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Vaterland
 
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Vaterland [Taschenbuch]

Robert Harris , Hanswilhelm Haefs
4.4 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (149 Kundenrezensionen)
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Produktinformation

  • Taschenbuch: 378 Seiten
  • Verlag: Heyne; Auflage: 2. (1. April 1994)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3453072057
  • ISBN-13: 978-3453072053
  • Größe und/oder Gewicht: 18,6 x 11,8 x 3 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 4.4 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (149 Kundenrezensionen)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 2.441 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)

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Robert Harris
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Produktbeschreibungen

Pressestimmen

"Harris versteht, gut und spannend zu schreiben. Es kommt alles vor: Verbrechen, Verschwörungen, Vertuschung, Irreführung, Gewalt und Liebe. Harris kann den Historiker nicht verleugnen - so würzt er seine Geschichte mit historischen Dokumenten." DIE ZEIT

Kurzbeschreibung

Hitler hat den Krieg gewonnen - Nazideutschland beherrscht ganz Europa. Das ist das Horrorszenario in Robert Harris' frivolem Politthriller.
«Harris versteht, gut und spannend zu schreiben. Es kommt alles vor: Verbrechen, Verschwörungen, Vertuschung, Irreführung, Gewalt und Liebe. Harris kann den Historiker nicht verleugnen - so würzt er seine Geschichte mit historischen Dokumenten.»
DIE ZEIT


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73 von 82 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Von weiser111
Format:Taschenbuch
Man malt sich die Welt lieber nicht allzu genau aus, in der Robert Harris seinen Krimi "Vaterland" ansiedelt: Hitler hat am Ende doch noch den Zweiten Weltkrieg gewonnen, das Deutsche Reich reicht bis zum Ural und in den Kaukasus, und die Teile Europas, die nicht von Deutschland besetzt sind, haben den Status von Satellitenstaaten. Nach Kriegsende wurden auch die unzähligen Beweise für den Holocaust vernichtet (nicht ganz allerdings, wie sich herausstellen soll), es existieren nur Gerüchte. Das Deutsche Reich ist ein Überwachungsstaat Orwell'scher Prägung. Ein Horrorszenario fürwahr, das man sich nicht vorstellen will. Und wenn das Grauen zum Alltag wird, arrangiert man sich eben mit dem Grauen, garniert es gar mit den biederen Requisiten des Spießertums. Schließlich gewöhnt sich der Mensch an alles... Diese Überlegung bildet die Atmosphäre, in der Robert Harris' einen Krimi ansiedelt:

Im April 1964 stehen die Staatsakte zu Führers 75. Geburtstag vor der Tür, und ein Besuch des amerikanischen Präsidenten Joseph (!) Kennedy steht an -- eine weitere Demutsgeste des freien Auslands.
Und nun wird die Leiche eines hochrangigen SS-Veteranen gefunden. Sturmbannführer März (im Original heißt er "March", was man durchaus auch mit "Marsch" hätte übersetzen können) von der Berliner Kripo ermittelt, ein ehemals wohlgelittener Kriegsveteran, der aber bei der Obrigkeit nicht allzu hoch angesehen ist, denn er gehört beileibe nicht zu den hundertzwanzig-prozentigen Parteigängern. Bald bemerkt März Unstimmigkeiten und Merkwürdiges bei seinen Ermittlungen, stößt auf eigenartige Zufälle, kommt mit der Gestapo ins Gehege. Und er trifft auf die amerikanische Journalistin Charlotte Maguire, deren Recherchen seine eigenen Ermittlungen mehr als ergänzen. Ihr fürchterlicher Verdacht bestätigt sich, als sie die Belege für eine historische Tatsache zutage fördern, die heute zum Schulwissen gehören: Dokumente über die Wannsee-Konferenz, in der europaweit der millionenfache Mord an den Juden beschlossen wurde.

Harris hat hier eine Negativ-Utopie mit vorsichtig-optimistischem Schluss in Form eines Krimis geschrieben, und das gewagte Vorhaben ist ihm gelungen. Bedrückend das Nazi-Berlin, das er dem Leser präsentiert; ein Berlin nach den Plänen von Albert Speer, monumental, seelenlos, menschenverachtend. Die Menschen, die hier leben, wirken buchstäblich erdrückt von ihrer totalitären Welt -- erdrückt, aber nicht gesichtslos. Harris hat es geschafft, vielen seiner Figuren ein unverkennbares Profil zu verleihen -- vielen, aber nicht allen. Manche, darunter leider auch Charlotte Maguire, sind etwas farblos geraten.

