Diese Rezension möchte ich so beginnen, wie ich es bei Teil 1 gemacht habe."Velvet Underground: Live With Lou Reed" war ursprünglich ein Doppelalbum, das es aus unerfindlichen Gründen nie auf eine DoppelCD geschafft hat, sondern es wurden zwei einzelne CD's herausgebracht. Beide CD's zusammen bilden die beste Liveplatte, die von Velvet Underground je erschienen ist, auch wenn John Cale nicht mehr dabei war und von Doug Yule ersetzt wurde. Obwohl die einzelnen Songs bei verschiedenen Konzerten aufgenommen wurde, ergibt sich von der Stimmung her ein flüssiges, unvergessliches Konzert. Im Übrigen war die LP damals eine echte Verbraucherchance - keine Seite unter 25 Min.
Dieser zweite Teil ist möglicherweise noch besser als der erste Teil. Das liegt besonders an vier überragenden Songs (die anderen sind nur unwesentlich schlechter, wenn man in diesem Zusammenhang überhaupt das Wort "schlecht" benutzen kann): "Pale Blue Eyes", Heroin", Sweet Brownie Brown/It's Just Too Much" und "White Light/White Heat". Diese vier Songs zusammen kommen schon mal auf eine Spielzeit von über 30 Minuten. "Heroin" und "Pale Blue Eyes" sind so intensiv gespielt, wie ich sie nie wieder von Velvet Underground gehört habe, auch nicht auf diversen Bootlegs. Das gleiche gilt für "White Light/White Heat", dass sie eigentlich recht selten gespielt haben. Dagegen fällt die Version der 1993er Platte doch ziemlich ab. Nur die Version auf den "Quine Tapes" ist ähnlich gut. "Sweet Brownie Brown/It's Just Too Much", ein schneller Songs, gibt es nur hier und wird wie "What Goes On" auf der ersten Platte trotz seiner Länge keine Sekunde langweilig - Yeah, It's Just Too Much!
Das Einzige, was mich bei beiden Platten stört, ist, dass "Sister Ray" fehlt, denn so wie Velvet Underground hier in Form sind, hätte mich das schon interessiert. Möglich, dass das daran lag, dass sie diesen Song zu dieser Zeit sehr ausführlich spielten. Auf den "Quine Tapes" gibt es drei Fassungen davon, die kürzeste ist schlappe 24 Minuten lang.
Es gibt übrigens noch eine Billigausgabe beider CDs in einer Reihe, die sich "The Easy Rider Years" nannte. Auch wenn man da vielleicht noch rankommt, rate ich dazu, sich des Originals zu bedienen, denn bei der Kopie ist die Songreihenfolge vollkommen durcheinander gemischt und zerstört damit die Spannung des Originals.