Nikolaus Lehnhoff ist es gelungen, die Oper zu 'entstauben', ihr neue Akzente zu geben und ein spannendes Drama in Szene zu setzen, ohne dem Werk Gewalt anzutun. Auch wenn manche Ideen für den Laien nicht sofort verständlich sind, ist alles sinnvoll und nachvollziehbar: So stirbt Gilda nicht -wie schon zu oft gesehen- im Sack, sondern wie eine madonnenhafte Erscheinung, was sie am Ende der Oper nicht zum Opfer, sondern zur wahren Heldin werden lässt.
Das Trio Rigoletto, Gilda und Herzog ist hervorragend besetzt. Diana Damrau ist sowohl stimmlich als auch schauspielerisch unübertrefflich. Zeljko Lucic ist ein großartiger Rigoletto mit einem warmen Bariton und überzeugender Darstellung. Man muss Juan Diego Florez nicht immer an seinen eigenen sehr hohen Maßstäben messen. Es mag sein, dass er in Belcantorollen noch besser ist, aber mich überzeugt er auch als Herzog, zumal er sowohl stimmlich als auch vom Aussehen her sehr gut zu Diana Damrau passt.
Das Dresdner Ensemble ist insgesamt gut, hervorragend Georg Zeppenfeld, der mittlerweile auch auf dem Weg zu einer großen Karriere ist.
Gesamturteil: Eine ausgezeichnete moderne Inszenierung, die man sich gerne mehrmals anschaut, da sie facettenreich und voller Spannung ist. Absolut empfehlenswert!