Im Abspann erklingt das aus dem Hitchcock-Klassiker "Der Mann, der zuviel wusste" bekannte Lied, gesungen von Doris Day und der Zuschauer versteht es als Fazit des gerade gesehenen Films, wenn zu hören ist: "Que sera, sera whatever will be, will be, the future's not ours to see." Es kommt hinzu, dass das Lied zu Beginn und am Ende ein Zwiegespräch zwischen Mutter und Tochter bzw. Kindern schildert.
Auch der Film "Der Vater meiner Kinder" legt vom Titel her schon den Blickwinkel der Mutter nahe. Der Betrachter lernt Sylvia in einer typischen Szene kennen: Sie telefoniert mit ihrem Mann, während sie mit den beiden jüngeren Töchtern das gemeinsame Abendessen vorbereitet. Ihr Mann, Gregoire Canvel, ist dem Kino ohne jede Frage verfallen und arbeitet als Filmproduzent, wo er geht und steht: Er telefoniert auf der Heimfahrt ins Wochendhaus und auch dort noch telefoniert er mit Sets, Sekretärin, Locationscouts, seinem Buchhalter und vielen anderen. Dann aber haben er und seine Frau endlich Zeit gemeinsam mit der ältesten Tochter, Clémence, den beiden Jüngeren, Valentine und Billie, bei ihrem Kindertheater zuzuschauen - nicht ohne dass Valentine ihrem Vater vorher befiehlt, das Mobiltelefon auszuschalten.
So ist "Der Vater meiner Kinder" zuallererst ein sehr berührender Familienfilm, der das Alltagsleben einer doch recht glücklichen (wenn auch nicht konfliktfreien) Gemeinschaft aus Vater, Mutter und drei Töchtern in wirtschaftlich guten Verhältnissen schildert. Zugleich ist es auch ein Film über die Menschen hinter den Kulissen der Filmwelt, über diejenigen, die sich für die Kunst bis zur Selbstaufgabe einsetzen. Hier kommentiert der Film auch in einigen Szenen die Unerbittlichkeit eines Wirtschaftssystems, welches die Kalkulation belohnt und die Inspiration letztlich bestraft. Denn Gregoire muss zwar auch auf den Profit seiner Filme achten, aber im Zweifel entscheidet er sich für die Kunst und schiebt auf diese Weise einen immer größeren Schuldenberg vor sich her, der ihn schließlich psychisch erdrückt. Er sieht sich als Gescheiterten ohne Ausweg. So handelt die zweite Hälfte des Films vom "Trotzdem" des Lebens. Obwohl wir nicht wissen, "what will be" muss es weitergehen, müssen Menschen füreinander da sein und müssen daran glauben, dass das Leben unendliche Möglichkeiten bietet. Wie es Doris Day dann singt: The future's not ours to see.
Ohne nennenswerte Extras enthält die DVD einen (auf seine Art) sehr sehenswerten, hervorragend inszenierten und gespielten Film über das Leben, die Liebe und die Unwägbarkeiten von beidem, der ein Muss für Freunde des französischen Kinos, aber auch empfehlenswert für alle an guten, authentischen Dramen Interessierte ist.