...wenn man ihn wirklich gebraucht hat." So beginnt Till Endemann seinen -Vater Morgana- mit der Erzählstimme von Lutz Stielike(Christian Ulmen). Lutz wird uns im Verlauf des Films noch einiges aus seiner Vergangenheit erzählen. Sein Vater Walter(Michael Gwisdek) kommt dabei nicht ein einziges Mal gut weg...
Lutz ist Sicherheitsbeamter. Er versieht seine Arbeit im Büro des Chefs Guenther(Heinz Hoenig). Guenthers Tochter Annette(Felicitas Woll) ist mit Lutz zusammen. Während Annette als Hauptkommissarin bei der Polizei arbeitet, ist Lutz damals von der Polizeischule geflogen, weil sein Vater ihm wieder mal einen Strich durch die Rechnung gemacht hat. Aber egal...jetzt will Lutz Annette heiraten. Einen Ring hat er schon gekauft und die anstehende Betriebsfeier scheint der ideale Background für einen Antrag zu sein. Leider kommt etwas dazwischen. Was? Natürlich Walter Stielike! Der taucht, nachdem er Jarhezehnte verschwunden war, plötzlich wieder in Lutz Leben auf. Walter hat Alzheimer und er will seinen Sohn noch einmal sehen, ehe er alles vergisst. Aber Walter wäre nicht Walter, wenn er dabei nicht Lutz Leben komplett umkrempelt. So findet sich Lutz ziemlich schnell als verdächtiger Täter für einen Raubüberfall im Gefängnis wieder, ist dann auf der Flucht, um seine Unschuld zu beweisen, und verliert Annette fast an den übereifrigen Polizisten Lothar(Marc Hosemann). Mittelpunkt des Chaos ist Walter; und der will doch eigentlich nur, dass Lutz ihn liebt...
-Vater Morgana- beginnt ein wenig ruckelnd und holprig. Till Endemann braucht eine halbe Stunde, bis der Plot läuft. Ab da läuft er dann jedoch wirklich gut. Der Film überzeugt vor allem durch gute Schauspieler. Michael Gwisdek, Christian Ulmen, Marc Hosemann und Felicitas Woll spielen ihre Charaktere glaubhaft, komisch und überzeugend. Endemann, der schon einige Filmpreise eingeheimst hat, bringt seine Story ziemlich kreativ, auf eine Art und Weise zu Ende, die man so nicht jeden Tag im deutschen Film sieht.
Ich gehe davon aus, dass -Vater Morgana- nicht gleich zu einem Meilenstein im deutschen Filmgeschäft werden wird. Der Film wird jedoch ganz sicher seine Anhänger finden. Er unterhält, ist gut gemacht und stark besetzt. Zur Filmmusik hat vor allem der junge Hamburger Musiker Wellbad einige Songs beigesteuert. Die passen hervorragend zu den bewegten Bildern.