Wer bei diesem Buch einen klassischen Krimi erwartet, wird, fürchte ich, enttäuscht, es ist eher ein Roman, der existentialistische Themen streift und daher auch ein existentielles sujet hat: die Bedrohung des Lebens der Hauptfigur durch seinen Ex-Schwiegervater, der ihm die Schuld am Selbstmord seiner Tochter gibt.
Die Probleme, die das Buch behandelt, sind unter anderem das der Unmöglichkeit, sich in den Augen der Anderen als ein Selbst zu etablieren, da jede Fremdsicht (in diesem Fall fast ausschließlich)durch eigene Motive und Persönlichkeit des Betrachtenden bestimmt wird. So versucht Garrett immer wieder verzweifelt und unter Lebensgefahr seinem Schwiegervater sein Leben mit seiner Ehefrau zu schildern und ihn von seiner Unschuld zu überzeugen, woran dieser gar kein Interesse hat, da er ihn als Ventil für seine Trauer braucht, die er, entsprechend seiner Persönlichkeit, als Sieg über ein von ihm bestimmtes Objekt, das er sich bewußt als Projektion seiner Gefühle ausgewählt hat, ausleben will.
Wer Freude an einem komplexen Roman hat, der viele Betrachtungsebenen bietet und den Leser, auch auf Grund der aufgebauten athmosphärischen Spannung, lange gedanklich gefangen hält, dem wird dieses Buch gefallen, wer eher auf nette Abendunterhaltung à la Agatha Christie (die durchaus auch ihre Qualitäten hat) steht, den wird es, fürchte ich, eher unbefriedigt lassen.