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Buchnotiz zu : Süddeutsche Zeitung, 14.07.2001
Kaum ist Alexander Kluges magnum opus "Chronik der Gefühle" abgefeiert, kommt schon der nächste, allerdings deutlich schmalere Band. Ein "Gesprächsbändchen", wie Rezensent Fritz Göttler schreibt, "zum Luftholen". Kluge stellt sich selbst inzwischen, wie Göttler ganz ohne Kritik konstatiert, in eine Traditionslinie, die von Musil über Heiner Müller reicht. Gesellschaftskritik kleidet sich bei Kluge, so der Rezensent, nie ins Gewand der Moral, sondern wird über Gewährsleute aus den Jahrhunderten herbeizitiert. Eine der größten Stärken Kluges sieht Göttler, in einer Art Fazit seiner Rezension, in einer eher merkwürdigen Meisterschaft: der "Kunst der erzählerischen Verdunkelung".
© Perlentaucher Medien GmbH
Kaum ist Alexander Kluges magnum opus "Chronik der Gefühle" abgefeiert, kommt schon der nächste, allerdings deutlich schmalere Band. Ein "Gesprächsbändchen", wie Rezensent Fritz Göttler schreibt, "zum Luftholen". Kluge stellt sich selbst inzwischen, wie Göttler ganz ohne Kritik konstatiert, in eine Traditionslinie, die von Musil über Heiner Müller reicht. Gesellschaftskritik kleidet sich bei Kluge, so der Rezensent, nie ins Gewand der Moral, sondern wird über Gewährsleute aus den Jahrhunderten herbeizitiert. Eine der größten Stärken Kluges sieht Göttler, in einer Art Fazit seiner Rezension, in einer eher merkwürdigen Meisterschaft: der "Kunst der erzählerischen Verdunkelung".
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Kurzbeschreibung
In einem vierstündigen Gespräch gibt Kluge Auskunft über seine Chronik der Gefühle, ein opus magnum, in dem es um Lebensläufe, Eigensinn und Lebenszeit geht. "Daß die Texte sich selbst organisieren, das ist ein Gedanke, den ich sowieso immer hatte". Kluge expliziert seine Poetik, erläutert seine Verfahrensweise, spricht über seine Begegnungen mit Heiner Müller und Gorbatschow. Im zweiten Teil steht ein Bericht über eine Reise nach Chicago, sowie Interviews mit DJ Paul Johnson, dem King of the basement und Jeff Mills, dem Godfather of Techno. Aus dem Inhalt: Was ist der Ernstfall? Wie findet man Auswege/ Was hält freiwillige Taten zusammen? / Constanze oder die Beharrlichkeit der Liebe / Von der eigenen Mitte aus nach allen Horizonten erzählen, das ergibt einen Roman. .
Autorenporträt
Alexander Kluge, geboren 1932, las erstmals 1962 in der Gruppe 47. Er ist Autor und Regisseur von bislang 23 Filmen und zahllosen TV-Sendungen, doch »mein Hauptwerk sind meine Bücher«. Für sein literarisches Werk wurde er u. a. mit dem Kleist-, Lessing-, Böll-, Ricarda-Huch-und dem Bremer Literaturpreis ausgezeichnet.