Es muss ein wenig frustrierend für Van Morrison sein, dass nach so vielen grossartigen Platten noch immer seine erstes reguläres Soloalbum, das zurecht legendäre Astral Weeks (1968), oft als sein einziges Meisterwerk gilt, zumal diverse seiner anderen Alben dem Debut in Qualität kaum nachstehen. Am allerwenigsten Veedon Fleece, ein lyrisches Wunderwerk von Album, auf dem Morrisons keltische Seele aufblühte wie nur selten einmal. Um das zentrale 9-minütige You Don't Pull No Punches", in dem Morrison sich in einen jener tranceartigen Zustände singt, die kaum jemand anderer je zu erreichen scheint, gruppieren sich hier unvergessliche Nummern wie Linden Arden Stole The Highlights", Streets Of Arklow" oder das einstmals von This Mortal Coil denkwürdig gecoverte und herzzerreissend schöne Come Here My Love" zu einer Reise durch eine Seelenlandschaft, die niemand, der sie als stiller Passagier je durchquert hat, je vergessen kann und die auch Morrison selbst nicht mehr oft erforschte, am ehesten vielleicht in einigen langen Nummern auf dem ebenfalls gerade wiederveröffentlichten und traditionell unterschätzten Album Common One (1980).
Die neue, bereits 2., Remasterversion von Veedon Fleece bringt zwar nur für meine Ohren nur eine geringe Klangverbesserung, aber punktet mit exzellenten unveröffentlichten Alternativversionen von Twilight Zone" und Cul De Sac". Kaufen, hören und drin versinken!