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Vatikan AG: Ein Geheimarchiv enthüllt die Wahrheit über die Finanz- und Politskandale der Kirche
 
 
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Vatikan AG: Ein Geheimarchiv enthüllt die Wahrheit über die Finanz- und Politskandale der Kirche [Gebundene Ausgabe]

Gianluigi Nuzzi , Friederike Hausmann , Petra Kaiser , Rita Seuß
4.2 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (23 Kundenrezensionen)
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Produktinformation


Produktbeschreibungen

Pressestimmen

"Teuflische Verhältnisse" --Süddeutsche Zeitung, 10. 4. 2010

"Einblick in die geheime Welt der Geldwäscher Gottes. Die plötzliche Abberufung von Vatikan-Bankchef Angelo Caloia durch Papst Benedikt XVI. lag zeitlich auffallend nah beim Erscheinungsdatum." --Der Standard, 25. 3. 10

"Das Buch Vatikan AG liest sich wie ein Verschwörungsroman von Dan Brown (Sakrileg). Es geht um Geld- und Machtgier und die Schwarzgelder von Mafiosi und korrupten Politikern bei der Vatikanbank." --Kurier, 25. 3. 10

"Eine unheilige Allianz mit der Mafia. Das Enthüllungsbuch des italienischen Journalisten Gianluigi Nuzzi liest sich wie ein Krimi." --Nürnberger Nachrichten, 27. 03. 10

"Die Geschichte des Buches ist genauso unglaublich, wie ihr explosiver Inhalt - beides hat das Format eines furiosen Wirtschaftskrimis." --bookmark, am 3. 4. 2010 auf 3sat

"Politiker-Schmiergelder, Mafiakonten - das klingt nach einer Verschwörungstheorie, aber ist offenbar das tägliche Geschäft der Vatikanbank. (...) Der Vatikan schweigt, das Buch verkauft sich rasend schnell." --Abendzeitung, 9. 4. 2010

Kurzbeschreibung

Die unerhörte Geschichte, die hier erzählt wird, stützt sich auf ein umfangreiches Geheimarchiv, das in der Schweiz lagerte und hier erstmals der Öffentlichkeit vorgestellt wird.
Viertausend geheime Dokumente des Heiligen Stuhls Briefe, vertrauliche Mitteilungen, Aktennotizen, Protokolle, Kontoauszüge und Buchungsbelege gewähren einen Blick hinter die Kulissen des vatikanischen Finanzsystems. Die Dokumente stammen aus dem Nachlass Monsignor Renato Dardozzis (1922 2003), bis Ende der neunziger Jahre einer der wichtigsten Mitarbeiter des IOR ( Institut für die Werke der Religion ), wie die Vatikanbank offiziell heißt.
Ende der achtziger Jahre schien mit dem Crash der Ambrosiano-Bank, der rätselhaften Ermordung Roberto Calvis und Michele Sindonas und dem Rückzug von Erzbischof Marcinkus aus der Leitung des IOR der Schlussstrich unter ein unrühmliches Kapitel der Vatikanbank gezogen. Aber dann so beweisen die Dokumente aus Dardozzis Archiv begann alles wieder von vorn. Seit 1992 entstand ein neues, noch raffinierteres System mit Nummernkonten, über die Hunderte Milliarden Lire verschoben wurden. Architekt dieses Netzwerks war Prälat Donato de Bonis, der neue Chef der Vatikanbank. Er legte Konten auf den Namen von Bankiers, Unternehmern und Spitzenpolitikern an, unter ihnen Omissis , der Codename Giulio Andreottis.
Auf diese Konten wurden Erlöse aus Staatspapieren eingezahlt, um schmutziges Geld zu waschen. Auch in den Mega-Korruptionsskandal Enimont war die Vatikanbank verwickelt. Sogar Gelder gläubiger Katholiken, die für heilige Messen bestimmt waren, wurden mit geschickten Manövern auf persönliche Konten transferiert.
Das IOR funktionierte wie eine Bank innerhalb der Bank, eine gigantische Geldwaschanlage mitten in Rom, die von der Mafia genutzt und skrupellos für politische Machenschaften eingesetzt wurde. Ein Steuerparadies, das allein der Gesetzgebung des Vatikans unterworfen war. Und das alles im Namen Gottes.

