Alexej, Medizinstudent auf einer Militär-Hochschule, bewohnt mit seinem Vater eine Dachwohnung über St. Petersburg. Soviel zur Handlung!
Ins Bild kommen zwei stöhnend ineinander verwickelte Männerkörper. Homoerotik? Nein, ein Vater, der versucht, seinen erwachsenen Sohn aus einem Alptraum zu wecken. Der Junge träumt, er stünde allein in einer Landschaft. Der Vater fragt: „Bin ich bei dir?“ Der Sohn: „Nein.“
Am Ende wird der Vater träumen und der Sohn dieselbe Frage stellen und dieselbe Antwort hören.
Wir werden mit hineingenommen in das Verhältnis einer melancholischen Symbiose. Immer wieder ist davon die Rede (wenn überhaupt geredet wird), daß eine Trennung bevorsteht, aber es deutet nichts darauf hin, daß sich tatsächlich etwas bewegen wird. Das macht aber das Melancholische aus: Schön ist's so, aber auch irgendwie komisch und deswegen vermutlich nicht auf Dauer.
Einen Refrain gibt es, den Satz, den erst der Vater, dann der Sohn spricht: „Ein liebender Vater kreuzigt. Ein liebender Sohn läßt sich kreuzigen.“ Spielt er an auf den unerklärt bleibenden Hintergrund wahrscheinlich des Afghanistan-Krieges? Wer opfert hier oder bestraft? Wer läßt sich opfern, wer bestrafen? Ist die Symbiose Ergebnis eines Ereignisses in der Vergangenheit? Verweigert der Vater dem Sohn das Leben?
Ein Film, der einen in seinen atmosphärischen Bann zieht, der das überzeugende Bild einer engen und gleichzeitig ambivalenten Vater-Sohn-Beziehung malt, für den nicht nicht-russischen Betrachter zumindest aber auch viele Fragen offenläßt. Wieder ein Film als Ereignis, weniger als Aussage. Für den, der damit etwas anfangen kann, durchaus sehenswert.