"Fluchtpunkt San Francisco" erzählt die Geschichte um Kowalski (gespielt von Barry Newman), der sich mit der Überführung von Autos über Wasser hält. Zu Beginn des Films hat er zwar gerade erst eine strapaziöse Überführung hinter sich gebracht, will aber, trotz massiver Proteste seines Brötchengebers, nach einer kurzen Katzenwäsche und 'ner Cola.sofort wieder aufbrechen. Kurz darauf sitzt er auch schon am Steuer eines 1970er Dodge Challenger R/T, einem hochgetrimmten Wagen der langsam ausklingenden Musclecar-Ära. Während er sich bei einem Kumpel noch schnell Aufputschmittel besorgen will, läßt er sich auf die waghalsige Wette ein den Wagen innerhalb von 15 Stunden von Denver nach Frisco zu bringen, ein schier unmögliches Unterfangen.
Jetzt beginnt ein gnadenloser Kampf gegen die Zeit und die Ordnungshüter, deren Zorn er schon nach kurzer Zeit heraufbeschwört . . .
Was nach einem einfachen Actionfilm klingt ist in Wirklichkeit viel mehr. Kowalski "fährt" nicht nur einen aussichtslosen Kampf gegen die Uhr. Er führt außerdem einen Kampf gegen sich selbst und seine gescheiterte Existenz. Sein Leben, welches der Film bruchstückhaft in kurzen Rückblenden erzählt, ist alles andere als perfekt gelaufen. Vielleicht liegt gerade hier der Grund für die Sinnlosigkeit seiner Fahrt. Wenn man bedenkt, daß der Wettgegenstand nur ein bißchen Speed ist und dann mit ansieht, welchen Gefahren und welchem Stress sich Kowalski aussetzt, wird einem ganz schnell klar, daß er jemand ist, der nie aufgibt, egal wie aussichtslos seine Situation ist. Trotz aller seiner Anstrengungen kommt auch für Kowalski der Zeitpunkt an dem ihm klar wird, daß dieser Trip kein gutes Ende nehmen wird. Was ihn jedoch nicht davon abhält weiter zu fahren, immer weiter . . .
Abgesehen davon, daß ich den Dodge Challenger unheimlich geil finde, besticht "Fluchtpunkt San Francisco" durch die den ganzen Film über andauernde Verfolgungsjagd und die damit einhergehenden Landschaftsaufnahmen. Der Soundtrack ist zwar etwas countrylastig, aber trotzdem gut. Unabhängig davon, daß Kowalski sich den ganzen Film über nur von Amphetaminen zu ernähren scheint (woraufhin die FSK den Film als drogenverherrlichend eingestuft hat), finde ich die Altersfreigabe etwas übertrieben. Eine Freigabe ab 16 Jahren wäre auch in Ordnung gegangen.