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keine Situation im bizarren Alltag, die Hofstätter nicht zu einem Vergleich mit einem berühmten Werk aus der Kunstgeschichte inspirierte. Prompt fallen ihm Tizian und Francis Bacon ein, die als Kampfhunde den Plastinator Edgar in Stücke reißen. So wird aus Hofstätters Körperkonservierung am Ende zwar nichts, aber Evelyn Grill, 63, entwirft in lapidarem Ton und drastischen Bildern souverän die Szenenfolge eines Lebens, das die Wirklichkeit nur in künstlerischer Bearbeitung gelten lässt. Ein erfrischend kühnes Buch.
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3.0 von 5 Sternen
enttäuscht,
Von
Rezension bezieht sich auf: Vanitas. Oder Hofstätters Begierden (Gebundene Ausgabe)
Nachdem ich Grills Roman "Schöne Künste" gelesen hatte, war ich ganz begeistert und wollte mehr von ihr lesen. "Vanitas" stellt allerdings an den Leser entschieden höhere Anforderungen, als der vorgenannte Roman. Ich wünschte mir oft, ein Studium in Kunstgeschichte absolviert zu haben, um das Werk angemessen würdigen zu können.Hofstätter verabscheut die Vergänglichkeit des Lebendigen und sucht im Alltagsgeschehen nach Entsprechungen in der unvergänglichen Kunst. Er empfindet sein Leben als verfehlt, da er, ein Anbeter der Schönheit, mit einer alten, ihn beherrschenden Frau geschlagen ist.Die Handlung gestaltet sich recht bizarr, man muß Frau Grills Fantasie bewundern, die das Ganze auf hohem sprachlichen Niveau zu Papier brachte. Befremdendend fand ich, daß die mannigfaltigen Altersangaben der Protagonisten nicht stimmig sind. So wird etwa mitgeteilt, daß Olga, seine Frau 45 Jahre zählte, als sie Mutter wurde, der Sohn aktuell 30 Jahre zählt, was ein Alter Olgas von 75 Jahren ergibt, andererseits wird berichtet, sie sei 10 Jahre jünger, als ihre 90jährige Freundin. Solche "Schlampereien" finde ich ärgerlich. Mein Fazit: "Vanitas" ist ein intelligent geschriebener, ungewöhnlicher Roman, durchaus lesenswert, aber nicht ganz so mühelos zu genießen, wie "Schöne Künste". Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen
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