Dies ist der neunte Band (v. vorläufig dreizehn geplanten) aus der Sookie Stackhouse-Reihe.
Aus Gründen der Fairness, muß erwähnt werden, das diese (meine) Rezension, eine abgeänderte Fassung der bereits ausführlich Vorhandenen, in d. englischsprachigen Buchabteilung, ist. Auffindbar unter >> Dead and Gone <<. Die dt. Titelwahl ist mal wieder fragwürdig bzw. willkürlich. Dafür hat der dtv Verlag endlich eine vorteilhafte Covergestaltung vorgenommen (weg vom Original), die nicht mehr an Kinderbuchabteilung anmutet. Dafür hapert es erneut an der Übersetzung.
Aus oben genannten Grund, komme ich ohne Vorgeplänkel zum Buchinhalt.
Die Wergeschöpfe treten an die Öffentlichkeit und scheinen während des Buches damit keine besonders großen Wellen heraufbeschworen zu haben - bis jetzt. Sam muß auf Grund familiärer Überschlagungen kurzfristig weg und überläßt Sookie die Leitung. Derweil ziehen sich die Vampire aus L.A. zurück, jetzt wo sie ihre Ansprüche & Regelungen einigermaßen über die Bühne gebracht haben. Doch den Versuch - oh Überraschung!- sich Sookie unter den Nagel zu reißen, wird nicht ausgelassen, was ihr Blood Bounded- Kumpel Eric zu vereiteln weiß. Die Art auf die er es tut, ist allerdings nicht gerade Frl. Stackhouse's Wahl.
Sookie erfährt mehr über die eigene u. Erics Familiengeschichte. Und ein kurzer, wenn auch unnötiger Besuch, wird von Wertiger Quinn vollzogen. Doch Quinn wird schnell aus Eric Territorium vertrieben, damit ER endlich seine ''Ansprüche'' geltend machen kann. Eric u. Sookie verbringen eine Liebesnacht, wobei Sookie sehr ''herzlich'' rüberkommt. Die beiden sind nun ein Paar. (Was Eric/ Sookie - Fans nicht allzu schnell in Euphorie versetzen sollte, da man noch deutlich merkt, wie labil Frl. Stackhouse mit der Gesamtsituation umzugehen scheint.) Sam, der mittlerweile zurück ist, erfährt von Sookies neuster Verbindung zu Eric, und bringt dies -mehr als deutlich- zum Vorschein.
Sookies Nochschwägerin Crystal wird ermordet aufgefunden, weshalb man ihren Bruder Jason verdächtigt. Ein Mordversuch von Seiten ihrer ehemaligen Freundin Arlene & der FotS, kann auch abgewendet werden. Und als wäre Sookie nicht geplagt genug, trifft auch noch das FBI in Bon Tempes ein. Doch das Ganze kulminiert mit dem Auftauchen der gegnerischen Elfenpartei ihres Urgroßvaters Niall, die Sookie und alle 'Elfenmischlinge' für eine Perversion u. Schwächung des Elfenvolkes halten. (Diskriminierung unter Supras ist, wie bei den Menschen, ganz hoch im Kurs.) So erfährt Sookie, warum Niall Jason nichts abgewinnen kann. Der Showdown endet mit einem Krieg der beiden Elfenlager, wobei mit Toten nicht gespart wird.
Was der Titel verspricht, das spiegelt auch die Geschichte wider. Die hiesigen Ereignisse überschlagen sich, und im Gegensatz zu den vergangenen Auseinandersetzungen, in denen Sookie nur als Statist agierte, ist sie dieses Mal der Auslöser für das große Ereignis dieses Buch. Ein Faktor an dem ich Anstoß nahm: die Buchlänge & hastig abgehandelten Einzelstränge wichtiger Storyplots. Wir waren gewarnt, dieses Buch sei düsterer angehaucht als die Vorgänger - nun, kommt immer auf die Sichtweise an. Doch hier ist einfach die abgestumpfte Art & Weise der Hauptprotagonistin auffällig, genauso wie die Sterberate oder Weggang einiger Charaktere, die wir kennen und eventuell lieben gelernten. Dieser Prozeß ist unumgänglich, wirkt hier aber, wie das Abstreichen einer Einkaufsliste.
Abgesehen vom allgemeinen Makel, muß man die Persönlichkeitsentwicklung d. "Heldin" beanstanden. Neben einem anderen hiesig männl. Hauptprotagonisten, zählt sie mittlerweile -zumindest für mich!- zu den unsympathischsten CH - Charakteren überhaupt. Mit steigenden Bänden erscheint Sookie immer mehr wie ein verzogenes, unreifes, anspruchsvoll egozentrisches Kleinkind; im Grunde ein gegensätzlicher Reifeprozess. Jegliche Kompromissbereitschaft wird ausgeschlagen, vor allem wenn es um den Vampirsheriff geht; genau wie die Abschottung fremden Gedankenguts, müssen Gefühle vehement unterminiert werden. Obendrein, jagt eine Fehlentscheidung die nächste - egal um was es geht.
Ihre Beweggründe & Zweifel, werden von der Autorin kaputtgespielt. Sookies zugeschriebener Altruismuscharakter, ist nichts weiter als Fassadenputz, der ihrer Erziehung zu Grunde liegt, und ein Ausgleich, seitens der allg. Ablehnung (die Mißachtung & Wahrnehmung der Umwelt zu ihrer Person), bewirken soll. Und besonders in diesem Band -auch wegen der Entfremdung- wird die Schmerzgrenze erreicht. Dieser Charakter vermag einen nicht mehr überzeugen; es sind die anderen, die bestechen.
Man weiß nicht so genau, wo dieser Band einzureihen ist - weder Fisch, noch Fleisch. Zurück bleibt ein bitterer Nachgeschmack. Ich bin nur enttäuscht; die schnelle, beinahe gehetzte Abhandlung der Geschehnisse & Figuren, spricht für keine Höchstform. Sookies verzweifelter Versuch, gegen Enttäuschung in Sachen Liebe anzugehen, ist schon enervierend. Zum einem mag man ihre Handlungen & Sichtweise verstehen; jedoch ist irgendwann der Schlußpunkt gezogen. Doch dies wird so lange nicht eintreffen, bis das Ende der Buchreihe feststeht.
Ich kann nur hoffen, Fr. Harris wird mit dem nächsten Band, Dead in the Family, nicht ganz so ''bequem'' umgehen.
Als hartgesottener Fan denkt man sich seinen Teil und hofft auf andere, bessere Zeiten. Ein würdiger & stimmiger Abschluß wäre für diese Buchreihe schön.