...auch wenn es in Deutschland - trotz (manchmal etwas holpriger) Lokalisierung - fast übersehen wird. Ich beziehe mich hier ausschließlich auf die 64bit Version. Die Systemvorraussetzungen für Vegas Pro 11 schließen nun auch Windows XP aus (die 64bit Version hat ja nun nicht wirklich Spaß gemacht) - das ist auch bei anderen Herstellern nun Gang und Gäbe (als Beispiel sei nur WaveLab genannt) - und außerdem mach Videoschnitt nur auf Maschinen mit richtig viel Speicher und anständiger CPU Spaß (eine Apple Version gibt es nicht, auch keine Linux Variante)!
Üblicher Weise wird ja bei Videoschnittprogrammen gerne und häufig von AVID (Pinnacle), Adobe, Grass Valley, Magix & Co gesprochen. Das von Sony Creative Software hergestellte Programm "Sony Vegas Pro 11" geht hier in Deutschland gerne unter (weitere Programme aus dem Sony Portfolio sind Sound Forge Pro (für die Audio Bearbeitung), ACID Pro (Digital Audio Workstation) - von all diesen Programmen gibt es auch noch Konsumervarianten (und Testversionen!), auf die ich hier jedoch nicht eingehen werde). Das gleiche Problem hatte auch schon die Firma Sonic Foundry, der ursprünglichen Herstellerfirma von Programmen wie Sound Forge, ACID & Vegas Video. In den USA ist das Programm relativ populär und auch hierzulande gibt es eine nicht unerhebliche Userbasis. Interessant an Vegas ist, dass Vegas aus einem Audiobearbeitungsprogramm entstanden ist. Deshalb hat Vegas auch weitreichendere Audiobearbeitungspalette, die soweit bei anderen Programmen nicht zu finden ist. Teilweise gibt es sogar Tontechniker, die Ihre Audiotracks mit Vegas aufnehmen, bearbeiten, mischen und vieles mehr. Soweit dürfte keine andere andere Videoschnittsoftware mit Audiofunktionalität ausgerüstet sein: gleichzeitiges aufzeichnen und abspielen mehrerer Audiotakes, unbegrenzte Anzahl an Tracks, Konnektierung mit externen Steuerungsquellen möglich, mischen von Surround-Sound (5.1) (Dolby zertifiziert!) und vieles mehr.
Es handelt sich hierbei um eine professionelle Software, die allerhöchsten Ansprüchen genügt. Wer Assistenten und automatismen sucht, wird hier nicht fündig: mit Vegas hat man Einfluss auf alle Parameter und Ereignisse. Manchmal geht das dann doch zu weit, da auch so profane Dinge wie einen Filmvorspann selbst erzeugt werden müssen.
Die größte Neuerung der Version 11 zu den Vorgängerversionen (vielleicht sogar die Interessanteste) dürfte die GPU-Beschleunigung sein, um eine schnellere Videowiedergabe und ein schnelleres Rendering zu ermöglichen. Hierbei greifen die Entwickler auf die OpenCL Schnittstelle der aktuellen AMD/ATI und Nvidia Grafikkarten zu und ermöglich somit schnellere Rechenzeiten (bis zu Faktor 4 soll möglich sein). Mit meiner 1GB PowerColor HD6850 SCS3 erreiche ich um den Faktor 2,5 bessere Renderzeiten als vorher (den Grafikkartentyp vorher muss ich noch nachreichen) - zudem ist der PC somit Flüsterleise, auch wenn ich nicht die leistungsstärkste Grafikkarte mein eigen nenne.
Weitere Neuerungen (unter anderem):
- Neuer Titler dabei (NewBlue TitlerPro)
- Verbesserte Videostabilisierung
- Sync Link (hierbei ist das Handling bereits synchronisierter Audio-/Videodateien vereinfacht)
Zugegebener Maßen ist die Funktionsvielfalt schon erschlagend und extrem umfangreich (Multicamera, 5.1 Encoder, 4K Unterstützung, BluRay, VST Plug-In Support, 24bit/96kHz Audiounterstützung, Netzwerk Rendering, mehrMonitor Unterstützung, unbegrenztes Undo/Redo und vieles, vieles mehr) . Das macht den Aufwand zur Einarbeitung nicht gerade gering; ständig gibt es etwas Neues zu entdecken.
Empfehlen kann ich allerdings "nur" die 64bit Version - von der 32bittigen habe ich in der Vergangenheit nichts Gutes gehört. Allerdings, wer mit AVCHD Video herumhantiert (oder anderes hochauflösendes Material), der wäre mit den Speicherbegrenzungen innherhalb der 32 bit Software auch schnell am Ende. Mit der 64 bit Variante ist es kein Problem mehrere Stunden hochauflöendes Material ohne Abstürze oder andere Ärgernisse zu bearbeiten.
Ein Tip: Es gibt einen Upgrade Pfad für die Konsumer Version auf die Pro-Variante (http://www.sonycreativesoftware.com/buy/local/upgrades). Zudem - ganz wichtig - kann diese Version, ohne Zusatzkosten, auf allen eigenen Rechnern installiert werden (nur die GLEICHZEITIGE Nutzung ist nicht erlaubt).
Professionelle Plug-Ins gibt es wie Sand am Meer: BorisFX, NewBlue, Singular Software (Plural Eyes - für alle die eine Gesamttonspur haben und mehrere Kameras synchronisieren wollen) und noch so einige mehr.
Aufgrund des (fast) kompletten Gesamtpaket, gepaart mit hoher Stabilität und des vielen Möglichkeiten und der Verläßlichkeit der Software vergebe ich - trotz des Preises - 5 Sterne.
Wenn es interessiert, hier noch die Komponenten des Videoschnitt-PCs:
- Intel Extreme Series DP67BGB3 Sockel 1155 Desktop Mainboard (ATX, Intel P67, 4x DDR3 Speicher, 2x USB 3.0)
- Intel Core I7-2600 LGA1155 Desktop Prozessor boxed 8MB L2-Cache 3400MHz
- Kingston HyperX PC3-12800 Arbeitsspeicher 16 GB (DIMM 240-polig, 1600 MHz, 4x 4 GB) DDR3 RAM-Kit
- 1GB PowerColor HD6850 SCS3
- Intel X25-M SSDSA2MH160G2C1 160GB interne SSD Festplatte (6,4 cm (2,5 Zoll)) (gut nicht mehr die Neueste, aber immer noch Klasse - und vor allem: keine Probleme!)
- 2 x Dell U2410 61 cm (24 Zoll) TFT Monitor (VGA,DVI,HDMI, Kontrastverhältnis 80000:1, Reaktionszeit 6ms) schwarz