Vittrad war das Folk-Album, Guds Spelemän ging in Richtung Metal, und Vedergällningen ist sozusagen die Elektronik-Scheibe (ohne irgendwas mit Techno zu tun zu haben). An der Art der Texte hat sich wenig geändert - wie immer geht es hauptsächlich um Mord, Intrigen und Magie. Aus der Reihe fallen da in erster Linie Euchari (nach Hildegard von Bingen) und Bläck (Tinte), ein wunderschönes schwedisches Liebesgedicht. Auch bei den anderen - heftigeren - Liedern wird das Happy-End zum Regelfall. Insgesamt ist der komplette Stil wesentlich weniger hart als auf Guds Spelemän - was man vom Albumtitel (Die Vergeltung) nicht unbedingt erahnen würde.
Die Übersetzungen sind übrigens schlimmer als bei den vorherigen Alben, es lohnt sich direkt, die schwedische Sprache zu erlernen. So wäre eine Zeile zum Beispiel direkt übersetzt "Sie verwandelte mich in einen Wolf, und sagte, dass ich in den Wald gehen müsse" - die gegebene Übersetzung lautet aber "...und sagte, dass ich fortan nur böses tun würde" (aus dem Titellied "Vedergällningen")
Wem die vorherigen Garmarna-Alben gefallen haben, wird von ihrem dritten Streich bestimmt nicht enttäuscht sein, auch wenn der Stilwechsel zu Beginn ungewohnt klingt. (Dies ist eine Amazon.de an der Uni-Studentenrezension.)