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Der Vater eines Mörders. Eine Schulgeschichte Sondereinband – 1982


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Produktinformation

  • Sondereinband: 144 Seiten
  • Verlag: Diogenes (1982)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3257204981
  • ISBN-13: 978-3257204988
  • Größe und/oder Gewicht: 18,1 x 11,1 x 1,5 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 4.4 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (10 Kundenrezensionen)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 278.557 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)

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Produktbeschreibungen

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Schulgeschichten -- wer denkt da nicht sofort an den Schöler Pfeiffer aus der Feuerzangenbowle, oder an Hansi Kraus mit seinem unbeschwerten Leben im Internat, zwischen Schlagermusik und schönen Mädchen. Alfred Andersch sicherlich nicht.

In der autobiographischen Erzählung Der Vater eines Mörders erlebt der junge Andersch eine schicksalhafte Schulstunde. Sein Schuldirektor, Vater des Reichsführers der SS Heinrich Himmler, nach Andersch der „größte Vernichter menschlichen Lebens", inspiziert überraschend den Griechischunterricht. Im Laufe dieser Schulstunde gerät auch Andersch in das Kreuzfeuer des alten Himmlers. Vor der gesamten Klasse werden nicht nur seine kaum vorhandenen Kenntnisse der griechischen Grammatik bis ins kleinste seziert und als der Schule unwürdig empfunden. Der auf seine humanistische Bildung stolze Rektor läßt es sich auch nicht nehmen, ihn als kleinbürgerlichen, faulen Versager zu diffamieren. Das Ende der Schulstunde ist auch gleichzeitig das Ende der schulischen Laufbahn von Alfred Andersch, der Schule verwiesen vom Vater eines Mörders.

„Wie will einer denn Schriftsteller werden, wenn er sich nicht für die Grammatik interessiert?", kommentiert der Rektor Anderschs Berufswunsch. Dessen Gesamtwerk beantwortet diese Frage auf eindrucksvolle Weise. Daß es ihm in seinen autobiographischen Erzählungen nicht nur um seine Person geht, sondern vielmehr um die herrschenden politischen und zeitgeschichtlichen Ereignisse, ist besonders eindringlich in diesem letzten Prosastück spürbar. Andersch sah das Schreiben immer als gesellschaftliches Engagement und so ist seine letzte Erzählung, die er todkrank zwischen Dialyse und Schreibtisch vollendete, ein historisches Dokument über die Stimmung in Deutschland kurz vor der Machtübernahme der Nationalsozialisten. Posthum hat uns Alfred Andersch mit Der Vater eines Mörders eine atmosphärisch dichte, bewegende und beklemmende Erzählung hinterlassen, die mit ihrer Darstellung von Autorität, Macht und Bestrafung zutiefst deutsch ist.

Wer seine eigene Schullaufbahn ähnlich abrupt wie Andersch beenden mußte und deshalb nicht in den Genuß dieses Meisterwerkes kam, dem sei es hier, zusammen mit der erfreulich guten Verfilmung mit Hans Korte als Schulrektor, wärmstens empfohlen. --Andreas Kerschner

Pressestimmen

"... Eine herausfordernd authentische Erzählung. Eine Schulgeschichte, die den Lesern noch immer etwas über sich selbst sagt. Weil sie etwas sagt darüber, wie es zu Hitler und Himmler kommen konnte." Heinrich Vormweg/Hessischer Rundfunk
"Eine persönliche Geschichte, die dennoch von unser aller Vergangenheit handelt, ein erzählerisch raffiniert gesteigertes Miniaturdrama auf engstem Raum und in kürzester Zeit, wird zur paradigmatischen Erzählung der autoritären Machtentfaltung und -ausübung eines `großen Schulmannes`." Wolfram Schütte/Lesezeichen
"Ein meisterhafter Text, ein konzentriertes, dramatisches, spannendes Prosa-Stück." Joachim Kaiser/Süddeutsche Zeitung, München

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Kundenrezensionen

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Die hilfreichsten Kundenrezensionen