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Kundenrezensionen

Die hilfreichsten Kundenrezensionen
22 von 23 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Von Mario Pf. HALL OF FAME REZENSENT TOP 50 REZENSENT
Format:Gebundene Ausgabe
Seit den Skandalen um die Banco Ambrosiano und der Ermordung Robert Calvis sind die Aktivitäten der Vatikanbank Ziel von Spekulationen und Verschwörungstheorien gewesen. In VATIKAN AG lüftet Gianluigi Nuzzi nun den Schleier den die Kirchenführung über diese pikanten Affären gelegt hat. Möglich wird ihm dies durch zahlreiche beiseite geschaffte Originaldokumente Monsignore Renato Dardozzis, der selbst jahrelang in den höchsten Zirkeln der vatikanischen Finanzwelt dem Portfolio des Papstes gedient hat. Dank Dardozzis Dokumenten, die im vorliegenden Buch erstmals der Öffentlichkeit zugänglich gemacht wird es erstmals möglich sich ein akkurates Bild von jahrzehntelang verschwiegenen Transaktionen zu machen, die zwischen Korruption, Veruntreuung und Finanzierung des organisierten Verbrechens schwanken. Dass das Buch allerdings in der italienischen Öffentlichkeit totgeschwiegen wird, ist dem nach wie vor enormen innenpolitischen Gewicht der katholischen Nomenklatura in Italien anzurechnen. Dennoch hat es sich in zig Auflagen verkauft und durch Mundpropaganda einen enormen Bekanntheitsgrad erlangt, so dass sich auch die purpurtragenden Herren damit auseinandersetzen mussten und bereits einige Schritte in die richtige Richtung unternommen wurden.

Nuzzi will sein Buch allerdings nicht als Kritik an der gesamten katholischen Kirche und ihren Institutionen verstanden wissen, sondern nennt konkrete Personen und ihre Verfehlungen. In Zeiten wo "Kirchen-Bashing" den Absatz enorm fördert, wird das gerne übersehen. Auch dass die Vatikanbank im Unterschied zu ihren weltlichen Gegenstücken, vor allem dazu dient die Schatulle des Papstes zu füllen, um etwa wie Papst Johannes Paul II. Millionen in Projekte wie die Unterstützung der polnischen Solidarnosc zu pumpen. Aus moralischer Entrüstung also die Abschaffung der Vatikanbank zu fordern ist äußerst unüberlegt, geht es doch um die Verwendung von deren Geldern und die laxe moralische Haltung angesichts des Standards den der Vatikan und seine Institutionen gegenüber der Öffentlichkeit behaupten. Kommt noch hinzu dass Bücher über "Banken-Skandale" in wirtschaftlichen Depressionen explosive Lektüre sind, die gerne Emotionen überschwappen lassen. Das gemeinsam mit dem klar definierten italienischen Zielpublikum macht VATIKAN AG zu keiner allzu einfachen Lektüre für Nicht-Italiener, auch weil vielfach die Rede von Lire-Beträgen in Millionenhöhe ist, die man erst auf bedeutend geringere Euro-Beträge umrechnen sollte.

Denn gerade die innenpolitische Brisanz dieses Buches wird drastisch unterschätzt und war bereits in Curzio Malteses "SCHEIHEILIGE GESCHÄFTE: DIE FINANZEN DES VATIKAN" (Kunstmann 2009) absehbar. Denn Italien ist eben anders, hier hat die Kirche noch politische und mediale Einflussmöglichkeiten, die im übrigen Europa kaum mehr wahrgenommen werden. Während hierzulande ein Aufstand der Bischöfe gegen bestimmte Gesetze wenig aussichtsreich erscheint, in Italien können Regierungen daran zerbrechen. Daher folgt auch Nuzzi prinzipiell dem Grundsatz, es ist besser mit der Kirche Lösungen zu suchen, als ohne sie, denn ihre Macht wird sie so schnell nicht aufgeben. Bereits das Totschweigen von Nuzzis Buch aus dem Selbstschutzreflex der Kirchenführung bezeugt die hohe innenpolitische Macht des Vatikans, als Staat im Staat. Dessen ungeachtet hat VATIKAN AG durchaus bereits Impulse gefördert und es bleibt zu hoffen, dass es zu heilsamen Erneuerungen hinter den Mauern des Vatikan kommt.

