"A gripping Whodunnit", "A Simon Serailler crime novel", so steht es auf dem Cover. Beides ist grob irreführend.
Unter einem Whodunnit versteht man einen Krimi, in dem die Lösung aufgrund von Hinweisen im Buch (zumindest theoretisch!) durch den Leser selbst erfolgen kann. Die "Haunts of Men" sind vielleicht ein Thriller, spannend ist es teilweise (daher 2 Sterne), aber der "Plot" ist superdünn: Der Leser weiß 50 Seiten vor Ende, wer der Mörder ist, weil es ihm schlicht mitgeteilt wird (Hinweise gibt's keine), die Polizei braucht noch 40 Seiten und eine befriedigende psychologische Erklärung wird gar nicht gegeben. (Auf dem Deckblatt wird Ruth Rendell zitiert: "The result is stunning". Klar, daß sie überrascht war, wenn der Mörder einfach so aus dem Hut gezogen wird.
Simon Serailler bleibt blaß, als "Ermittler" tritt er praktisch gar nicht in Erscheinung, lediglich als Vorgesetzter und Anhimmlungsobjekt der Polizistin Freya, die einzige Person in diesem Buch (von über 500 Seiten!), die einigermaßen "auscharakterisiert" ist.
Gute Krimis - Inspector Morse, fast alle Agatha Christies ... - sind außerdem ein bißchen selbstironisch, witzig, intelligent. Ms Hill wollte anscheinend ein Buch über alternative Heilmethoden (das ist eigentlich das Thema des Buches!) schreiben und dachte, es verkauft sich besser, wenn es als Start einer "Krimi-Reihe" annonciert ist.