Ich selbst bin Baujahr 1958 und meine Affinität für klassische Automobile liegt sicherlich auch darin begründet, daß die Autos der 50er & 60er einen Charme hatten, den man ihnen trotz aller techn. Entwicklungen in punkto Design und Sicherheit bis heute nicht absprechen kann.
Das Buch ist eine Zeitreise und zugleich eine Hommage an die Wirtschaftswunderzeit, in der Mobilät und unabhängiges Reisen auf dem eigenen Motorrad oder - wer es sich leisten konnte - im eigenem Auto angesagt waren.
Schon beim Betrachten der vielen zumeist in schwarz/weiß gehaltenen Fotos zeigt, daß die Autobauer dieser Zeit großen Wert auf Funktionalität im Einklang mit Individualität legten. Gewichtsersparnis, Spritverbrauch oder gar Sicherheit waren eher kein Thema und genau das macht die Fahrzeuge noch heute zu Hinguckern.
Viele von Ihnen - liebe Leser - werden sich nur noch wage an die beeindruckend große Anzahl unterschiedlichster deutscher Automobilhersteller erinnern, weil ein Großteil heute längst Geschichte ist.
DKW - Borgward - lloyd - Tempo - Trabant - Zündapp - Messerschmitt - NSU - Goggomobil - Wartburg - Moskwitsch - Fuldamobil Champion - Gutbrod werden mit ihren teils sehr eigenwillig futuristisch anmutenden Kreationen natürlich genauso dargestellt wie einige Modelle der heute noch existierenden Marken Audi, Porsche, BMW, Ford, Mercedes, Ford und Opel.
In Anbetracht der Marken - und Typenvielfalt darf man auf 63 Seiten natürlich keine technischen Details erwarten. Aber als kleine Zeitreise für erschwingliche EUR 6,95 ist das Buch allemal eine Empfehlung und ist daher auch als Geschenk bestens geeignet.
Hier noch ein paar Textzitate:
- Kniffe und Tücken des Holzvergasers
- weil die Isetta nur eine Fronttür besaß, gab es das Schiebedach als Notausstieg serienmäßig
- die Anschaffung eines Autos bedeutete, ein Ziel erreicht zu haben
- nach dem Anschalten des Radios heizten sich erst die Röhren auf
- ursprünglich war das Gefährt mit den drei Rädern für Beinamputierte gedacht
- Chrom symbolisierte die neue Zeit, den gerade erlangten Wohlstand
- in Vaters Käfer spielte ich immer wieder am Umschalthahn für Reserve
- der Milchmann kommt im DKW
- eine beeindruckende Vielfalt von elfenbeinfarbenen Schaltern am Amaturenbrett
- Schäden flickte man notfalls mit Leukoplast
- das kleine Wunder fährt schneller bergauf als andere runter
- dicke Chromleisten an der Front verleihen dem Olympia ein breit grinsendes Gesicht
- Generationen von (Klein)Kindern kletterten mit Vorliebe ins Kofferabteil hinter der Rücksitzbank und saßen dann fast direkt über dem Motor