Resümee:
Nicht ganz jener "Thriller" der einem versprochen wird, gerade weil die Zielgruppe eben eine italienische ist und man die zahllosen Lire-Beträge unumgerechnet serviert bekommt (1 Euro = 1936,27 Italienische Lira). Zudem ist das Werk nicht gerade überragend spannend geschrieben und das explosive Potential beschränkt sich auf einige kurz gehaltene Kapitel zur Korruption, Joint ventures mit der Mafia und Vereuntreuung. Der Rest, also die breite Masse der Seiten, ist eine höchst detailreiche Offenlegung "der Vatikanbank-Affären" unter Bischof Marcinkus, in deren Hintergründe Renato Dardozzi Einsicht hatte. So detailreich dass hier mit Namen, Beträgen und Geschehnissen um sich geworfen wird, dass einem schon schwindlig werden kann, wenn man sich nicht seit Jahren mit den geheimen Geschäften des Vatikans auseindergesetzt hat. Also ein Buch bei dem vorher genau wissen sollte, was man sich davon erwartet.
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35 von 38 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Von Dr. R. Manthey #1 HALL OF FAME REZENSENT TOP 10 REZENSENT
Format:Gebundene Ausgabe
Die Entstehungsgeschichte dieses Buches, das wochenlang die italienische Bestseller-Liste dominierte, liest sich wie ein Teil eines Thrillers. Renato Dardozzi (1922-2003) nahm über 20 Jahre lang an den geheimen Sitzungen der engsten päpstlichen Mitarbeiter teil, weil er in dieser Zeit eine leitende Position in der Verwaltung der Kirchenfinanzen innehatte. Offenbar lebte er in einem schweren Konflikt zwischen Treue und Gewissen, denn er schaffte in dieser Zeit umfangreiches Material beiseite, das die unglaublichen Machenschaften der Vatikanbank (IOR, Instituto per le Opere di Religione, dt.: Institut für die Werke der Religion) bewies. Er lagerte dieses Archiv im Keller eines Tessiner Bauernhauses und verfügte, dass es nach seinem Tode dem Autor dieses Buches zufallen solle. Dieser brachte es dann nach Italien zurück, schrieb im Geheimen und zeigte das Manuskript erst einige Tage vor der Veröffentlichung einem der Bosse des IOR, der daraufhin leichenblass wurde.

Der Autor wird nicht müde zu betonen, dass sich sein Buch nicht gegen den Heiligen Stuhl richtet, sondern gegen die Sünder in der Vatikanbank. Angesichts des Handelns von Paul VI., der Todesumstände von Johannes Paul I. und der folgenlosen Kenntnisse seines Nachfolgers über die Machenschaften des IOR, lässt sich der Heilige Stuhl jedoch nur schwer aus dem Geschehen heraushalten. Es ist Benedikt XVI. zu verdanken, dass ein klarer Schlussstrich gezogen wurde, für den dieses Buch der Anlass war. Insofern hat es der katholischen Kirche letztendlich genutzt.

Nachdem 1968 die Kapitalerträge des Vatikans wieder der Besteuerung durch den Italienischen Staat unterworfen wurden, hatte die Kirche auf einen Schlag eine Milliarde Euro (nach heutigem Wert) nachzubezahlen. Daraufhin beauftrage Paul VI. einen Geistlichen und einen der Mafia nahe stehenden Laien enorme Beträge ins rettende Ausland zu transferieren. Damit und mit einigen in diesem Zusammenhang stehenden Todesfällen beginnt das Buch. Wenig später erfahren wir, dass das IOR bis 1. Januar 2010 wie eine Offshore-Bank mitten in Europa gewirkt hatte. Sie war unkontrollierbar und stand außerhalb der Gesetze Italiens und der EU. Auf diese Weise konnten nicht nur fromme Spender, sondern auch merkwürdige Stiftungen, die es in Wirklichkeit gar nicht gab, Nummernkonten errichten, Geld in bar einzahlen und dann zum Beispiel in die Schweiz transferieren. Für eines dieser Konten war der mehrmalige italienische Regierungschef Andreotti zeichnungsberechtigt, dessen enge Beziehungen zur Mafia inzwischen kein Geheimnis mehr sind.

Darüber hinaus entwickelte der damalige Chef des IOR eine raffinierte doppelte Buchführung, die es gestattete, dass auch Gelder von Konten der Kirche zweckentfremdet nutzbar gemacht werden konnten. Schließlich wurde das IOR zu einer riesigen Geldwaschanlage für Schmiergelder im italienischen Politsumpf. Was bereits auf den ersten hundert Seiten dieses Buches zu lesen ist, steht in einem solch krassen Widerspruch zu den Moralpredigten der katholischen Kirche, dass man es kaum glauben will. Selbst als 1992 italienische Staatsanwälte der Geldwäsche auf die Spur kamen, blockierte der Vatikan die Ermittlungen in seiner Bank wo immer er konnte oder gab verzerrt nur so viel preis, wie nötig war. Andererseits führten die weltlichen Ermittlungen zu einem Machtkampf im Vatikan, der sich langsam wenigstens zugunsten einer inneren Aufarbeitung im IOR entschied.

