Schon beim ersten Durchblättern, hätte ich am liebsten sofort los gekocht.
Bloss beim Lesen der Rezepte und anschauen der Bilder, kann ich mir genau vorstellen, wie es schmecken sollte.
Ich bin keine ambitionierte Hobbyköchin, sondern schlicht Vegetarierin.
Deshalb habe ich ein Kochbuch gesucht, das mich wegführt vom normalen vegetarischen Einheitsbrei. Das hab ich hier gefunden.
Ich finde, dieses Buch lebt von einer Geschmacksvielfältigkeit und den Aromen, die hier aufeinander treffen.
Allerdings sollte man schon eine Vorliebe für Gewürze haben.
Wer nur Salz und Pfeffer kennt und liebt, wird mit diesem Buch überfordert sein.
Manche Gewürze und Zutaten mögen exotisch anmuten, was sie aber bei näherer Betrachtung nicht wirklich sind.
z.B "Piment d'Espelette". Es wird auf den Einführungsseiten erklärt, was es ist und wie man es problemlos ersetzen kann.
(Abgesehen davon finde ich persönlich Chiliflocken nicht wirklich exotisch.)
"Chili ancho": siehe wieder Seite 10: leicht zu ersetzen durch 1/2 TL Cayennepfeffer, 1/4 TL gemahlenem Zimt und 1/4 TL Kakaopulver.
Harissa und Tahinipaste sind auch nicht wirklich fremd und in jedem türkischen Lebensmittelladen erhältlich.
Was gibt es noch "Ungewöhnliches"? Vielleicht Langpfeffer und Zimtblüten?!
Da ich ein Gewürzfan bin sind die bei mir in der Küche vorhanden, könnte man aber, mit ein bisschen Phantasie, durch normalen schwarzen frischgemahlenen Pfeffer und gemahlenen Zimt ersetzen (letzteres wird auch im Buch mehrfach erwähnt.)
Minzöl - gibt's in der Apotheke (wird erwähnt): wenn ich es nicht habe oder nicht kaufen will, ersetze es durch gehackte Minze, deswegen schmeckt das Rezept bzw. das Essen nicht schlechter.
Wie man Vanillesalz, Vanillepfeffer, Minzöl, orientalisches Würzöl etc. selbst herstellt wird auf den S. 186/187 erklärt.
Wer sich nicht extra Macadamianussöl besorgen möchte, könnte sicherlich auch ein anderes hochwertiges Öl nutzen.
Es werden oft Alternativen angegeben (z.B Muskatnuss statt Tonkabohnen oder in einem anderen Rezept satt dessen Vanillemark und Cayennepfeffer)
Zu Not ist man selbst ein bisschen kreativ. Ich denke nicht, dass man sich immer sklavisch ans Rezept halten muss.
Ich hab bisher ca die Hälfte aller Rezepte aus diesem Buch nachgekocht (alles sehr lecker, bisher kein Ausreißer dabei) und die einzige Zutat die für mich etwas schwieriger zu besorgen wäre, sind frische Kaffirlimettenblätter (sonst TK oder getrocknet im Asialaden) Aber da ich die nicht mag, kann ich sie auch getrost weglassen oder durch Limette und Ingwer oder Zitronengras ersetzen.
Diese Kochbuch ist jedenfalls innerhalb kürzester Zeit zu meinem beliebtesten Buch geworden und manchmal kann ich mich fast nicht entscheiden, ob ich ein weiteres Rezept ausprobieren soll oder ein bereits Erprobtes nochmal koche.