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Produktinformation
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Doch was verbirgt sich eigentlich hinter der Floskel von der Menschenrechtsproblematik für die Menschen in China wirklich? Geht es tatsächlich bloß um das Recht auf freie Meinungsäußerung und politische Betätigung auch außerhalb der Staatspartei? So könnte man angesichts der überwiegenden Medienberichterstattung meinen. Doch die Probleme liegen sehr viel tiefer und sind zum Teil sehr viel älter als die Kommunistische Partei. Und sie sind auf dem Lande andere als in den Metropolen.
Xinran, die als Kind im Zuge der Kulturrevolution von den "reaktionären" Eltern getrennt und in ein Erziehungslager gesteckt worden war, moderierte von 1989 bis zu ihrer Emigration 1997 die Rundfunksendung Worte im Abendwind. Darin brach sie mit einem überkommenen Tabu und gab Tausenden gequälter und missbrauchter Frauen eine Stimme. Am Ende sogar im wahrsten Sinne des Wortes in der Form von live übertragenen Telefongesprächen.
Den Anstoß hatte 1989 ein erschütternder Brief gegeben, den ihr ein kleiner Junge geschrieben hatte und dessen mit einer Hühnerfeder versehener Umschlag schon signalisierte, dass es sich um einen Hilferuf handelte. Der Junge schilderte darin das Schicksal eines zwölfjährigen Mädchens, das von ihren Eltern an einen alten Mann verkauft worden war, der es aus Angst, sie könnte ihm davon laufen, in Eisenketten hielt. Der Junge fürchtete, sie würde die Tortur nicht mehr lange überleben.
Xinran wandte sich an die Polizei, die sie darüber aufklärte, dass dies kein Einzelfall sei und sie gut daran täte, sich nicht einzumischen. Das aber tat sie sehr wohl, nicht nur in diesem Fall. Fortan ermunterte sie ihre Hörerinnen, ihr ihre persönlichen Schicksale zu berichten. Zahllose Anrufe und Briefe hat sie in den folgenden Jahren erhalten. In dem vorliegenden Buch berichtet sie der Weltöffentlichkeit, was sie daraus über das Leben in China erfahren und gelernt hat. Eine weltbürgerliche Pflichtlektüre! --Andreas Vierecke -- Dieser Text bezieht sich auf eine vergriffene oder nicht verfügbare Ausgabe dieses Titels.
Dieses Buch müssen Sie lesen. Die Wärme und Empathie der Autorin
verhindert, dass man das Buch vor Entsetzen weglegt, denn genauso eindringlich wie die schlimmen Seiten der jeweiligen Lebensgeschichten wird die Lebensfreude der Einzelnen gezeigt, ihre tapferen Bewältigungsstrategien im Umgang mit einer Gesellschaft, die neben der kommunistischen Kontrolle und Einengung auch noch geprägt ist von feudalen, frauenfeindlichen
Strukturen mittelalterlicher Prägung.
Ich habe Xinran auf der Buchmesse interviewt und habe eine Frau kennengelernt, die ihr eigenes schweres Schicksal, die Verfolgung durch die Roten Garten, die Verbrechen an ihren Eltern so verarbeitet hat, dass sie ihr Wissen und ihre Erfahrungen nun dafür einsetzt, das derzeit in China noch bestehende Tabu, über die Kulturrevolution zu berichten, zu brechen.
Ich wünsche dem Buch sehr viele Leserinnen und Leser!
Vera Kaltwasser
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