Der Name Thomas Natschinski ist mit der Erfolgsgeschichte der DDR-Rockmusik untrennbar verbunden. In seiner gemeinsam mit der Journalistin und Freundin Christine Dähn verfassten Autobiographie Verdammt, wer hat das Klavier erfunden?" (Verlag Neues Leben) erzählt Natschinski von seiner Kindheit als Sohn des berühmten Komponisten Gert Natschinski, seiner Zeit in Leipzig und dem Umzug nach Berlin, neuen Freunden, Hartmut König, seines Zeichens Musiker und späterer FDJ- und Kulturfunktionär und er berichtet vom Werden seiner ersten Band Team4", die bald nicht mehr so heißen durfte, da den FDJ-Oberen der englische Name ein Dorn im Auge war. Viel erfährt man in den sehr konzentriert aufgeschriebenen und ungemein glaubhaft wirkenden Erinnerungen über die DDR-Musikszene, den Riesenhit Berührung" und Gabi Rückert, das erfolgreiche Zwischenspiel bei Karat, viele Musikerfreundschaften und die Schwierigkeiten und Kosten, sich ein eigenes Musikstudio aufzubauen. Immer wieder begegnet dem Leser auch der private Thomas Natschinski, der eher zurückhaltend ganz in seiner Musik lebt und aufgeht und für die geliebte Frau, die zu früh flügge gewordene Tochter, die Familie da ist. Und ein Stück Berliner Kulturszene wird lebendig, wenn Natschinski über seine Riesenproduktion mit dem Friedrichstattpalast vor ein paar Jahren berichtet, wo die Geschichte der 1002. Nacht erzählt wird. Märchenhaft schön, wie seine Musik. Rock- und Popsongs, oft von anderen und gerade eben auch wieder von ihm selbst gesungen, Fernseh- und Filmmusiken wie für die Spuk"-Reihe, Kinderlieder und musikalische Großproduktionen stammen aus seiner Komponistenfeder und werden bleiben. Danke für alles, Thomas Natschinski!