Doch selbst als der Vatikan auch noch nach der Schmiergeldaffäre immer wieder durch das IOR und sein merkwürdiges Geschäftsgebaren in Schwierigkeiten kam, blieb er bei seiner Geheimniskrämerei nach außen. Über einige dieser Baustellen berichtet der Autor am Ende des ersten Teils des Buches. Dort erfahren wir auch, dass die Päpste einen großen Teil ihrer ihnen zur alleinigen Verfügung bereitgestellten Mittel aus den Gewinnen des IOR beziehen, über dessen Aktivitäten sie sehr wohl informiert werden. Jedenfalls war das unter Johannes Paul II. so.

Auf den letzten 50 Seiten widmet sich der Autor dann zwei Themen, die abseits des Geheimarchivs von Dardozzi liegen. Dabei geht es um den gescheiterten Versuch, nach 1992 eine neue große Partei der Mitte in Italien zu gründen und um die Dreiecksbeziehungen zwischen der sizilianischen Mafia, der Politik und dem IOR.

Fazit.
Wenn man dieses Buch gelesen hat, ist man entweder schockiert oder bekommt eine Bestätigung für seine Vermutungen. Die Vatikanbank IOR agierte bis wenigstens in die 1990er Jahre keineswegs wie eine Aktiengesellschaft, sondern wie eine Offshore-Bank. Denn im Unterschied zu einer öffentlichen AG ist eine Offshore-Bank eine Geldwaschanlage, die unkontrolliert im Geheimen arbeitet. Obendrein gab es in diesem Institut auch noch eine doppelte Buchführung, die es selbst den späteren vatikanischen Aufklärern erschwerte, den Transaktionen dieser Bank zu folgen. Das Buch ist relativ spannend geschrieben. Da der deutsche Leser jedoch nicht immer mit den innenpolitischen Gegebenheiten Italiens vertraut ist, hat er möglicherweise an manchen Stellen ein paar Schwierigkeiten, den geschilderten Abläufen und Figuren zu folgen. Dem Autor und seinem Buch ist es zu verdanken, dass die katholische Kirche als Institution einmal mehr gezwungen wurde, sich von ihrer mittelalterlichen Geheimniskrämerei zu lösen. Denn mit Botschaften der Bibel war das Wirken des IOR gewiss nicht zu vereinbaren.
War diese Rezension für Sie hilfreich?
86 von 97 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Format:Gebundene Ausgabe
Ein aufsehenerregendes Buch voller Fakten, die dokumentieren, mit welcher Scheinheiligkeit der Vatikan sein Glaubensimperium, das durch die aktuellen Missbrauchsenthüllungen ins Wanken gerät, diktatorisch regiert. Der bewundernswert mutige Autor Gianluigi Nuzzi hatte Zugang zu Tausenden von bisher unveröffentlichten Dokumenten des Heiligen Stuhls, die Licht in die Jahrzehnte langen Verdunklungsstrategien bringt und die Ströme von Schmiergeldern offenlegt, die durch die Vatikanbank IOR (Institut für die Werke der Religion) geschleust wurden. Es ist der unverhüllte Blick hinter die Kulissen eines kriminell betriebenen Finanzsystems der Heiligen Römischen Katholischen Kirche.
Ich selbst erinnere mich noch sehr gut an den Morgen des 18. Juni 1982 in London, wo ich damals nahezu wöchentlich war. Von der Blackfriars Bridge ("Brücke der schwarzen Mönche") herab baumelte ein korpulenter, kleiner Mann in eleganter Kleidung über der Themse. Um seinen Hals hing ein rötliches Seil. Die Polizei fand Ziegelsteine, Tausende Dollar und einen gefälschten Pass in den Taschen des Toten. Der italienische Konsul identifizierte ihn als Roberto Calvi, auch als der Bankier Gottes" bekannt. Der Präsident des Mailänder Geldinstituts Banco Ambrosiano alias die "Bank der Priester" hatte Selbstmord begangen - befanden die Polizei in London und die Justiz in Mailand. Doch nun urteilte ein Schwurgericht in Rom: Roberto Calvi wurde ermordet. Zugleich sprachen die Richter fünf Verdächtige aus Mangel an Beweisen frei. Eines der großen Rätsel Italiens bleibt vorerst ungelöst. Calvis Fall verbindet bis heute viele Mächte und Mysterien des