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Zum ersten Mal hat Lynn sämtliche Songs eines Albums selbst geschrieben und ihre Texte sind schonungslos wie immer. Das bittere "Family Tree" handelt von einer Frau, die zusammen mit ihren Kindern die Geliebte des Ehemanns aufsucht, "the woman that's burning down our family tree". Durchweg gekonnt verarbeitet Lynn bewährte Honky-Tonk-Themen wie Untreue, zerrüttete Beziehungen, Alkohol und Gewalt. Selbst das fatalistisch religiöse "God Makes No Mistakes" wirkt bei ihr glaubhaft. Jack Whites meist schlichte und atmosphärische Produktion umfasst ein Spektrum von eher traditionellen Country-Arrangements bis hin zu waschechtem White-Stripes-Sound, wobei sich die meisten Tracks irgendwo dazwischen bewegen.
White hat dem gesamten Album seinen persönlichen Stempel aufgedrückt und singt sogar die packende One-Night-Stand-Geschichte "Portland, Oregon" mit Lynn im Duett. Letztere wirkt auch mit siebzig noch hundertprozentig engagiert; ihr Gesang ist stellenweise ausdrucksstark wie selten zuvor. Ein Jahrzehnt zuvor gelang es Johnny Cash, seine Karriere wiederzubeleben, indem er mit dem Rock- und Rap-Produzenten Rick Rubin zusammenarbeitete. Jack White hat Loretta Lynn nun den gleichen Dienst erwiesen, einer weiteren Country-Legende, deren Musik Anhängern des modernen Country-Pop einfach zu kantig und ehrlich ist. Van Lear Rose übertrifft alle Erwartungen -- ein mutiges und außergewöhnliches Gemeinschaftswerk zweier Künstler aus verschiedenen musikalischen Welten, das keiner von beiden alleine zu Stande gebracht hätte.
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Und wie einst bei Rick Rubin und Johnny Cash scheint hierbei eine "Magie" entstanden zu sein, die ähnlich fruchtbar ist.
Die von Jack White in einer Mischung aus reduziertem WS- Sound und Cold Mountain-Feeling produzierten Songs überzeugen nicht zuletzt durch die fast durchgehend guten Kompositionen von Loretta Lynn.
Highlight ist eine Zusammenarbeit der beiden, die im Duett "Portland Oregon" endet. Neben diesem Song gehören der Titelsong, High on a Mountain Top, Have Mercy und Mrs. Leroy Brown zu den herausragenden Stücken.
Fazit: Jack kann auch verdammt gut produzieren und Loretta Lynn ist auch mit 70 Jahren um Längen besser als viele Möchtegernstars. Ehrlich: Das ist schon jetzt einer der TOP 10 LP's 2004!
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