Ich habe diesen Teil genauso genossen wie die beiden Vorgänger und finde die Trilogie ist wirklich hervorragend. Schade, dass es nun scheinbar wirklich zu ende ist, denn hier bleiben keinerlei lose Fäden übrig. Das Ende ist in sich geschlossen und endgültig und war auch recht clever und in der Form nicht direkt vorhersehbar.
Ich persönlich fand es allerdings schade, dass die Brüder Mondragon so eindimensionale Charaktere sind. Der eine ist 100% gut, der andere 100% böse. Das fällt besonders im Vergleich mit den restlichen Charakteren auf, die wesentlich komplexer sind. Es ist funktional in der Geschichte, aber irgendwie nicht richtig befriedigend.
Aller Kritik zum Trotz, bleibt unter'm Strich ein weiterer Vorzeige-Roman und eine Trilogie, die mich im Gegensatz zu vielen anderen unverdient hochgejubelten Werken in diesem Genre wirklich begeistert und unterhalten hat. Frau Melzer benötigt einfach keine sinnlos langen Schachtelsätze, angereichert mit allerlei unnötigen Fremdwörtern und geschwollenen Formulierungen, um nicht vorhandene Story zu vertuschen und Möchtegern-Intellektuelle anzusprechen. Deshalb sind die Bücher noch lange keine "Jugendbücher" wie oft abwertend in den Raum geworfen wird.