Landes: die Hochfinanz, die Politik und die Mafia, die Geheimdienste, den geheimen Freimaurer-Verband "Loge Propaganda 2" und den Vatikan. Sie alle pflegten Kontakte zum Chef des Banco Ambrosiano, sie profitierten von ihm, und er profitierte von ihnen. Den Staatsanwälten zufolge soll Calvi Abermillionen der Cosa Nostra über sein Geldinstitut gewaschen haben. Mit der Vatikanbank IOR und deren damaligem Leiter, dem zwielichtigen amerikanischen Erzbischof Paul Casimir Marcinkus (1922 - 2006), betrieb er waghalsige Geschäfte in Italien und Lateinamerika. Wenn ich singe, stürzt der Vatikan ein", soll er vor seinem Tod gesagt haben. Politiker schmierte er kräftig, und die Mitgliedschaft in der Geheimloge bewirkte, dass seine eigenen Geschäfte lange wie geschmiert liefen. Dem Banco Ambrosiano kam das alles nicht zugute. Es ging kurz nach Calvis Tod in Konkurs. Es war die größte Bankenpleite der italienischen Geschichte.
Offensichtlich hatte der Bankier Gottes" Unsummen für eigene Zwecke abgezweigt. Als er 1982 in London abtauchte, stand ihm das Wasser längst bis zum Hals. Der Selbstmord an der Themse erschien da folgerichtig. Doch die Zweifel wollten nicht weichen. 1998 wurde Calvis Leiche exhumiert. Die Gerichtsmediziner befanden: Der Banker wurde erdrosselt und danach ein Selbstmord fingiert. Überläufer der Cosa Nostra sagten aus, die Mafia habe sich an Calvi gerächt, weil er ihr Geld schlecht und treulos verwaltet habe. Zudem habe der Mann einfach zu viel über die Machenschaften der Mächtigen gewusst.
Ende der achtziger Jahre schien mit dem Crash der Ambrosiano-Bank, der rätselhaften Ermordung Roberto Calvis und Michele Sindonas und dem Rückzug von Erzbischof Marcinkus aus der Leitung des IOR der Schlussstrich unter ein unrühmliches Kapitel der Vatikanbank gezogen. Marcinkus, ein enger Vertrauter von Papst Johannes Paul II., musste auf Druck der Regierung Italien verlassen und ging nach Sun City/Arizona, wo er den Rest seines mit Golfspielen verbrachte.
Man glaubte und hoffte, in der Finanzwelt des Vatikans sei wieder Ruhe und Ordnung eingekehrt. Das Buch "VATICANO S.p.A." erschien erstmals im Mai 2009 und kam für die Kirchenhierarchie wie ein Blitz aus heiterem Himmel. Von den Medien wurde es bewusst monatelang totgeschwiegen und dennoch wurden innerhalb von 6 Monaten 11 Auflagen gedruckt. Im Apostolischen Palast wurde über das brisante Buch gesprochen, aber niemand gab es zu, es gekauft zu haben. Die Kardinäle schickten ihre Pförtner in die Buchhandlungen, und viele trugen das Buch bei ihrer Rückkehr in den Vatikan in unauffälligen weißen Plastiktüten.
Nur eins von vielen Beispielen: unter dem Vorwand der Wohltätigkeit wurde im Steuerparadies der British Virgin Islands die "St. Francis of Assisi Foundation" gegründet, über die Milliardenbeträge ihren Weg in undurchsichtige Kanäle machten.
Die Kirche lebt von Reichtum und Glanz, viele ihrer Gläubigen in kaum zu beschreibender Armut. Der amtierende Papst Benedikt XVI. führt einen erkennbar aufwendigen und luxuriösen Lebensstil - Jesus würde das Kombinationsmodell aus abstrakt-metaphysischer Theologie und einem raffinierten, kriminell betriebenen Finanzsystem als Missbrauch seiner Frohen Botschaft aufs Schärfste verurteilen und die Kirchenfürsten fristlos entlassen.
Das Buch von Gianluigi Luzzi kommt zur rechten Zeit, wo in allen Bereichen des Lebens das Licht der Wahrheit die Dunkelheit zu durchdringen versucht. In seiner Bergpredigt sagte Jesus: "Ihr könnt nicht beiden dienen: Gott und dem Mammon!" (Matthäus 6, 24)

Roland R. Ropers
Religionsphilosoph & Publizist
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Veröffentlicht am 19. Mai 2010 von Hera Titan
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