Wenn man von dem biederen, leider immer fader werdenden Commissar Brunetti der Donna Leon endlich die Nase voll hat, aber trotzdem Italien als Szenario nicht verlassen will, ist man hier genau richtig. Aurelio Zen,ein mit vielen persönlichen Problemen und Unzulänglichkeiten ausgestatteter Commissar, geht mehr in Richtung Action-Held als der hausbackene Brunetti. Auch wenn ich die Auflösung des Falles "Vendetta" wirklich zu unglaubwürdig und action-betont fand, Spannung ist gewährleistet. Und Landeskunde in Form von Lokalkolorit bekommt man zuhauf, zwar nicht Venedig, aber Italien ist ja auch mehr als Venedig. Politik, Verbrechen, Liebe, Spannung,das alles verrührt Dibdin zu einem ansprechenden Cocktail. Der zweite Roman dieses Doppelbandes hat mir sogar noch besser gefallen. Diesmal ist Rom der Hauptschauplatz, genauer gesagt der Vatikan. Und diese neue Komponente bringt auch die nötige Würze, ob das nun alles so stimmt oder nicht, es ist zumindest plausibel dargestellt. Mich haben jedenfalls diese beiden Krimis dazu ermutigt mal wieder einen Dibdin zu kaufen. Vorher aber muß ich noch einen "Fruttero & Lucentini" fertig lesen, der spielt nämlich wieder in Venedig...