Marcel Reich-Ranicki würde sagen: "Am meisten werfe ich diesem Buch vor, dass es mich gelangweilt hat." - Das tut es wirklich und das trotz eines doch so interessanten Sujets wie das eines Autors, der eine Reihe von Werken der Weltliteratur der Musik geschrieben hat, die so voller Emotion sind wie das pralle Leben. Aber in den Händen von Barbara Meier wird das zu einer zwar korrekt, aber völlig blutleer und formalisitischen Beschreibung von reinen Zuständen. Verdi erscheint mehr als emotionsarmer Buchhalter, der seine Noten mehr verwaltet hat denn gelebt. Das kann ich irgendwie nicht glauben. Auch versteigt sie sich immer wieder in längeren musiktheoretischen Bemerkungen über 'Duren', 'Mollen' und allerlei Begriff, die der nicht Musikexperte nicht kennt. Das mag alles ganz richtig sein und in einem anderen Werk auch völlig richtig am Platz, aber in der Reihe "Monographien", die für den interessierten Laien geschrieben ist, langweilt es nur. Im ganzen also: Thema der Reihe verfehlt.