Bei diesem Buch handelt es sich um das bisher erste französisch-vegetarische Kochbuch in deutscher Sprache.
Die ersten 60 Seiten des Buches beschäftigen sich mit
- den verschiedenen Regionen Frankreichs (z.B. Normandie, Bretagne) und ihren Besonderheiten sowie den dort typischen und häufig verwendeten Zutaten/Speisen
- einer prägnanten Einführung in die französische Ess- und Tafelkultur
- dem Vegetarismus in Frankreich
- diversen französischen Käsesorten und deren Herstellung
- allg. häufig in der französischen Küche verwendeten Zutaten (z.B. Artischocken, Kräuter, diverse Algensorten)
Was den Käse betrifft, der in vielen Rezepten verwendet wird, empfehle ich, darauf zu achten, daß er kein Kälberlab (aus Enzymen des Kälbermagens gewonnen) enthält, sondern mikrobielles Lab (im Bioladen bzw. Biosupermarkt erhältlich, einfach nachfragen).
Der Hauptteil des Buches bietet auf über 140 Seiten, geordnet nach Kapiteln, Rezepte für kalte/warme Vorspeisen, Suppen/Eintöpfe, Saucen/Dips, Hauptgerichte, Überbackenes, Nachspeisen etc.
Die deutschen Rezeptnamen werden durch die jeweils französischen Namen ergänzt.
Viele Rezepte sind entweder aufwendig und/oder erfordern eine Vielzahl an Kräutern. Für Anfänger nur geeignet, wenn diese genug Geduld und Ausdauer mitbringen. Für Liebhaber und Experimentierfreudige hingegen eine Bereicherung.
Die Rezepte sind sehr schmackhaft, besonders gut fand ich die Lauch-Kartoffel-Suppe mit Apfel-Confit. Hätte vorher nie gedacht oder erwartet, daß die Kombination von Knoblauch und Apfel so vorzüglich schmecken würde.
Durch das Buch bekommt man einen sehr guten Einblick in die Vielfalt der gehobenen vegetarischen Küche Frankreichs.
Die Zutaten sind überall erhältlich, vom normalen (Bio-)Supermarkt bis hin zum Reformhaus.
Das Buch schließt mit 13 verschiedenen Menüvorschlägen, was ich sehr hilfreich und anregend finde.
Massiv gestört an dem Buch hat mich allerdings, daß (viele) Eier verwendet werden. So, als ob der "Mangel an Fleisch" durch ein "Übermaß an Eiern" ausgeglichen werden müßte. So ein Denken hat mich doch sehr erschreckt.
Ein Hinweis noch; das Buch beinhaltet keine Photos (wie keines der Kochbücher aus dem Pala-Verlag), nur ein paar S/W-Zeichnungen.
Vom ökologischen Gesichtspunkt aus betrachtet, ist das sehr vorbildlich. Ebenso wie die praktische Tatsache, dass die Seiten für Rezepte, statt für Hochglanzbilder genutzt werden.
Aber das ist eine Geschmacksfrage. Ich persönlich ziehe eben eine Vielfalt an Rezepten Hochglanzbildern vor. Allein schon deshalb, um mir eigene Vorstellungen beim Lesen des Rezepts zu machen.
Der Einband des Buches ist stabil, formschön und das Papier der Buchseiten (100 % Recyclingpapier) ist weder zu dick noch zu dünn.