Auch historisch steht dieser Roman im Großen und Ganzen auf festem Boden, wenngleich Harris sich hier doch einige Schnitzer geleistet hat; dazu später.
Verblüffend gut getroffen hat der Autor die historischen Nazi-Größen aus dem In- und Ausland, die in "Vaterland" Wesentliches zur Handlung beitragen: Sei es der amerikanische Präsident Joseph Kennedy (der Vater von JFK), dessen antisemitische Haltung bekannt ist, oder der notorische Sadist Odilo Globocnik, und vor allem der Polizeichef Artur Nebe, hochintelligent und höchst zwielichtig. Ihre fiktiven Charaktere in Harris' Roman decken sich weitgehend mit dem Bild, das man sich anhand historischer Quellen von ihrem tatsächlichen Charakter machen kann.
Auch das präsumptive historische Umfeld hat Harris recht überzeugend konstruiert -- etwa den fortgesetzten Widerstand osteuropäischer Partisanen gegen die Besatzer, der wirkungsvoller ist, als es die deutsche Bevölkerung wissen darf, oder die brachialen Umsiedlungsprogramme, mit denen das noch brachialer entvölkerte Osteuropa besiedelt werden soll. Auch, dass man sich im Ausland mit einer solch monströsen Regierung arrangiert hat, wirkt glaubhaft.
Dennoch hat Harris an einigen Stellen in seiner Recherche geschlampt: Dass in einem endgültig konsolidierten europaweiten Nazireich die tschechische Automarke "Skoda" in tschechischer Schreibweise verbreitet sein könnte, kann nur einer annehmen, der außer Englisch keine Sprache beherrscht, sodass ihm das nicht auffallen kann. Aber das ist der harmloseste Schnitzer. Schwerer wiegt, dass Harris der Versuchung nicht widerstehen konnte, den Leser durch Spielereien zu verblüffen: So gibt es auch in diesem imaginären Europa 1964 eine Europäische Gemeinschaft (vorzustellen als Vereinigung der Satellitenstaaten, die auf den Befehl aus Berlin warten). Das kann man vielleicht noch akzeptieren. Aber dass diese Nazi-geführte EG -- nun kommt's -- aus exakt 12 Staaten besteht, beweist, dass Harris seine eigene fiktive, hinten im Buch abgedruckte Europakarte nicht genau angeguckt hat. Es sind nämlich 13, aber damit wäre natürlich der Effekt dahin. Und auch, dass Harris die deutsch-polnische Grenze von 1939 an die Oder-Neiße-Linie verlegt, zeugt nicht von stets akribischer Recherche. Tja -- und dann wundert man sich natürlich, woher die vielen Neusiedler im besetzten Osteuropa kommen sollen, und die 10 Millionen Berliner. So schnell kann sich die nationalsozialistische Familienpolitik ja doch nicht ausgewirkt haben.
Andererseits hat Harris die für seinen Roman relevanten historischen Fakten sehr genau recherchiert, sodass ich die erwähnten (und noch einige andere) Schnitzer nicht überbewerten will.

"Vaterland" ist ein beklemmender Krimi, und die Beklemmung (ein schwaches Wort hier) rührt nicht nur von der ungeheuerlichen Prämisse her, sondern fast noch mehr von der beklemmenden, überzeugend konstruierten Atmosphäre.
Beklemmend ist aber auch die Wahl des Sujets -- darf man aus dem Holocaust ein Krimi-Thema machen? Millionenfacher Mord als Sujet für Unterhaltungsliteratur? Wenn ich beim Lesen den Eindruck gehabt hätte, Harris habe eine beliebige Krimihandlung durch möglichst spektakuläre Versatzstücke aufpeppen wollen, dann würde ich diese Frage verneinen. Aber das kann man ihm nicht vorwerfen, und meinem Eindruck nach verharmlost er die Nazi-Diktatur auch nicht. Eher könnte ich mir vorstellen, dass aufgrund dieses Romans sich der ein oder andere Leser eingehender mit der deutschen Vergangenheit befasst, der das sonst nie getan hätte.
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14 von 16 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Format:Taschenbuch
Darauf gibt Harris mit seinem Roman "Vaterland" Antwort. Es ist ihm das Kunststück gelungen, einen überaus spannenden Krimiplot mit einem der dunkelsten Kapitel der jüngeren Geschichte, dem Holocaust, zu verbinden. Rahmengerüst seines Romanes sind eine historische Fiktion und eine geschichsphilosophische Spekulation. Die Fiktion: Hitler hat den Krieg gewonnen, Berlin ist die Hauptstadt des großdeutschen Reiches, das ganz Europa im Rahmen einer deutsch dominierten EU beherrscht. Albert Speer hat seine Monumentalbauten errichtet und Berlin mit der Großen Halle, der Siegesallee und dem Triumphbogen ein neues Gesicht gegeben. Die Spekulation: Trotz des Sieges, trotz Gleichschaltung, trotz ständiger Propaganda, trotz Indoktrination der Jugend lastet das ungeheure Verbrechen der Judenvernichtung über diesem nationalsozialistischen Staat und bedroht ihn innenpolitisch, in seiner moralischen Glaubwürdigkeit, aber auch außenpolitisch, in der gewünschten Entspannungsplolitik mit Amerika. Ich fürchte, Robert Harris hat hier zuviel Zutrauen in die Macht des moralischen Empfindens auf die Menschen wie auf die die Politik, aber das Szenario bleibt trotzdem glaubwürdig.

