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Olga Neuwirths Komponieren ist vom Film geprägt. Von dessen Bildern, Erzählungen und Schnitt-Techniken, wie etwa Montage, Überblendungen oder wechselnden Kameraperspektiven, lässt sie sich in ihrer Arbeit inspirieren. In den von ihr so bezeichneten Eis-Schnee-Inseln lauscht man verschiedenen klanglichen Ebenen, verschiedenen flirrenden und wabernden Klangbändern. Die Kombination aus extrem hohen und tiefen Tremoli sei nur als ein Beispiel unter vielen genannt. Abrupte Einbrüche unterbrechen diese Bänder, Bekanntes scheint auf, nur kurz und in skurrilem Kontext, sichbar oder gar nur zu erahnen, aber nicht zu erreichen.
Die Verfremdung von Klängen mittels Live-Elektronik und zahlreichen Klangwanderungen im Raum tragen zu den schon vorhandenen Irritationen bei. Fallender Schnee verwischt Spuren, Kälte assoziiert Unbehagen -- und genau dies ist Neuwirths Ziel: im Zuhörer ein Gefühl der Verunsicherung, ein vages Gefühl möglicher Furcht ohne bestimmte Ursache zu erwecken. Und sie erreicht ihr Ziel: Der Hörer lauscht wie gebannt. Diese drei Inseln allein wären diese CD schon wert, doch finden sich auf hier noch zwei weitere sehr hörenswerte Kompositionen; zwei Werke, die mit Überlagerungen spielen, mit illusionistischen Täuschungen und im Raum verteilten Klängen. --Nina Polaschegg
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Die hilfreichsten Kundenrezensionen
1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Akustische Ausstrahlung,
Von Ein Kunde
Rezension bezieht sich auf: Vampyrotheone/Instr.Inseln.../+ (Audio CD)
Akustische AusstrahlungOlga Neuwirth ist eine Meisterin im Organisieren von Klängen. Im Verdichten heterogenster akustischer Momente. Noch der winzigste akustische Partikel wimmelt von irisierenden Kleinstpartikeln, die nicht schwingen, die akustisch ausstrahlen. Roland Barthes sagte, zu den Gründen der Sprache kommen heisst, zu den Dingen kommen. In der musikalischen Sprache Olga Neuwirths glaubt man, keine Schwingungen zu hören, sondern akustische Dinge. Diese Dinge scheinen autonomer und emanzipierter, scheinen selbständig zu leben, als es Schwingungen jemals könnten. Ich denke an die Passage im Dracula, wo sich die Vampirfrauen langsam aus irisierendem partikelartigem Licht heraus im Wald materialisieren. Olga Neuwirth schafft es nicht nur diese Tonkunstwerke zu komponieren, sie organisiert sie in eine Spannung hinein, die einmalig ist und das nicht nur in der neuen Musik. Dabei bricht sie durch das Einbauen jüdischer Kinderlieder nicht nur den Ernst der Henker, sondern auch den der politisch korrekten Pharisäer, die bis heute nicht verlernt haben, im passenden Moment Krokodilstränen zu vergiessen. Wenn es jemand, mit Adorno, ausdrücken kann, daß Musik etwas immanent Politisches sei, dann Olga Neuwirth. Wobei ich an Adorno gar nicht denke, die Kompositionen sind ästhetisch klasse. Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen
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