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4.0 von 5 Sternen
Mittelalterlicher Hexenwahn im Oberrheingebiet, 12. September 2005
Rezension bezieht sich auf: Verbrennt sie, die Hexen! (Gebundene Ausgabe)
Offenburg zu Beginn des 17. Jahrhunderts ist der Schauplatz eines Romans, der von der Hexenverfolgung in der Hauptstadt der Ortenau berichtet. Bereits 1882 hat sich der damalige Offenburger Bürgermeister Franz Volk mit den Ratsprotokollen der Ortenau aus dieser Wahn- und Zwangszeit beschäftigt und diese durchgearbeitet mit dem Ziel, Erkenntnisse zu gewinnen, weshalb und aus welchen Anlässen heraus derart viele Menschen einen willkürlichen und bestialischen Tod sterben mussten.
Jürgen Buchholz schildert auf der Grundlage eben dieser Ratsprotokolle die Mechanismen, die zu Verdächtigungen, Anklagen, unmenschlichsten Verhörmethoden und schließlich zur Verurteilung und Vernichtung auf dem Scheiterhaufen führten. Das Schicksal der Familien Laubbach und Silberrad, die beide in Offenburg gelebt haben, nimmt dabei eine zentrale Rolle ein.
Der Leser wird zum Zeugen unbarmherzigen Intrigantentums, frömmelnder Kurzsichtigkeit, gieriger Selbstsucht und ohnmächtigen Ausgeliefertseins, während er mit Vorkommnissen, die sich im Wesentlichen über den Zeitraum eines Jahres erstrecken und die durchaus zu angewidertem und ungläubigem Kopfschütteln anregen können, konfrontiert wird.
Wer sich noch nicht mit den unglaublichen Grausamkeiten und der Infamie des mittelalterlichen Hexenwahns befasst hat, dem wird der historische Roman mit dem schlachtrufähnlichen Titel ein beeindruckendes Bild dieser brutalen Zeiterscheinung vermitteln.
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4 von 6 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Im Banne einer grausamen Logik, 16. September 2005
Von Ein Kunde
Rezension bezieht sich auf: Verbrennt sie, die Hexen! (Gebundene Ausgabe)
Der Gründlichkeit der damaligen Behörden ist es zu verdanken, dass der Autor das Schicksal von Frauen und Männern, die als Hexen und Hexer angeklagt wurden, tatsachengetreu nachverfolgen konnte.Streben nach politischem Einfluss, Habgier, schlichte Böswilligkeit, Aberglauben und Unwissenheit über Naturphänomene führten zu aberwitzigen Anklagen. Der Autor zeigt beeindruckend auf, welchen Gewissensqualen die Menschen ausgesetzt waren, dass sich die Angeschuldigten kaum noch aus der Argumentationskette befreien konnten. Er erlaubt dem Leser "folgerichtig", sich in die damalige Argumentation einzudenken einzudenken.
Informativ auch die Liste der Namen und Orte der Hingerichteten in und um Offenburg herum.
Fazit: Lesenswert
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