In diesem Rahmen ereigent sich nun ein Todesfall, den der Obersturmbannführer März aufzuklären hat. Rivaliäten zwischen den einzelnen Abteilungen des Polizeiapparates erschweren die Ermittlungsarbeit und treiben die Handlung voran. Was als Routineuntersuchung begonnen hat, führt März in die innersten Zentren des nationalsozialistischen Staates. März deckt auf, wie individuelle Vergehen und staatlich sanktionierte Verbrechen Hand in Hand gehen. Bis es zum großen Finale kommt, schlägt die Handlung mehrmals Haken, nimmt manche Wendung, bleibt aber immer nachvollziehbar und spannend. Die Darstellung des polizeilichen und ministreriellen Apparates der Nazidiktatur, der Behörden und der Archive sind integraler Bestandteil der Handlung. Viele biographische Details und zitierte Dokumente entstammen der Faktenwelt und sind geschickt in die Romanhandlung integriert.

Bleibt die Frage: Braucht es einen fiktionalen Krimi angesichts der Fülle von Fakten, von Anne Franks Tagebuch bis zu den Aufzeichnungen des Rudolf Höss, von den Eichmann Protokollen bis zu den Nürnberger Prozeßakten? Darauf läßt sich wohl nur sagen, daß Harris hier zunächst und zuerst einen spannenden Kriminalroma geschrieben hat, der auch jene erreicht, die eben die Primärquellen nicht lesen können oder wollen. Vielleicht animiert das den einen oder anderen auch zur intensiveren Auseinandersetzung. Kann man mehr verlangen?

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12 von 14 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Genial weitergeführt !!! 21. Januar 2004
Von Ein Kunde
Format:Taschenbuch
Haben wir uns nicht alle schon mal gefragt, was passiert wäre, wenn das nationalsozialistische Deutschland den 2. Weltkrieg gewonnen hätte?? Robert Harris hat eine Antwort darauf. Der Roman spielt im Jahre 1964. Hitler hat den Krieg gewonnen, Nazi-Deutschland beherrscht ganz Europa. Eine Woche vor Hitlers 75. Geburtstag wird eine Leiche von einem hohen Parteibonzen von dem Kripo-Fahnder Xavier März gefunden. Was sich anfangs nur um Kunstschmuggel- und handel dreht, entwickelt sich zu einem Alptraum führ die Hauptpersonen des Buches. Von Gestapo und SS gejagt, versucht Xaver März die Wahrheit und den Mörder zu finden. Doch nichts ist so wie es scheint. Was will die Gestapo vertuschen, warum ist Bühler nur das 1 Opfer ???

Mehr will ich auch gar nicht verraten, da dass Buch sehr spannend ist und ich diese Spannung nicht vorweg nehmen will. Was dieses Buch so reizvoll macht sind zum einen die glaubwürdigen und sehr gut erdachten Personen und zweitens das Nazi-Deutschland nach 1945. Wenn Hitler den Krieg gewonnen hätte, dann würde Deutschland so sein, wie e in diesem Buch dargestellt ist. Harris würzt sein Buch derart mit Fakten und Tatsachen, dass man nicht glauben kann, dass dieses Buch nur eine Geschichte ist, sondern die Welt in den 60er Jahren, was sie ja Gott sei Dank nicht geworden ist.

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man wird neidisch, dass man nicht so schreiben kann
Robert Harris war für uns bereits nach dem ersten Buch, was Bekannte und ich von ihm gelesen haben, eine wirkliche Offenbarung. Lesen Sie weiter...
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Vaterland
Der zweite Weltkrieg ist vorbei. Hitler hat sein Ziel erreicht.
Er hat gewonnen!
Jetzt beherrscht die NSDAP ganz Europa. Lesen Sie weiter...
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Vor 3 Monaten von Thomas BTF veröffentlicht
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Vor 3 Monaten von wimbo veröffentlicht
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