In "Venezuela Not for sale" beleuchtet Ingo Niebel chronologisch den politisch-gesellschaftlichen Prozess des Landes Venezuela, der von der spanischen Kolonialzeit über die Befreiungskriege und der anschließenden Herrschaftperiode der Oligarchie sowie den Zeiten der Diktaturen und der IV. Republik hin zur Idee und zur Verwirklichung des Bolivarianismus der jüngsten Vergangenheit führten.
Herrvorragend recherchiert, schildert der Autor vor dem Hintergrund der aktuellen US- und EU-Geopolitik die Verstrickungen der US amerikanischen und spanischen Geheimdienste in die diversen Versuche, den bolivarianischen Gedanken mit allen zur Verfügung stehenden Mitteln zu diskreditieren, umzustürzen und letztendlich zu eliminieren. Es bleibt aber nicht nur bei der Schilderung und Analyse der Organisationen und Menschen, für die Chavez im wahrsten Sinne des Wortes ein rotes Tuch darstellt. Vielmehr werden auch die vielseitigen Methoden und Instrumente eingehend untersucht, die zur Unterwanderung einer legitim gewählten Regierung führen und schließlich in einem Staatsstreich oder Putsch enden können.
Ein Hauptaugenmerk dieser Untersuchung liegt in der Rolle der meinungsbildenden Medien, die durch unsachliche Darstellung,
bewusster Verbreitung von Halbwahrheiten und/oder Lügen, quasi einem Rufmord gleichend, ein Klima der Unsicherheit, Verwirrung und der Angst anzetteln, die als Vorstufe und weit angelegte Vorbereitung zum Staatsstreich betrachtet werden können. Schonungslos wird den einflussreichen Meinungsmachern und den führenden Massenmedien der westlichen Hemisphäre, die das Gedankengut der weltweit operierenden, neoliberalen Denkfabriken unter dem Deckmantel der Demokratie nur allzu bewusst und gewissenhaft verbreiten, der Spiegel ihrer Unwahrheiten und wahren Absichten vorgehalten. Auch deutsche Meinungsbildner wie die "Sueddeutsche Zeitung" und sogar die "TAZ" werden kritisch zu ihrer fragwürdigen Berichterstattung über den bolivarianischen Prozess in Venezuela hinterleuchtet.
"Venezuela not for sale" ist spannend und informativ zugleich, aber gleichzeitig auch als eine Ohrfeige gegen die Neocons und deren Anbeter aus allen gesellschaftlichen Schichten zu verstehen, die tagein, tagaus und immer wieder auf's Neue auf die Sirenenklänge eines ungezügelten Neoliberalismus hereinfallen und jedes alternative Gedankengut nach Möglichkeit bereits im Keime ersticken lassen wollen.