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Van Gogh, der Selbstmörder durch die Gesellschaft
 
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Van Gogh, der Selbstmörder durch die Gesellschaft [Broschiert]

Antonin Artaud , Bernd Mattheus
5.0 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (2 Kundenrezensionen)
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Produktinformation

  • Broschiert: 105 Seiten
  • Verlag: Matthes & Seitz Berlin; Auflage: 1., Aufl. (Februar 2009)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3882216468
  • ISBN-13: 978-3882216462
  • Größe und/oder Gewicht: 18,2 x 9,8 x 1,2 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 5.0 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (2 Kundenrezensionen)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 406.786 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)

Mehr über den Autor

Antonin Artaud
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Produktbeschreibungen

Pressestimmen

„Den Text (...) sollten sie immer und immer wieder lesen. Man wird ihn immer neu entdecken. So gesehen, die ideale Droge.“ --Guido Rohm, Glanz und Elend, 24. Februar 2009

Kurzbeschreibung

Antonin Artaud nähert sich Vincent van Gogh, dem Künstler und dem Menschen, in dieser legendären Schrift mit dem Mittel der Einfühlung, entdeckt in ihm sein Alter ego und gibt ihm die Würde zurück, die ihm eine verständnislose Gesellschaft raubte. »Denn ein Geisteskranker ist ein Mensch, den die Gesellschaft nicht hören wollte und den sie daran hindern wollte, unerträgliche Wahrheiten zu äußern.«

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Die hilfreichsten Kundenrezensionen
10 von 11 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Tödliche Lebenskunst 12. November 2004
Format:Gebundene Ausgabe
Man darf wohl sagen, dass jeder Text Artauds, egal wovon er handelt, immer auch ein Text über Artaud ist. Wo immer er anklagt, verhandelt er seinen eigenen Fall, als hinge an jedem geschriebenen Wort sein ganzes Leben. Dass dieser Umstand den einen oder anderen Leser von vornherein abschreckt, ändert allerdings nichts an der Intensität der hier versammelten Schriften.

Wohl niemand hat das Wesen von Van Goghs Malerei packender erfasst, den fremdbestimmten Lebensweg deutlicher nachempfunden als der geschundene Irre von Rodez. Das liest sich dramatisch, auf verwegene Art inszeniert von einem der Gottväter des modernen Theaters. Andrè Breton hat es treffend als den Schrei einer verbrannten Flamme bezeichnet.

Die Texte über Baudelaire, Lautréamont und andere stehen dem an exzessiver Eindringlichkeit nicht nach. Mit schonungsloser Grausamkeit beschwört Artaud die verlorenen Seelen einer uns allen vertrauten kulturellen Moderne: für den, der seine Kunst, seine Poesie lebt, ist der Zug eines geborgenen Lebens im mütterlichen Schoß der Gesellschaft längst abgefahren ...

Tatsächlich reibt uns Artaud hier ein Stück selbst gelebte Poesie unter die Nase, dazu angetan, Denkmäler zu stürzen, nicht aufzurichten. Das macht dieses Buch so unbeugsam vergänglich, dass es wirklich wehtut. Und genau das soll es auch: der Weg zum Mittelpunkt der Welt führt durch den Schmerz und entpuppt sich als eine Lustfahrt zur Hölle.

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2 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Von Carl-heinrich Bock HALL OF FAME REZENSENT TOP 500 REZENSENT VINE™-PRODUKTTESTER
Format:Broschiert
Antonin Artaud, französischer Schauspieler, Dramatiker, Regisseur und Zeichner wurde 1896 geboren, verstarb 1948 wird als einer der Urväter der Performance Kunst bezeichnet, war Mitglied der Bewegung des Surrealismus , hat an der Sorbonne einen viel beachteten Vortrag gegen die Psychiatrie gehalten, wurde viel von Derrida bewundert und hat seinen legendären Text anlässlich einer Ausstellung im Musée de l'Orangerie 1947 geschrieben, wobei er sich bei seiner Annäherung an den Menschen und Künstler Vincent van Gogh seiner Leiden Erfahrung in der Psychiatrie als Stätte des gnadenlosen Terrors erinnerte und van Gogh im martyrologischen Stammbaum (Martyrologium = Verzeichnis der Märtyrer und anderer Heiliger) eine königliche Rolle einnehmen lässt und ihm das zurückgibt was ihm eine ignorante Gesellschaft nahm. Artaud, der weder leicht gelebt noch geschrieben hat, erfindet mit seinen Pinselstrichen, die er mit jedem Komma neu setzt und die er Vokalen wie A, O oder I gleichsetzt und zu Papier bringt, eine Sprache, die mit der Genauigkeit einer Bild beschreibenden Metapher, die durch die Pinselhaare entstandenen Bilder van Goghs spiegelt , sich so vermischt und schließlich in dem Buch artifiziell ankommt. So nähert er sich diesem Künstler mit dem Mittel der sensiblen Einfühlung und setzt dem Maler, der als Wahnsinniger galt und den die Gesellschaft deshalb nicht sehen wollte, posthum ein aufrichtiges "Denkmal".

Es geht ihm um das gnadenlose Ernstnehmen von Kunst wenn er sagt:"Keine Hungersnot, keine Epidemie, kein Vulkanausbruch, kein Erdbeben, kein Krieg kann dem neurotischen Schicksal der Dinge den Hals umdrehen, wie ein Gemälde van Goghs es vermag." Mit diesen Worten unterstreicht Artaud den glasscherbenscharfen Gegensatz zwischen einem wahren künstlerischen Genius seines Fachs und dem unexzellenten Torso der Welt und will deutlich machen, dass sich diese gegensätzlichen Pole wie eine Blutrache geistig und körperlich wechselseitig verachten, bespitzeln, blessieren, verwirren, wobei der scheinbar unterlegene Künstler, der wie van Gogh von Ärzten, Psychiatern, seinem Bruder und der Gesellschaft in den Selbstmord getrieben wurde, als der eigentliche Sieger aus dem Wettstreit hervorgeht. Nicht auszuschließen ist jedoch, dass es sich bei dem finalen Schuss um einen "Hilfeschrei" ohne wirkliche Tötungsabsicht handelte. Würde das an dem uneingeschränkten Ernstnehmen der Kunst bei Artaud zu einer Meinungsänderung führen? Wohl nicht.

Artaud findet die passenden Worte für die Beben und Gefahren, die von genialer Kunst ausgehen können und macht es dadurch möglich, dass die Verrücktheit des Malers nur nihilistische Merkmale aufweist. Ist es also wirklich möglich, nach der Lektüre dieses Buches vor den Bildern van Goghs zu stehen, und ein ebensolches erschüttertes Beben im Kopf zu empfinden wie einst Artaud?

Ein Versuch ist es allemal wert. Ein tiefgründiges und intelligentes Buch.
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