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Die hilfreichsten Kundenrezensionen
30 von 34 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Viel, viel mehr als ein Krimi !,
Von Ein Kunde
Rezension bezieht sich auf: Der Verdacht (Taschenbuch)
Wer nur einen trivialen Krimi sucht, um ihn in der U-Bahn zu lesen, sollte besser zu anderen Büchern greifen. Nicht nur, weil sich dieses Buch dafür nicht eignet, sondern weil es schlicht zu schade dafür ist! "Der Verdacht" ist ein spannendes Buch, das ins Krimi-Genre nicht so recht passt. Anstatt dem Polizisten Bärlach zuzusehen, wie er einen Täter sucht und fasst, sieht der Leser ihn dem Täter hilflos ausgeliefert. Der "alte Kater, der gerne Mäuse frisst", droht in diesem Buch selbst zur Maus zu werden. Aber Dürrenmatt geht es nicht allein um simple Krimispannung. Er hat in seinen Roman philosophische Fragen verpackt. Insbesondere geht es um die Schwindel erregenden Abgründe des Nihilismus absoluter Freiheit und um die Frage, wo Freiheit enden muss. Dies alles vor dem Hintergrund der Verbrechen der Nazizeit. Trotz seines Tiefgangs ist das Buch leicht lesbar und überdies sehr spannend. Es ist einfach großartig und für jeden ein Genuss, der mehr erwartet als triviale Zerstreuung. Es ist eines der wenigen Bücher, die ich immer wieder lesen kann. Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen
23 von 27 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
4.0 von 5 Sternen
Ein Buch das jeden weiterbringen kann,
Rezension bezieht sich auf: Der Verdacht (Taschenbuch)
'Der Verdacht' ist nach 'Der Richter und sein Henker' Dürrenmatts zweites Buch mit Kommissär Bärlach und schließt praktisch an das erste Buch an.Der Kommissär ist auch in diesem Buch wieder ein genialer Kriminalist, mit viel Erfahrung und Menschenkenntnis und seinem nahezu unerschütterlichen Glauben an Gerechtigkeit - daran ändert auch seine starke Erschöpfung durch eine Magenoperation und der Krebs in seinem Körper nichts. Bärlachs detektivischer Sinn wird geweckt, als er im Krankenbett in der Zeitschrift 'Life' ein Foto von einem Arzt namens Nehle sieht, der in einem KZ ohne Narkose operiert. Als sein befreundeter Arzt das Foto sieht, erschrickt er, und erklärt, er kenne einen Arzt, der dem in der Zeitschrift sehr gleiche. Bärlach stellt Nachforschungen an, befragt sogar einen Juden, der Nehle damals im KZ gut kannte. Es scheint zwei Personen zu geben: Emmenberger, der mit Bärlachs Arzt studierte, sich zur Zeit des Fotos wahrscheinlich in Chile aufhielt, schon immer ein genialer Kopf war und nun ein Sanatorium für Reiche in Zürich führt. Und Nehle, der Arzt der im KZ Verbrechen beging und sich nach dem Krieg in Hamburg umbrachte. Einer ist tot, der andere führt dieses Sanatorium. Doch wer tat was? Die beiden sehen sich zum Verwechseln ähnlich. Und es gibt zahlreiche Indizien dafür, dass die beiden während des Krieges die Rollen tauschten. Hat der Leiter des Sanatoriums im KZ menschenunwürdige Verbrechen begangen? Hier setzt Bärlach an. Er lässt sich in das Sanatorium einliefern. Dort lernt er nicht nur Emmenberger und dessen Geliebte Dr. Marlok kennen, sondern auch andere Weltanschauungen, die seinen Kampf für Gerechtigkeit und eine bessere Welt in den Schatten stellen. Dr. Marlok war Kommunistin. Vor den Nazis floh sie in die Sowjetunion, wo sie sicher war, Schutz zu finden und ihren Glauben leben zu können. Als Auswirkung des Hitler-Stalin-Paktes wurde sie von der kommunistischen (!) Sowjetunion ausgeliefert an Deutschland. Ein Verrat, der nahezu allen Glauben an den Kampf gegen das Böse, an die Würde des Menschen und an die Hoffnung auf eine bessere Welt zerstört. Ein kleines bisschen Sinn für Gerechtigkeit blieb ihr noch - sie versucht Emmenbergers Taten zu erklären. Marlok gibt alle Verbrechen, die Bärlach Emmenberger anschuldet, zu. Sie war im KZ dabei, als Kommunistin eingeliefert wurde sie Emmenbergers Geliebte. Bärlach geht es immer schlechter. Doch erst das Gespräch mit Emmenberger lässt ihn erfahren, was wirkliche Todesangst und Ungewissheit ist. Emmenberger glaubt einfach, nachvollziehbar und glaubhaft: an Materie. An Atome, die der Zufall lenkt. Es gibt seiner Meinung nach keine Gerechtigkeit, nur Freiheit, die man sich nehmen muss. Er hat Bärlach entlarvt, hat herausgefunden, dass dieser auf der Jagd nach ihm ist. Er wird in töten, mit einer Operation ohne Narkose. In sieben Stunden. Diese werden die wohl schrecklichsten in Bärlachs Leben. Zweifel, gibt es die Gerechtigkeit wirklich nicht? Für welches Ziel lebt er eigentlich und - ist dieses überhaupt erreichbar? Das Buch wird zu einem Kampf zwischen zwei Credos. Eine Frage die jeden Menschen betrifft, die jeden beschäftigt. Und eben dazu regt dieses Buch an. Ein Buch, das jeden weiterbringen kann, in der Suche nach der Wahrheit und dem Sinn des Lebens. Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen
15 von 18 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Ein wahres Meisterwerk,
Von
Rezension bezieht sich auf: Der Verdacht (Taschenbuch)
Der todkranke Kommissär Bärlach (schon bekannt aus Der Richter und sein Henker) entdeckt bei der Studie einer Ausgabe der "Life" das einzig existierende Bild des berüchtigten SS-Arztes Dr. Nehle, der im Konzentrationslager Stutthof ohne Narkose bestialische Operationen durchführte. Die Fotographie gleicht dem schweizer Prominentenarzt Dr. Emmenberger, Chefarzt der berühmten Klinik Sonnenstein bei Zürich, bis ins Detail. Sein behandelnder Arzt und Freund Dr. Hungertobel, ein Studienkollege Emmenbergers, kann die Zweifel des Vollblutkriminalisten, dass es sich dabei um ein und dieselbe Person handelt, nicht ausräumen. Kommissär Bärlach knüpft ein imaginäres Netz um Emmenberger und lässt sich in dessen Prominentensanatorium einweisen. Nicht ahnend, dass sein kriminalistisches Kombinationsspiel durchschaut wurde beginnt ein psychologisches Katz-und-Maus-Spiel mit völlig unerwartetem Ausgang ...Der Dramatiker und Theaterschriftsteller Friedrich Dürrenmatt erzählt mit stilistischer Prägnanz und Intensität, die ihresgleichen sucht. Er versteht es meisterhaft in eine kaum begreifliche, absurde Welt zu entführen, die ihren Spannungshöhepunkt in Literatur reinster Vollendung findet. Er verzichtet bewusst auf Platitüden oder abgedroschene Räuberpistolenromantik, vielmehr ist dieses Werk eine philosophische Abhandlung des Begriffs "Freiheit". Abseits jedweder Kolportageliteratur gerät der Leser sofort in den Bann dieser zeitkritisch-ironischen Erzählung; die behutsam aufgebaute und immer intensiver werdende Spannung mündet in einem dramatisch-phantastischen Finale furioso. Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen
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