Aus der Amazon.de-Redaktion
Die Geschichte des Films zeigt den legendären Vampirjäger Van Helsing (Hugh Jackman) im Kampf gegen Dracula (der wunderbar überzogene Richad Roxburgh), dessen blutsaugende Bräute und den Werwolf (Will Kemp). Diese zweistündige Aneinanderreihung außergewöhnlicher Spezialeffekte (insgesamt 980) verwandelt Sommers' simple Handlung in ein Dankeschön an die Computeranimateure, die dafür sicher Unmengen an Überstunden machen durften. Van Helsing will -- zusammen mit einer transsylvanischen Prinzessin (Kate Beckinsale) und Frankensteins Monster (Shuler Hensley) -- Dracula daran hindern, seine fledermausflügeligen Nachkommen aufzuziehen, und es gibt dabei so viel humorvolle Action, dass man bis zum Beginn des zehnminütigen Abspanns garantiert zugleich begeistert und erschlagen sein wird.
Der Film ist laut, primitiv, angefüllt mit einer Neuauflage alter Horrorlegenden und ist für süchtige Computerspieler und Achtjährige angelegt, aber dieser kolossale Monstermix (bei dem -- nur so nebenbei -- auch noch Mr. Hyde mitspielt) wird niemals Langeweile aufkommen lassen. Das Ganze schreit nach einer Fortsetzung. --Jeff Shannon
Movieman.de
Moviemans Kommentar zur DVD: Bild- und tontechnisch begeisternd.
Bild: Die Optik rangiert erwartungsgemäß auf Hochglanz-Parkett: Gnadenlos ist die Schärfe in den komplett animierten Sequenzen (00:08:00, Schwenk über Stadt), etwas weniger konturiert wirken dann die Real-Szenen, die halt nicht ganz den vollständig künstlichen Standards entsprechen (01:20:35, Ball-Szene). Auch dunkle Szenen bleiben komplett stabil (00.51.15, Fahrt durch Labor). Die Farben sind sehr stimmig getimet und das Rauschen ist weitestgehend reduziert.
Ton: Die Kulisse ist ausgezeichnet animiert. Jedes Geräusch liefert eine perfekte direktionale Entsprechung auf der Tonspur und an Dynamik mangelt es dem Bombast-Sound, der immerhin auch mit Alan Silvestris Brachial-Musik klarkommen muß, auch nicht. Feine Geräusche (Geschirr der Pferde, 00.48.00) werden genauso begeisternd gezeicnnet wie Mamut-Action-Szenen (00.11.30, Kampf mit Riesenmensch). Insgesamt klar, transparent und kraftvoll.
Extras: Sehr umfangreiche Extras, die etwa 150 Minuten Material liefern. Die Kommentare rekurieren zu sehr auf die Effekte, aber viel mehr hat der Film ja auch nicht zu bieten. Sehenswert sind die Dokus über die verschiedenen Settings, etwa das komplett real erbaute Dorf. Natürlich werden in anderen Kurzdokus ausgiebig die Effekte gewürdigt, aber ist das auf Dauer nicht etwas ermüdend? --movieman.de
VideoMarkt
Video.de
Blickpunkt: Film
Sommers ist seit 'Die Mumie' und deren Fortsetzung Universals Ausgrabungs- und Reanimierungsspezialist und damit prädestiniert, weitere Ikonen des Studios für die Kids wiederzubeleben. Wie stark Universal an diesen CGI-Recycler glaubt, zeigen das enorme Budget (vermutete 150 Mio. Dollar), das bereits vorbereitete TV-Spin-off 'Transsilvania' und auch die Maßnahme, dass die Geldgeber das aufwändige Set in Prag nicht zerstören ließen. Ausstattung und Architektur, die menschliches Handwerk mit digitaler Deko kreuzt, sind häufig eindrucksvoll, auch wenn die Harmonie von künstlich und natürlich, wie sie exemplarisch etwa in der 'Ring'-Trilogie verwirklicht wurde, nicht erreicht wird. Dem tragischen Grundton der Vorbilder, gequälte Wandler zwischen Leben und Tod, Mensch und Bestie, erweist der Film Reverenz, doch kein Herz klopft wirklich in dieser nicht nur milieubedingt seelenlosen Geschichte, die das Horrormuseum mit einem Sturm vom Staub befreien will.
Mit einer schönen Überblendung von der brennenden Universalkugel zur Fackel des transsilvanischen Mobs, der Frankenstein und seine Kreatur auslöschen will, schlägt der Film die Brücke zwischen Verbeugung und Veränderung. Neu ist der Held, der nur dem Namen nach an Bram Stokers Seniorenmodell erinnert. Van Helsing, gespielt von 'X-Man' Hugh Jackman, ist eine in schwarzes Leder gepresste Kampfmaschine, die in Paris amüsant eingeführt wird, als sie den notorischen Persönlichkeitsspalter Mr. Hyde zur Erstnatur zurückführt. Im Auftrag einer katholischen Geheimorganisation in Rom und in Begleitung eines Mönchs, der als comic relief für atmosphärische Entspannung zuständig ist, reist Van Helsing nach Transsilvanien. Dort plant Graf Dracula eine dramatische Machterweiterung durch elektrisierende Reanimierung seiner untoten Nachwuchsbrut, bei der ihm Werwölfe und Frankensteins Monster als Elektrizitätsleiter dienen sollen. Aus nicht nur anatomischen Gründen versucht er auch beharrlich, eine rebellische Zigeuneraristokratin (Kate Beckinsale) in sein Schloss zu entführen, die sich mit Van Helsing verbündet hat.
Während manche Dialoge, Nachdenklichkeitspausen und ein himmlisches Finale durchaus Heiterkeit in die osteuropäische Milieu-Tristesse bringen, stürzen sich beide Parteien nahezu pausenlos in die Schlacht um Transsilvanien, in der Draculas übermütige Bräute als fliegende, nahezu unzerstörbare Kampfeinheit eine zentrale Rolle spielen. Erwartet werden dürfen mehrere spektakuläre Luftattacken auf ein Dorf, diverse Konfrontationen mit Werwölfen, eine Kutschenjagd vor drohendem Abgrund, eine opulente Ballszene mit Trapezeinlage und einige theatralische Auftritte des frustrierten Grafen, der stinksauer schon einmal die Wände hochgeht. Es wird entführt, attackiert, mutiert, krepiert, zitiert und kopiert, bis Action den Platzbedarf von Anspruch überflüssig gemacht hat. Wer sich mitreißen lässt, vergnügt sich, ohne einen Gedanken opfern zu müssen. Wer sich dagegen stemmt, muss sich zumindest eingestehen, dass mit einem 'Monster' zwar Respekt, mit vielen aber ein Vermögen verdient werden kann. kob.