mit claudio abbado 1980 eine akzeptable aufzeichnung, die, alles in allem,
auch gesamt-sängerisch, vor allem aber konzeptionell erstrangig ist,
weil sie dem 'geistlichen' anspruch verdis gerecht wird und auch den genuin
theatralischen aspekt nicht verschämt unterdrückt.
hier nunmehr pappano mit dem alternden domingo, dem über-strapazierten villazon,
den zumindest nicht in-akzeptablen (vibranten) harteros und gnassi,
dem wenig idiomatisch agierenden rene pape, der besser im dt.-berliner idiom zuhause bliebe,
und all den andren santa cecilia künstlern.
diese emi-produktion ist, obwohl eben erst vom 'gramophone'-alt-vorderen
richard osborne, dem karajan-biografie-apologeten, sogleich in die 'modern classic -
best of 15 years'-kategorie berufene, eine so ziemlich mittelmässige, wenig inspiriert-in-
spirierende einspielung, die keine der qualitäten all der vorgenannten erreicht.
weniger label-abhängige 'kommerziell orientierte' musik-kritiker, vor allem -kenner,
werden dies auch so beurteilen können müssen.(nun, es gibt da immer sonne 'star-fetischisten')
nur von der neueren, speziell-historisch informiert produzierten gardiner-einspielung
einmal ganz abgesehen, so hochwertig sie ist, bleibt verdis requiem als
'krise der gesangskunst' virulent.
lassen sie sich also einfach nicht irritiert-infizieren, vertrauns ihrem (cd)bestand.