Ich sammle seit Jahren Olympia-Bücher und so war es für mich selbstverständlich, mir auch von den Spielen in Vancouver ein Nachschlagewerk zu besorgen.
Für das Buch von Kristin Otto und Heinz Florian Oertel habe ich mich entschieden, weil ich bereits zwei Bände aus dieser Reihe besitze und bislang recht zufrieden damit war.
Nachdem ich mir "Vancouver 2010" nun angesehen habe, möchte ich kurz meine Eindrücke des Buches wiedergeben.
Positives:
- umfangreiches Bildmaterial
- alle deutschen Medaillengewinner werden nach Medaillen geordnet mit je einem Bild von der Siegerehrung gewürdigt
- überwiegend informative und gut geschriebene Textbeiträge
- viel Statistik
- Infos zum Gastgeberland und zum Fackellauf sind mit enthalten
- Textbeitrag zur dt. Olympiabewerbung für München 2018
- enthält auch 10 Seiten reichlich bebilderte Olympia-Geschichte (für mich als langjährigen Sammler von Olympia-Büchern zwar nicht unbedingt notwendig, für andere sicher interessant)
Negatives:
- Im Olympiatagebuch von Volker Kluge sind die dt. Erfolge an manchen Tagen erwähnt, dann wieder nicht - eine einheitliche Linie mit täglichem Statement zum Team Germany wäre ratsamer gewesen.
- Der Textbeitrag zum Langlaufen von Jens Jörg Rieck ist eine etwas holprige Angelegenheit. Er springt mal vor und mal zurück und es fällt schwer, dem Ganzen zu folgen. Eine chronologische Aufzählung der Entscheidungen wäre eindeutig vorteilhafter. Zudem ist auf Seite 60 oben auch noch die Bildbeschreibung total falsch.
- Die Statistik über die Ergebnisse ist reichlich klein gedruckt und dicht gedrängt. Für die eingestreuten Bilder reichte es platzmäßig nicht einmal zu einer Beschreibung. Zwei bis drei Seiten mehr hätten hier für wesentlich bessere Übersicht gesorgt.
- Beschämend finde ich die Auflistung der teilnehmenden deutschen Sportler. In
einer derart knappen, klein gedruckten, schmucklosen Form habe ich das noch nicht oft gesehen. Da gab's in anderen Olympia-Büchern schon wesentlich gefälligere Präsentationen, beispielsweise auch mit Bildern von allen dt. Teilnehmern. Besonders entwürdigend fand ich, dass die Erwähnung der Sportler, Trainer und Betreuer sich optisch in keiner Weise von der Vorstellung der in Vancouver vertretenen Fotografen, Techniker, Rundfund- und Fernsehteams unterscheidet.
Fazit:
Ingesamt ein sehr gutes Nachschlagewerk, das aber auch Verbesserungspotenzial enthält. Vielleicht sollten sich Herausgeber und Verlag 2012 das nächste Mal einige Tage mehr Zeit gönnen, bevor sie das Olympia-Buch auf den Markt bringen, dann gibts auch 5 Sterne. So reicht's nur für 4.