Ich bin seit Erscheinen des Buches bereits in dessen Besitz, also ca. 1 Woche. Ich habe bereits Vegan for Fun im Regal, und als erstes fiel mir auf, dass Attilas Rezepte noch kreativer geworden sind, und nicht mehr so sojalastig, was ja am Vorgänger ab und an kritisiert wurde. Über Erfolge bzgl. der Challenge kann ich nichts sagen, denn dazu müsste ich sie erstmal machen :). Aber nun zum Buch:
der Textteil zu Beginn ist voll mit interessanten Infos und Fakten, ohne jemanden damit zu erschlagen. Attilas Worte sind ansprechend und motivierend, was ich immer am wichtigsten finde. Er schafft es, Begeisterung zu wecken. ich selbst ernähre mich seit 1,5 Jahren vegan, daher musste ich nicht mehr überzeugt werden, aber ich denke, dass jeder davon profitiert, auch wenn er/sie sich nicht zum 100%igen Veganertum entschließt. Vegan for Fit verkörpert eine ansteckende Leidenschaft, wie es nur wenige Kochbücher schaffen. Eine gute Idee finde ich das Beiheft der Challenger, die das Programm im Vorfeld 30 Tage lang getestet haben und in Auszügen nun darüber berichten. Zu keiner Zeit habe ich das Gefühl, dass die irgendetwas beschönigt oder dazu gedichtet wird. Die Erfahrungsberichte und Vorher/Nachher Fotos sind sehr authentisch, was man bereits seit vielen Monaten auf diversen Plattformen (z.B. Facebook) mitverfolgen konnte. Essen macht glücklich. Pflanzliches Essen noch viel glücklicher. Diese Message transportiert dieses Buch. Viele Rezepte sind so ansprechend, dass ich sie mir mühelos auf jedem Mittagstisch daheim, jedem Partybüffet und jeder Dinnerparty vorstellen kann. Und Eindruck macht man auf jeden Fall damit!!! Ein großes Plus: Attila verwendet hochwertigste Zutaten, deren Aromen wunderbar zusammenfließen. Warum ich nur 4 Sterne vergebe:
Beim Durchblättern der Rezepte erscheint bei mir sofort ein Bild vor meinem geistigen Auge: junge Leute, Singles oder maximal zu zweit lebend.
Alle Rezepte sind auch jeweils für 2 Personen ausgelegt. Das ist an sich nicht das Problem. Ich aber koche für eine 5-köpfige Famile, und da passiert sehr schnell eine gehörige preisliche Explosion, zumindest bei den von Attila verwendeten Zutaten. Ich weiß, ich weiß, ....wir Veganer sparen dafür an Fleisch. Auch rauche und trinke ich nicht, aber dennoch habe ich 15 Jahre Erfahrung als Hausfrau und Mutter, sowie 5 Jahre Erfahrung als vegetarisch kochende Mutter und immerhin 1,5 Jahre Erfahrung als vegan kochende Mutter. Ich kenne mich also schon aus mit Preisen, und wenn ich Pasta mit Mandelmussauce mache, sowie dieses Wochenende, bin ich bei 5 Personen Ruckzuck bei 300g Mandelmus, und das ist happig. Geht also nicht ganz so oft. Wenn ich über einen längeren Zeitraum Rezepte daraus probiert habe, werde ich meine Erfahrung ggf. nochmal korrigieren, aber im Moment stellt es sich für mich so dar. Es nutzt ja nichts, wenn ich mir eine der "Belohnungen" gönne, in welchen teure Kakaobutter, Agavendicksaft, echte Vanille etc... verarbeitet sind, und meinen Kindern dann den "Dreck" aus dem Discounter vorsetze. Dasselbe gilt für alle Rezepte mit den vergleichsweise teuren Beeren (Goji, Aronia,...) oder auch Tofu. Wenn man guten Tofu will, muss man schon etwas mehr ausgeben.
Was ich bis jetzt in einer Woche ausprobiert habe (und worauf sich diese Rezension fürs Erste stützt):
Pancakes mit Himbeereis, Tofu Rührei. Früchtebrot. Zucchini Spaghetti alla carbonara. Kokos Schokoriegel. Vegan For Fit Schoki aus den Resten der Schokolade von den Kokosriegeln und die Gemüselinsen (wiederum ein preiswertes Gericht). Heute mache ich noch einen Wochenvorrat Riegel. Man sieht, ich habe recht teuer eingekauft. Dazu kommt noch Hafer- Reis- und Sojamilch, die gesunden Pausenbrote für die Schule..... und was man sonst noch so essen muss.
Übrigens: die Rezepte sind trotz ihrer Hochwertigkeit alle sehr simpel und bei mir super gelungen!
Mein Fazit: viele Rezepte sind für mich nur als besondere Ausnahme möglich bzw. durch entsprechendes Abwandeln. Es ist natürlich immer eine Frage von Prioritäten. Diese sind für mich persönlich beim Essen sehr hoch angesiedelt, aber immer Bio und immer hochwertig bei einer großen Famile funktioniert dennoch nicht. Vielleicht ist es auch nicht so gemeint vom Autor, allerdings habe ich nicht den Eindruck, dass es ein Buch für "besondere Ausnahmen" sein soll, sondern eher für den täglichen Gebrauch. Daher mein Wunsch fürs nächste Buch: ein Extrateil, der mehr auf kinderreiche Familien eingeht, denn Kinder sind die Zukunft, und wenn wir sie an vegane Ernährung heranführen wollen, muss es auch leistbar sein. Man kann auch Schmackhaftes zubereiten ohne die vielen Extravaganzen
Der Preis des Buches ist natürlich auf den ersten Blick happig, aber jeden Cent wert. Wir geben soviel Geld für unnütze Dinge aus, da kann man ruhig mal in die eigene Gesundheit investieren. Unterm Strich ein gelungenes Werk mit tollen Fotos, vielen vielen Rezepten und Fitnesstipps, die wirklich für jeden machbar sind. Ein Schmuckstück im Regal und natürlich aufgeklappt neben der Arbeitsfläche! Ich denke, wir können von Herrn Hildmann noch viel erwarten!