Als Nichtfreund von Sojamilch- und Tofu-Produkten ist es etwas komplizierter leckere und einfache Rezepte zu finden. Generell koche ich normale Gerichte und ersetze die tierischen Zutaten durch vegane Lebensmittel. Bei manchen Speisen fehlt dennoch das "Abgerundete". Da ich nicht gerne zu lange rumprobieren mag, war ich freudig überrascht, als ich dieses Kochbuch gefunden habe. Man lernt schließlich nie aus =)
Die Rezepte sind bunt gemischt, einfach und lecker. Kleine Tipps sind auch vorhanden. Bspw., dass man Soja-Joghurt abtropfen lassen kann, damit der Geschmack neutraler wird =) *heyjo* genau richtig. Die Speisen sind so gewählt, dass sie alltagstauglich(!) sind. Damit meine ich nicht unbedingt reine Hausmannskost, aber nicht wie bei Dr. O. & Co., wo häufig "edle Feinkostrezepte" mit Bildern vorgestellt werden, auf denen dann zwei Bohnen und ein Salatblatt mit der Überschrift "Delikater Bohnensalat a'la Schießmichtod" zu finden sind. Das kann man von diesem Kochbuch absolut nicht sagen.
Der Frage, warum manch ein Veganer tierisch auf Fleisch-Ersatz steht, kann ich nur mit einer Gegenfrage begegnen "Schon einmal rohes Fleisch probiert...bspw. einen Löffel ungewürztes Hackfleisch?" Ein Gericht ist schließlich das Endergebnis. Warum für Bolognese Fleisch verwenden, wenn die pflanzliche Variante identisch schmeckt? Ok, von diesen Gerichten sind weniger enthalten, als erhofft, aber das gleicht die bunte Abwechslung der Rezepte wieder aus.
Ein dickes PRO auch für die Wahl der Rezepte: 1. Die Zutaten sind nur selten exotischer Natur und dadurch einfach -auch ohne Bestellung, oder Reformhauseinkauf- zu beschaffen. 2. Es sind einige Grundrezepte enthalten oder ableitbar, die allesamt simpel nachzukochen sind. Im Gegensatz zum www, wo die abenteuerlichsten Rezepte kursieren, die viel zu aufwendig und später häufig nur schlecht genießbar sind. 3. Die Auswahl der Rezepte läßt einen Austausch der Zutaten zu. Man merkt auf jeden Fall, dass der Autor ein Sojafreak ist xD aber es ist kein Problem diese Zutaten durch Dinge wie Hafersahne, oder Seitan zu ersetzen.
Dass sich Björn Moschinski mit Vor- und Schlusswort in Szene setzt finde ich jetzt weniger "anstößig", zumal seine Kurzgeschichten etwas sehr friedliches an sich haben. Selbst Nicht-Veganer (Eltern, Lebensgefährte, fleischlüsterner Bekannter etc.) haben es mit Interesse gelesen, ohne sich direkt angegriffen zu fühlen =D und das ist eine wirkliche Kunst. Aus diesem Grund gefällt mir besonders, dass zu jedem Rezept ein Bild abgedruckt ist. Das Auge isst bekanntlich mit und die Gerichte sehen zum Schluss tatsächlich aus, wie abgebildet. Das ist selten. Man kann es so auch mal jemandem geben und sagen "such dir was zum Probieren aus" ^^
Also für meinen Teil kann ich mich nicht beschweren. Als reines Einsteigerkochbuch würde ich es nicht bezeichnen, zumal gerade die Hobbyköche, die genau zwischen Anfänger- und Meistergrad hängen, häufig die Einfachheit aus den Augen verloren haben ;) Darum durchaus brauchbar auch für so manchen fortgeschrittenen Gourmet. 'Vegan kochen für alle' folgt geradlinig dem Motto: In der Kürze liegt die Würze.
PS: Die Rezepte für den Süßkram sind besonders *hmmmmm*