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Produktinformation
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Im vorliegenden Fall geht es anfänglich um die Leiche eines vermutlichen Transvestiten, es werden falsche Spuren durch den oder die Täter gelegt, und eigentlich klärt Brunetti das ganze raffinierte Komplott mehr durch seine Intuition und Beharrlichkeit sowie mit seiner Kenntnis der menschlischen Seele (auch der abgründigen, bösen) als durch kriminalistische Arbeit. Was vordergründig wie ein "normaler" Mordfall aussieht, entwickelt sich zu einem Kaleidoskop der korrupten Gesellschaft Italiens, besonders Venedigs, bis in höchste Kreise. Commissario Brunetti steht heute schon in einer Reihe mit den großen Romandetektiven wie Maigret und anderen. Für Liebhaber des Kriminalromans ist er, wenn noch nicht bekannt, ein absolutes Muß. --Lutz Dahm
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Wie schon in den ersten beiden Teilen hat Leon eine großartige Story geschaffen. Der Kriminalfall ist hoch interessant und in ein wirklich gutes Umfeld eingebettet. In diesem Band wird eine Leiche auf einem Feld hinter einem Schlachthof in Mestre (einer Stadt in der Nähe Venedigs) gefunden. Das Gesicht des Mannes ist vollkommen zerstört, er trägt jedoch Frauenkleider. Da in Mestre gerade kein Kommissar anwesend ist, wird Hilfe aus Venedig angefordert und Brunetti daher zur Unterstützung entsandt. Die Ermittlungen in der Homosexuellenszene führen irgendwie nicht weiter, als völlig überraschend nach einer Woche die wahre Identität des Ermordeten bekannt wird. Es handelt sich um einen Bankdirektor aus Venedig. Die Ermittlungen führen Brunetti in ein wildes Intrigenspiel rund um Macht und sehr viel Geld.
Was unterscheidet nun "Venezianische Scharade" von den beiden Vorgängern, wenn diese doch auch eine gute Story hatten werden Sie sich vielleicht fragen. Nun hier endlich bekommen die Personen einiges an Tiefe, sie sind längst nicht mehr so oberflächlich und inhaltslos wie noch in den ersten beiden Bänden. Dies ist ein großer und sehr wichtiger Fortschritt. Ähnlich ist es mit den Beschreibungen der Szenerie, das ganze Geschehen und die Rahmenhandlungen bekommen endlich mehr Farbe und mehr Bilder. Es ist ein enormer Schritt von der Oberflächlichkeit hin zu einem Roman.
Ebenfalls eine deutliche Verbesserung hat die Sprache erfahren. Leon benutzt nun längere aussagekräftigere Sätze und kehrt der bisherigen kurzen und unpräzisen Ausdrucksweise den Rücken. Bereits im ersten Band ist über einige Seiten lang ein sprachlicher Genius aufgetaucht, der dann aber wieder verloren ging. Hier nun endlich ist beinahe das ganze Werk in einer schönen Sprache verfasst.
Dieses Buch kann ich nun also tatsächlich empfehlen. Es bekommt zwar nur vier Sterne, da bestimmt noch einiges Potential nach oben vorhanden ist, aber es ist schon in einer Qualität wo man eine Empfehlung aussprechen kann. Meine Empfehlung lautet jedoch auch: Lassen Sie die Finger von den ersten beiden Bänden, sie versäumen keine wichtige Rahmenhandlung.
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