- Audio CD (8. Januar 2001)
- SPARS-Code: DDD
- Anzahl Disks/Tonträger: 1
- Label: Decca (Universal)
- ASIN: B000055ZQS
- Weitere verfügbare Ausgaben: MP3-Download
- Amazon Bestseller-Rang: Nr. 133.207 in Musik (Siehe Top 100 in Musik)
Produktinformation
|
Ein solcher Fall ist, bei allem personellen und editorischen Aufwand, leider auch die vorliegende CD. Die "Five World Premieres", die das Cover feierlich ankündigt, sind ein Messenfragment, ein einzelnes "Qui tollis", ein "Laudate pueri" und zwei Vertonungen des "Tantum ergo". Sie alle stammen aus der Zeit bis 1835 und gehen zurück auf Vorlagen von Verdis erstem Kompositionslehrer in seiner Heimatstadt Busseto, Ferdinando Provesi. Verdis Eigenleistung ist dabei von sehr unterschiedlichem Umfang, insgesamt aber eher gering: Im Messentorso beispielsweise überarbeitete er vor allem die Instrumentierung und ersetzte das chorische "Qui tollis" durch ein solistisches. Wie stark jedoch Verdis Anteil an diesen Stücken auch immer sein mag: Entscheidend ist, dass sie alle klingen wie Kompositionen eines mäßig begabten, in Italien lebenden Mozart-Schülers.
Klassische Periodenbildung ist teilweise mit einer an Bellini oder Rossini erinnernden Melodik aufgefüllt. Der Text wird keineswegs vorteilhaft zur Geltung gebracht oder gar musikalisch-theologisch ausgelegt, sondern stellenweise sogar schmerzlich verbogen. Wie auch immer diese Werke genau entstanden sein mögen: Mit Verdis späterem Kompositionsstil haben sie nichts zu tun.
Anders verhält sich dies mit den übrigen drei geistlichen Einzelwerken, die die CD auffüllen. Die einige Jahrzehnte später entstandenen Vertonungen des "Pater noster" und des "Ave Maria", jeweils in der paraphrasierenden italienischen Übersetzung von Dante Alighieri, sind ebenso "echter Verdi" wie das einzelne "Libera me", das für eine nie aufgeführte Requiem-Gemeinschaftsproduktion zu Rossinis erstem Todestag gedacht war und später in Verdis eigenes Requiem einfloss.
Diese reifen Kompositionen, die in der Tat ausgesprochen hörenswert sind und Verdis ganze Raffinesse in punkto Umsetzung des Textes demonstrieren, gibt es allerdings schon in anderen Aufnahmen, die man angesichts der Qualität der vorliegenden Produktion zumindest zum Vergleich heranziehen sollte: Der "Coro di Milano Giuseppe Verdi" leistet sich vor allem im "Pater noster" ausgiebige Intonationstrübungen, und in bewegteren Passagen der anderen Stücke neigen die Sänger zum perkussiven, vibratoreichen Singen, was die Ausgewogenheit empfindlich stört. Unter den Solisten überzeugen eigentlich nur die beiden Tenöre Juan Diego Flórez und Kenneth Tarver wirklich; ersterer muss in seinen Solopassagen mehrere hohe Cs meistern, die ihm bravourös gelingen. --Michael Wersin
Vorgeschlagene Tags zu ähnlichen Produkten(Was ist das?)Setzen Sie den ersten relevanten Tag hinzu (ein Schlüsselwort, das mit diesem Produkt in engem Zusammenhang steht).
|
|
Das Forum zu diesem Produkt
Fragen stellen, Meinungen austauschen, Einblicke gewinnen Aktive Diskussionen in ähnlichen Foren
Kundendiskussionen durchsuchen
|
Ähnliche Foren
|
|||||||||||||||||||||||||||||||
|