50 von 51 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Eine wunderbare Erzählung von Erwachen und Scheitern, 10. Januar 2003
Nicht nur gut sondern hervorragend!
Die Geschichte eines Mannes (Vatel) der sich ganz auf seine meisterhaften Fähigkeiten zurückgezogen hat, und durch die Begegnung mit einer Frau, die ihm, "der sich von der Freundlichkeit zurückgezogen hatte, Freundlichkeit erweist" wieder den Gefühlen offen wird.
Dabei verliebt er sich nicht nur, sondern wird verletzlich einer Umwelt gegenüber, die einen Mann seiner niederen Herkunft gegenüber keine wirkliche Wertschätzung erweisen kann. Damit ist sein Scheitern vorprogrammiert.
Gérard Depardieu (Vatel) erwacht aus seinem Schneckenhaus mit alles Zeichen der Verwirrung und des Zögerns, welches diesem Thema angemessen ist. Uma Thurman (Anne de Montausier) verknallt sich nicht einfach sondern wagt diese Liebe schrittweise. Und beide scheitern (oder doch nicht?) großartig.
Die DVD ist technisch hervorragend. Das Bild ist scharf, klar und hell. Der Ton für ein DolbyDigitalverfahren sehr musikalisch (wichtig bei der großen Anzahl von barocken Musikstücken). Etwas kurz kommen nur die Boni. Zwar nett gemacht und ausnahmsweise wirklich aussagekräftig, nur bei so einem großen Film wäre ich auf etwas mehr neugierig gewesen.
Zusammengefaßt: Großes Kino in jeder Beziehung! Die Ausstattung, die Musik, die Feuerwerke, die Feste ... alles prächtig und schön und dabei gleichzeitig nur Hintergrund für eine wunderbare weil zutiefst menschliche Erzählung.
Tu dir einen Gefallen und leiste dir diesen Film ;-)
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15 von 15 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Für den König "ein lockeres, zwangloses Fest" auf dem Land ausrichten...., 23. Januar 2009
Roland Joffe, durch "Killing Fields" und "Mission" einst Liebling der US-Filmkritik, realisierte im Jahre 2000 den üppigen Historienfilm "Vatel", ein 38 Millionen Dollar teures Spektakel um den grenzenlosen Überfluss zur Zeit des Sonnenkönigs, natürlich mit den dazugehörigen höfischen Intrigen. Eine Atmosphäre der Anmassung, Betrug, Lust, Geld und Manipulation, am Ende aber steht Besinnung.
Dieses Fest fürs Auge eröffnete ausser Konkurrenz die Filmfestspiele in Cannes und sah sich vor allem in den USA schlechten Kritiken ausgesetzt. In Europa war man gnädiger, immerhin wurde dort die visuelle Stärke des Films hochgelobt.
Die Geschichte beruht auf einer wahren Begebenheit, Joffe erzählt das Schicksal Vatels in historischer Überlieferung mit der Katastrophe vom zu spät gelieferten Fisch, fügt allerdings eine weitere Komponente dazu. Im Jahre 1671 lädt der inzwischen überschuldete Prinz de Conde (Julian Glover), einst gefeierter Soldat der Nation, den Sonnenkönig Louis XIV. (Julian Sands) auf sein Schloss Chantilly ein, wo er durch extravagante Festivitäten dem Souverän imponieren will, natürlich nicht ohne an den Eigennutz zu denken: Eine tragende Rolle im aufkommenden Krieg mit Holland und auch die Geldbörse will gefüllt sein, noch dazu weil diverse Gläubiger vor der Tür stehen. Zu diesem Zweck setzt der Schlossherr seinen besten Mann den Kämmerer Vatel (Gerard Depardieu) als Joker ein:
Der zu seiner Zeit berühmte Küchenmeister hat sich durch Perfektionswahn und Ideenreichtum zum unentbehrlichen Gestalter höfischer Feierlichkeiten hochgearbeitet. Für jeden Tag des Besuchs ersinnt er einmalige Veranstaltungen, für jedes drohende Desaster, also für unvorhesehene Probleme beim Realisieren des Spektakels, muss er eine passende Lösung als Alternative haben.
