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Die hilfreichsten Kundenrezensionen
14 von 14 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Absolut lesenswert !!!,
Von Ein Kunde
Rezension bezieht sich auf: Veit Harlan: "Des Teufels Regisseur" (Broschiert)
Seit einem halben Jahrhundert wird eine stark emotionalisierte Diskussion über Veit Harlan und dessen Filme geführt. Die Fülle der Texte, die in diesen 50 Jahren entstanden sind, sollte einen reichen und differenzierten Fundus an Materialen erwarten lassen.Doch das Gegenteil ist der Fall. Den wenigen sachlichen, soziologischen oder politik-wissenschaftlichen Abhandlungen über die Mechanismen der NS-Propaganda oder über die Verantwortung des Einzelnen im System steht eine Wand hartnäckig umkämpfter, meistens polemisch vorgetragener Positionen um die Schuldfrage des Veit Harlan gegenüber. Harlan wurde zum Aushängeschild des Goebbel'schen Propagandaapparates und dafür bis heute geächtet. Ähnliches Interesse entwickelte die Öffentlichkeit nur noch für Riefenstahl und Gründgens, denen allerdings der künstlerische Aspekt ihrer Arbeit nie abgesprochen wurde. Der Hauptvorwurf an Harlan besteht ja aber nun nicht darin, dass er u.a. nationalsozialistische Filme gemacht hat, sondern darin, daß er sie so gut gemacht hat! Der Behauptung, die "Guten" (im moralischen wie im cineastischem Sinne) seien 1933 gegangen oder verhaftet worden, und die "Schlechten" seien geblieben und hätten den von den Nazis verordneten Erfolg gehabt, wird in diesem Buch ebenso widersprochen, wie den wohlmeinenden Entschuldigungen für einzelne "Ausnahmen" wie Staudte oder Käutner. Die einseitige Fixierung auf Harlan hatte für das übrige Heer der Filmschaffenden tatsächlich den Vorteil, dass es nahezu unbehelligt weiter arbeiten konnten und vom Nachkriegs-Film in Ost wie West mit offenen Armen empfangen wurde. Harlan dagegen ist nicht nur zum Symbol des Nazi-Filmes, sondern auch zum Symbol der Unfähigkeit der deutschen Nachkriegs-Gesellschaft und insbesondere der Filmkritik geworden, die eigene Geschichte aufzuarbeiten. Frank Noack hat endlich damit gebrochen und den Versuch unternommen, sich objektiver dem Thema zu nähern. Noack kann dabei keine endgültigen Antworten geben (und wollte dies sicher auch nicht tun), aber er hat in anschaulicher Weise einen immer noch "schwarzen Fleck" auf der Landkarte des deutschen Filmes beleuchtet. Klar, daß das Buch Jenen nicht passen wird, die sich mit dem üblichen, eben auch recht bequemen schwarzweiß-Bild von der Nazi-Zeit arrangiert haben. Die anderen Leser werden eine spannende und interessante Quelle an Informationen vorfinden, und wahrscheinlich sogar die Anregung verspüren, mehr über diese dunkle Epoche der deutschen Geschichte zu erfahren. Was kann ein Buch mehr leisten ? Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen
10 von 11 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
4.0 von 5 Sternen
Eine bedachtsam und entspannt geschriebene Biographie.,
Von Ein Kunde
Rezension bezieht sich auf: Veit Harlan: "Des Teufels Regisseur" (Broschiert)
Veit Harlan ist keine leichte Kost für die Deutschen. Auch das von Frank Noack geschriebene Buch wird sich der Kritik kaum entziehen können. Daher darf man dem Autor nicht einen gewissen Mut absprechen, mit dem er sich dem Gegenstand seiner Betrachtung sprachlich und inhaltlich genähert hat. Das Buch läßt sich nicht einfach als gut oder schlecht zusammenfassen. Zum ersten Mal wird der Versuch unternommen, möglichst objektiv, Taten und Informationen zusammenzutragen, um sich der Gesatlt Hatlan als Mensch und Regisseur zu nähern. Viele dieser Informationen sind erstaunlich interessant und werfen ein neues Bild auf die Filmwirtschaft (z.B. der Erfolg der ersten Nachkriegsfilme, aber auch die mannigfaltige Beteiligung und Verfelchtung von Filmschaffenden der Stummfilmzeit an Tendenz- und Propagandafilmen, ohne die Exponiertheit von Harlan zu erreichen. Die Freunschaft mit Fritz Kortner und seine Trauzeugenschaft). Sicherlich muß man sich nicht zwingend so machner Bertrachtung und Schlußfolgerung anschließen. Berücksichtigt man aber, daß es sich hierbei um das erste Buch über Veit Harlan handelt, so ist die Kombination aus Biographie und Werkbetrachtung durchaus gelungen. Man kann vom ersten Buch nicht verlangen, daß es all' das erfüllt, was bei anderen Künstlern gleich mehrere Bücher über Jahrzehnte hervorgebracht haben. Bedenkt man die internationale Aufmerksamkeit einer Leni Riefenstahl, dann verwundert es, wie wenig über Halan vorliegt, außer "Jud Süß". Das Buch von Frank Noack sollte nicht als definitive Abschlußarbeit, sondern als Beginn der Forschung angesehen werden. Das Buch enthält viele Stellen, die andere Autoren vielleich anders dargestellt hätten. Es enthält Informationen und Betrachtungen, die es sich vielleicht lohnen, noch weiter zu untersuchen.(Die Filme, in denen Harlan als Schauspieler mitgewirkt ha, kommen recht kurz weg. Auch ist nur schwer ersichtlich, warum Halan als Bühnenschauspieler so vom Film besessen wurde.) Die Schwierigkeit bleibt nur, daß viele Beteiligte bereits verstorben sind und nicht mehr für die Forschung zur Verfügung stehen, insofern wäre es eigentlich angebrachter gewesen, daß der Beginn einer seriös-objektiven, aber auch kritischen Auseinandersetzung schon vor zwanzig Jahren begonnen hätte. Insgesamt ist das Buch seriös recherchiert, flüßig geschrieben und gut lesbar. Trotz des Wohlwollens des Autors ist er nicht zum Hagiographen geworden. Sollte sich der Leser der Mühe unterziehen in einen fairen Dialog mit dem Autor zu treten, dann wir er eine nicht uninteressante Reise in die deutsche Filmwirtschaft und Traumfabrik erlebt haben.
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7 von 14 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
2.0 von 5 Sternen
Ausführliche, aber unreflektierte Lebensschilderung.,
Von Ein Kunde
Rezension bezieht sich auf: Veit Harlan: "Des Teufels Regisseur" (Broschiert)
Frank Noack hat viel Material gesammelt und breitet dieses gnadenlos vor dem Leser aus. Dabei erliegt er mehr als einmal der Faszination seines Objekts und ist immer angestrengt bemüht, Harlan vom Ruf des Nazi-Regiesseurs zu befreien.
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