13 von 14 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich Von Bernhard Nowak am 2. Oktober 2004
Format: Taschenbuch
Alfred Andersch hat in dieser autobiographischen Novelle das Ende seiner Schullaufbahn geschildert. Andersch, in der Erzählung Kien, wird im Mai 1928 in griechischer Grammatik geprüft - von seinem Direktor, dem Vater von Heinrich Himmler, dem späteren Reichsführer SS.
Dieses Buch besticht aufgrund von zwei Faktoren: zum einen schreibt Andersch einen glänzenden Stil. Ähnlich wie in Thorbergs: "Der Schüler Gerber" wird hier ein Schulalltag vorgeführt, der in Deutschland leider lange gang und gäbe gewesen ist. Schüler und Lehrer hatten kein kameradschaftliches Verhältnis, sondern obrigkeitsstaatliches Denken und Untertanenmentalität zeigen sich bereits in der Schule. Dem Direktor geht es nicht um Pädagogik, sondern er hat von Anfang an das Ziel, den ihm unbequemen Schüler von der Schule zu verweisen.
Der zweite Aspekt ist jedoch ein tiefergehender: dieser humanistisch gebildete, strenge Direktor ist Vater Heinrich Himmlers, eines bestialischen Massenmörders, der allerdings im Privaten, wenn man Joachim Fests Studie: "Das Gesicht des Dritten Reiches" folgt, im Privaten durch äußerste Pedanz und Spießigkeit aufgefallen ist. Wie kann - so fragte ich mich - ein Humanist einen solchen Sohn "zeugen"? Aber ist der Vater, der Direktor, ein Humanist? Nein, er ist - dies macht die Erzählung leider erschreckend deutlich - eigentlich ein Sadist, jemand, der mit Absicht den Schüler quält und diesen sein "Gesicht" verlieren lässt - insbesondere die Fragen nach den familiären Verhältnissen des Schülers machen dies deutlich.
Ich habe neben dem Buch den - hervorragenden - Film im Fernsehen gesehen. Selten hat mich ein Buch so gefesselt und "nicht mehr losgelassen".
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5 von 6 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich Von Afriendinatree am 15. August 2000
Format: Sondereinband
Alfred Andersch ist es gelungen dem Leser einen deutlichen Eindruck des Erziehungswesens im beginnenden zwanzigsten Jahrhundert zu vermitteln und dabei die Sicht eines vierzehnjährigen Schülers zu dokumentieren. Dabei schafft er es überzeugend die Sicht eines ziellosen Minderjährigen auf seinen Direktor und den sich entwickelnden, wenngleich schon weit verbreiteten, Nationalsozialismus zu dokumentieren. Als Vergleich zu dieser Erzählung könnte man den Roman "Der Schüler Gerber" von Friedrich Thorberg heranziehen, der es vermag eine noch bedrückendere Dichte, eines ähnlichen Stoffes, zu erzeugen. Beide Bücher sind zu empfehlen, da sie dem heutigen Leser einen kleinen Einblick in die Traditionen, Strömungen und Entwicklungen dieser Zeit und ihrer Erziehungsweisen geben, die sich fatal bedingen.
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Format: Gebundene Ausgabe
Die kurze Erzählung "Der Vater eines Mörders" von Alfred Andersch ist mitsamt ihrem Nachwort zu einer Ikone linksliberaler Kulturkritik, zu einem literarischen Kronzeugentext gegen den klassischen Humanismus geworden. Unter dem Klassischen Humanismus, der in der Erzählung immer nur kurz als Humanismus angesprochen wird, wird hier jener Humanismus verstanden, der aus der Beschäftigung mit den Texten und Sprachen der griechisch-römischen Antike entspringt. Er ist die hauptsächliche Grundlage unserer westlichen Kultur.

Zunächst handelt die autobiographische Skizze einfach nur davon, wie der Schulrektor Himmler, der Vater des späteren Reichsführers SS Heinrich Himmler, zwei Schüler in einer Griechisch-Stunde vor versammelter Klasse auf autoritäre Weise demütigt und schließlich des Gymnasiums verweist. Einer davon war Alfred Andersch. Wie die Erzählung zeigt, beschränkt sich der Humanismus von Vater Himmler offenbar darauf, auf der griechischen Grammatik herumzureiten. Andersch nennt ihn eine "alte, abgespielte und verkratzte Sokrates-Platte", doch das ist schon zuviel gesagt, denn Vater Himmler äußert sich ausschließlich zu griechischer Grammatik und Lautlehre, mit keinem Wort aber zu den Gedanken des Sokrates. Andersch berichtet, dass es kein Wunder sei, dass sich der Sohn Heinrich Himmler von diesem Vater abgewendet und einer anderen weltanschaulichen Orientierung zugewendet hatte. Am Ende erfährt man, dass Schulrektor Himmler Alfred Andersch vermutlich gerade deshalb von der Schule verwies, weil der Vater von Andersch mit dem abtrünnigen Sohn von Himmler politisch verbunden war.
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3 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich Von Leitwolf am 6. Juli 2006
Format: Sondereinband Verifizierter Kauf
Zunächst ist der Inhalt dieser Erzählung denkbar banal: eine Griechischstunde an einem Münchener Gymnasium Ende der 1920er Jahre. Allerdings schafft es der Autor auf gekonnte Art und Weise aus der Perspektive seines Alteregos Franz Kien eine unterhaltsame und durchaus informative Geschichte zu erzählen. So erfährt man einiges über den aus heutiger Sicht erschreckenden Schulalltag vor nun fast 80 Jahren und bekommt in vielen Nuancen die gesellschaftlichen Verhältnisse jener Zeit nähergebracht.

Eine der Hauptfragen, die der Autor jedoch bewusst offen lässt ist, wie sich aus dem Sohn des Leiters eines humanistischen Gymnasiums einer der schlimmsten Verbrecher des 20. Jahrhunderts entwickeln konnte.

Sicherlich, die Art und Weise der Erzählung dürfte nicht jedermanns Sache sein, der Autor verwendet einen äußerst parataktischen Satzbau und da man das Geschehen alleine aus der Sicht Franz Kiens erzählt bekommt finden sich auch teilweise viele dialektische Einflüsse und Unkorrektheiten in der Sprache. So hat es Franz nicht sonderlich mit Genitiven, er benutzt lieber ein "dem sein" anstatt "dessen", was mich persönlich aber nicht sonderlich stört, da die Erzählung auf diese Weise an Authentizität gewinnt. Auch ergeht sich der Autor gerne in relativ langen beschreibenden Passagen, die aber ebenfalls stark zu der sehr guten Atmosphäre beitragen.

Da man das Buch im Normalfall in 2-3 Stunden durch hat, ist es die ideale Lektüre für einen Nachmittag bzw. Abend.
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