LADYTRON haben vom zweiten zum dritten Album einen bedeutungsvollen Sprung geschafft: sie haben so gut wie alle anderen Elektro-Bands hinter sich gelassen, indem sie ihre wunderschönen Melodien und etwas düsteren Texte mit nicht berechenbaren Sounds umhüllt haben, wohlklingend für die Ohren, immer für eine Überraschung gut, einem Pfad folgend, der Idealismus in die elektronische Musik bringt und Indie-Pop als Mittelpunkt hat. Spannend bleibt die Frage, ob sie dieses Erfolgsrezept beim vierten Album beibehalten oder wieder etwas Neues wagen. Herausgekommen ist: Beides! Das Talent für die tollen Melodien und die einzigartige Atmosphäre des zweistimmigen Frauengesangs haben sie beibehalten, dazu gibt's neue und interessante Sounds zu hören, die sowohl Wärme als auch Kühle ausstrahlen. Es sind richtige Ohrwürmer auf der Platte dabei (zum Beispiel "Burning up" und "I'm not scared".) Schon jetzt geht es mir so, daß ich bei einigen Songs immer mit Spannung auf bestimmte tolle Stellen warte, wie bei "Season of delusions" und "Predict the day". Dachte ich, das Album würde gegen Ende vielleicht etwas schwächer werden: Fehlanzeige. Gerade die letzten drei Songs "Tomorrow", "Deep Blue" und "Versus" dürfte zum Besten gehören, was die Band jemals veröffentlicht hat. Die Opulenz geht bis zum Rand des Guten - nur ein klein wenig mehr wäre manchmal zu viel gewesen...!
Die Zeiten, wo LADYTRON vorgeworfen wurde, die 80er zu kopieren, dürften wohl entgültig vorbei sein. Anfangs waren sie Vorreiter dieser Welle, inzwischen sind sie meilenweit nach vorne geprescht: sie sind nicht nur originell, sondern einzigartig.