Jasper lebt mit seinem Vater Marty (Moralist, Philosoph, Verrückter, Größenwahnsinniger, Träumer, ewig Suchender) in Sydney, Australien. Und es gibt noch Terry Dean, den Bruder von Marty. Terry ist der beliebteste Verbrecher Australiens und wird verehrt. Marty lebt in seinem Schatten, obwohl auch er Berühmtheit erlangt, allerdings eine zweifelhafte, als meistverachteter Wohltäter. Jasper erzählt von seinem Verhältnis zu seinem Vater, welches von einer Art Hassliebe und Verachtung geprägt ist. Aber auch Marty kommt zu Wort, erzählt von Jaspers Mutter und schildert Schlüsselsituationen im Leben von Jasper und Marty aus seiner Sicht.
Marty und Jasper Dean, Vater und Sohn, eine Begegnung der etwas anderen Art. Auch den weiteren Protagonisten des Romans fehlt es nicht an einer gewissen "Durchgeknalltheit". Es kann passieren, dass sich ein sympathischer Charakter kurzerhand ins genaue Gegenteil verkehrt. Steve Toltz bedient sich auch zum Teil sehr schräger Metaphern, die einem zunächst unpassend erscheinen, sich dann aber als Volltreffer entpuppen. Die Sprache von Toltz ist manchmal poetisch und philosophisch, manchmal anstrengend und nervend. Die Geschichte ist bedrückend und negativ, aber auch witzig. Er schafft skurrile Situationen, die oft an Schizophrenie nicht zu überbieten sind.
Was mir negativ aufgefallen ist, sind die vielen Druckfehler in der zweiten Hälfte des Buches.
800 Seiten geballte Familiengeschichte, die einen mitreißt. Manchmal kann man nicht mehr aufhören, aber es gab auch Momente, wo ich das Buch nur noch weglegen wollte, aber die waren selten. Jasper sagt am Anfang: "Meine Geschichte ist verdammt gut..." und ich muss sagen, das ist sie auch. Allerdings sollte man als Leser vielleicht auch ein bißchen verrückt sein.