Vatel trat um das Jahr 1667 in den Dienst des Prinzen von Conde ein und war als Küchenmeister nicht nur für das Gelingen der kulinarischen Zubereitung zuständig, sondern auch für deren Präsentation und Darbietung. Dazu gehörten neben den üblichen Schaudarbietungen und exquisiten Kulissenbauten für die themenbezogenen Mahlzeiten auch Feuerwerk und selbst Theaterdarbietungen.
Historisch verbürgt ist seine Prunk- und Prachtküche des Jahres 1661, damals arbeitete er für Fouquet, den damals reichsten Mann Frankreichs. Einer der Programmpunkte, die Vatel auswählte, war die Uraufführung von Molières Stück "Les Facheux". Sein Ruf war also schon im Vorab legendär...
Der zu Besuch kommende Herrscher hat natürlich einen grossen Teil des Hofstaats mit im Gepäck: die Königin, mehreren Mätressen, seinen nach jungen Knaben gierenden Bruder, sein bösartiger machtvoller Sekrätär Marquis de Lauzun (Tim Roth) und die schöne Anne de Montausier (Uma Thurman), die während der 3 Tage andauernden dekadenten Festlichkeiten gleich von 3 Männern begehrt werden wird.
Mir gefiel der Film sehr gut, Depardieu ist für mich in seinen Historienfilmen fürs Kino ein Garant für auserlesene Qualität. Sei es nun in der Rolle des Cyrano de Bergerac, als Danton, als Bauer Martin Guerre oder hier als Gourmetmeister Vatel.
Viele Kritiker haben sein Schauspiel kritisiert, weil er neben all den anderen Figuren seltsam blass und unscheinbar wirke. Ich sehe dieses Understatement und bescheidene Spiel gerade als grossen Vorzug die Diskrepanz zwischen pompösen Adel und dienendem Volk in all den erlesenen Bildern eindrücklich darzustellen.
Noch dazu ist der Film mit seinen 99 Minuten kurzweilig, er hätte gerne noch etwas länger dauern dürfen.
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19 von 23 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
4.0 von 5 Sternen
Feuer und Wasser und Musik und Tanz und Essen, 1. März 2005
Der Film ist ein großes buntes Bild aus Wasser, Feuer, Essen, Tanz, Spiel, Musik, Leben und Genuss. Und doch ist dieses Fest der Sinne nur der Vordergrund. Denn erzählt wird die Geschichte des Haushofmeisters, der all dies schuf, als Fest für Ludwig den 14.. Vatel (Gerard Depardieu in einer sehr passenden Rolle) ist Haushofmeister bei einem Grafen, dem er treu ergeben ist. Als eines Tages der Besuch des Sonnenkönigs angekündigt wird, gibt Vatel alles, was in seiner Macht steht, um das Fest großartig zu gestalten, immerhin hängt für seinen Herrn viel davon ab, wie es dem König gefällt am kleinen Hofe.
Die kleinen Nöte der Organisation, die kleinen Geschichten hinter der Bühne, die Küchen, die Höfe, die Gärten, von all dem wird erzählt. Aber auch von der Enttäuschung eines treu Ergebenen, der plötzlich erkennen muss, dass er für seinen Herrn nur ein Spielzeug ist.
Ein bunter Film mit einem dennoch tragischen Ende, ein Feuerwerk aller Sinne, einfach unvergesslich in der fast schlaraffenland-ähnlichen Anhäufung unwahrscheinlichster Geräusche, Essensplatten, Gartenbeleuchtungen und in der realistischen Darstellung des mondänen Lebens am Hofe des Louis 14..
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