Vorschusslorbeeren waren es, die Regina Fuchs einst mit der Erstausgabe dieses Reisehandbuches erntete, als es als "bester Reiseführer zu Cabo Verde / Kapverden" bezeichnet worden ist. Mit dieser neuen, überarbeiteten Ausgabe hingegen, sind diese Lorbeeren nicht nur erarbeitet, sondern auch tatsächlich verdient worden:
Ein Reisehandbuch, welches den Namen Handbuch verdient; welches brillant geschrieben, herausragend journalistisch bearbeitet worden ist, welches nicht nur dem "allgemeinen Touri" Pizzapreise offeriert, sondern vor allem auch dem Anspruch von Individualtouristen, von Interessenten am Land gerecht wird - auch dem Anspruch von Liebhabern des Landes, die bereits gut informiert sind - und Dank dieses Buches dennoch viel dazu lernen.
Den neuen Autoren ist es gelungen, den Schwerpunkt "Wandern auf Sto. Antao" einzudämmen und ein facettenreiches Werk zu schaffen, welches nicht nur als Nachschlagewerk, sondern vor allem als entspannte, spannende und fesselnde Lektüre über ein Land dient, welches in der Presse wie in allen anderen Werken bislang zumeint falsch, einseitig und anspruchslos in der Schreibe dargestellt worden ist.
Die Geschichte des Landes, die Entwicklung und Problematik der Menschen, Politik, Wirtschaft und die alltäglichen Probleme werden hier genauso bedacht, wie aktuelle Informationen über Flugverbindungen, Unterkünfte und Preise.
Ein anspruchsvolles Buch, welches Auseinandersetzung schürt, fordert und unterstützt, statt Menschen einfach nur zum Reiseziel zu locken!
Gratulation den Autoren, die sich als wirkliche Kenner des Landes erweisen und neben den hervorragenden Kapiteln über Geschichte und Kultur (die als Schwerpunkt angesehen werden sollten, da letztlich wichtiger als der Preis eines Sagres in einer caboverdeanischen Kneipe)auch eine brillante Schreibe servieren, kritische Gedanken forcieren und statt eines rosaroten Blickes auf ein vermeintliches Inselparadies das wahre Gesicht Cabo Verdes zeigen:
Schön, aber mit Falten;
sonnig, aber mit Schattenseiten;
Touristenattraktion - aber nur für jene, die mit dem Herzen zu sehen vermögen.
Ein Entwicklungsland im Umbruch, dessen Zukunft sicher auch im Tourismus liegt, der hier jedoch nicht katalogmässig als Allheilmittel dargestellt wird.
Dank an Pitt Reitmeier und Lucete Fortes, dass es endlich Literatur über Cabo Verde gibt, die den Namen Literatur auch verdient!