Eine hervorragende, bühnenbildmäßig eher traditionell konzipierte Aufführung, mit involvierenden Bühnenbildern und singschauspielerischer Interaktion. Die sängerische Ensemblebesetzung ist gut. Herausragend die Amelia von Chiara Taigi, emotional und berührend. Dämonisch abgründig, die Ulrica von Ann-Maria Chiuri mit schon überdurchschnittlichem Tremolo, das aber nicht ausgesungen wirkt, sondern der Mezzo-Stimme einen ganz besonderen Akzent verleiht, ein Reibeisentimbre, der besonderen Art. Franco Vasallo singt einen substanzvoll überzeugenden Renato und Massimiliano Pisapia gestaltet den Riccardo mit interessantem Tenortimbre, das ein gewisses Tremolo nicht verhehlen kann, aber trotzdem nicht indisponiert wirkt. Spritzig der Oscar von Eun Yee You.
Ricardo Chially dirigiert grundiert,glühend, substanzvoll, emotional berührend.
Insgesamt eine Aufführung aus der Oper Leipzig, die insgesamt auch im Rahmen des Angebots an Einspielungen dieser Oper insbesondere für den interessant sein kann, der einmal Stimmen hören möchte, die nicht so häufig vertreten sind.