Gebraucht kaufen
Gebraucht - Sehr gut Informationen anzeigen
Preis: EUR 2,95

oder
Loggen Sie sich ein, um 1-Click® einzuschalten.
 
   
Möchten Sie verkaufen? Hier verkaufen
Vater Mensch
 
 
Den Verlag informieren!
Ich möchte dieses Buch auf dem Kindle lesen.

Sie haben keinen Kindle? Hier kaufen oder eine gratis Kindle Lese-App herunterladen.

Vater Mensch [Gebundene Ausgabe]

Nuruddin Farah


Erhältlich bei diesen Anbietern.


‹  Zurück zur Artikelübersicht

Produktbeschreibungen

Perlentaucher.de

Buchnotiz zu : Frankfurter Allgemeine Zeitung, 15.10.2002
Die Auseinandersetzung mit der islamischen Kultur und Religion hat Konjunktur. Martin Halter ist nach Lektüre der Romane "Tochter Frau" und "Vater Mensch" von Nuruddin Farah der Meinung, dass man sich bei ihm über die Wurzeln und Opfer des fundamentalistischen Terrors in islamischen Gesellschaften weit besser informieren kann als bei "unseren Scholl-Latours", selbst wenn die beiden Romane fast zwanzig Jahre alt sind und erst jetzt - aus aktuellem Anlass - einen Verlag gefunden haben. Mit "Bruder Zwilling", im Vorjahr erschienen, liegt nun Farahs Trilogie aus den achtziger Jahren komplett vor.
Auch in dem Roman "Vater Mensch" spielt der aus Somalia stammende Autor - laut Martin Halter seit längerem übrigens als Anwärter auf den Literaturnobelpreis gehandelt - politische Fragen "im Binnenraum der Familie" durch. Wo hört der gerechte Krieg auf, wann schlägt er in Prinzipienreiterei und Terrorismus um - diese Fragen plagen den Protagonisten dieses Romans, der noch zur Generation der Kolonialkriegskämpfer gehört. Weil er die blinde Wut und den Fanatismus seines Sohnes nicht nachvollziehen kann, gerät er in Loyalitätskonflikte. Obwohl Farah westliche Vorbilder wie Joyce oder Brecht zitiert, ist er ganz der mündlichen Erzähltradition verhaftet, charakterisiert Halter Farahs Schreibweise. Sein synkretistischer Stil speise sich ebenso aus einer animistischen Weltanschauung, somalischen Märchen, arabischer Lyrik wie der Literatur der Europäer. Leider werde die Übersetzung diesem blumigen, reichen Stil nicht gerecht, sondern komme häufig hölzern daher. Darüber hinaus vermisst Halter ein Glossar. Doch trotz dieser Kritikpunkte möchte er Farahs Romane allen ans Herz legen.

© Perlentaucher Medien GmbH

Kurzbeschreibung

Wie sich die islamische Tradition gegen den allumfassenden Terror einer despotischen Regierung in Anspruch nehmen lässt, zeigt Nuruddin Farah in der Gestalt eines Patriarchen, der kein Tyrann ist. Mit seinem Protagonisten Deeriye gelingt ihm eine einfühlsame, komplexe Darstellung eines Charakters, der die widerspruchsvolle Geschichte und Kultur seines Landes glaubwürdig in sich verkörpert. Ein Erzählwerk, das genaue politische Analyse, moralische Integrität und literarische Ausdruckskraft glänzend miteinander verbindet.Deeriye, die Hauptfigur in VATER MENSCH, ist ein Held des somalischen Widerstandes, der während der italienischen Kolonialherrschaft viele Jahre im Gefängnis verbringen musste. Inzwischen ist er alt und krank und lebt zurückgezogen im Haus seines Sohnes Mursal, eines Juraprofessors, und dessen amerikanischer Ehefrau. Mursal wird zur intellektuell treibenden Kraft einer kleinen oppositionellen Gruppe im Untergrund. Aber als die Aktionen der Verschwörer scheitern und Mursal durch die Hände der Sicherheitskräfte des Generals stirbt, entschließt sich Deeriye, der sein Leben lang Gewalt verabscheut hat, die Gerechtigkeit in eigene Hände zu nehmen. Er riskiert ein verzweifeltes Attentat auf den General... Mit VATER MENSCH hat Farah seine Trilogie Variationen über das Thema einer afrikanischen Diktatur abgeschlossen. Sein Werk ist ein aufwühlender Appell gegen die Gewalt, eine fesselnde Darstellung der widerspruchsvollen Geschichte und Kultur Somalias und zeigt eindrucksvoll, wi e das Wesen der Diktatur die menschlichen Beziehungen bis in die tiefsten Verästelungen hinein beschädigt und vergiftet.

Über den Autor

Nuruddin Farah, 1945 in Somalia geboren, hat sich immer wieder gegen politische Repression gewandt. In seinem Heimatland fand er deshalb wenig Achtung. Das Barre-Regime verhängte über ihn das Todesurteil, zwang ihn zu Flucht und Exil. Farah lebt seitdem vorwiegend in afrikanischen Ländern, war Hochschullehrer in Nigeria, Gambia, Sudan und Uganda. Er hat Kurzgeschichten, Drehbücher und sechs Romane geschrieben, die in 17 verschiedene Sprachen übersetzt worden sind.
‹  Zurück zur Artikelübersicht