Der nun siebte Teil der Sookie-Stackhouse-Reihe von Charlaine Harris war nach nicht einmal einem Tag durchgelesen, denn wie alle vorherigen Bücher ist auch dieses wieder ungemein spannend geschrieben und zu lesen. Über den Titel konnte ich nur schmunzeln, obwohl es hinsichtlich des Finales ja durchaus zutreffend ist. Wird auch Eric eine größere Rolle spielen? Zumindest das bunt-glitzerne Cover lässt hoffen.
Zwei Bände hindurch wurde auf die Vampir-Konferenz hingewartet und nun ist es endlich soweit: Im schönen Rhodes trifft sich alles, was im Süden der USA Rang und Namen hat. In erster Linie natürlich die königlichen Vampire, aber auch andere Supras mischen mit und eine darf natürlich nicht fehlen: Sookie. Von der Königin von Louisiana beauftragt, ist ihre Aufgabe das Gedankenlesen der restlichen, (über)menschlichen Belegschaft, um möglichen Verschwörungen auf die Spur zu kommen. Leider macht sie sich in ihrer Position nicht nur Freunde und so gerät sie zwischen die Fronten und muss sich mit den Intrigen der Vampir-Society, Machtkämpfen zwischen den verfeindeten Bundesstaaten und kleinen oder größeren Bomben auseinandersetzen.
Wie man aus der Inhaltsangabe schon herausliest, geht es im vorliegenden Buch um Vampirpolitik und da es bei Untoten nicht viel anders ist, als bei normalen Menschen, kommt es zu richtigen Schlammschlachten. Bis es aber erst einmal so weit ist, vergeht eine ganze Weile. Erfreulich ist, dass Sookie sich jetzt endlich klar für Quinn entschieden hat und diesen Beschluss mit einer netten, kleinen Liebesnacht endgültig besiegelt. Quinn scheint ja wirklich ein netter Kerl zu sein und wenn ich persönlich ja jemand anderen gewählt hätte, bin ich froh, dass sie sich schlussendlich ausgekäst hat. Natürlich bleibt jetzt die Frage offen, wie lange diese Beziehung halten wird. Denn Sookie zieht das Chaos magisch an und selbst Quinn scheint seine eigene dunkle Vergangenheit zu haben. Ansonsten steht das Thema Heiraten auch ganz groß im Vordergrund; Jason ehelicht beispielsweise die Werpantherin Crystal, die mal wieder schwanger ist und ähnlich vorschnell geht es auch mit anderen weiter.
Den wohl größten Part nimmt die Konferenz selbst ein; ein richtiger Marathon, wie ich finde. Eingeleitet wird die Geschichte durch den Hurrikan Katrina, der für ordentlich Zerstörung gesorgt hat und der Königin Sophie-Anne noch zusätzlich Schwierigkeiten bereitet, denn wie aus dem Vorgänger bekannt, hat sie ja ihren Ehemann umgebracht und droht jetzt Gefahr zu laufen, von den Hinterbliebenen verklagt zu werden. Aber bevor es überhaupt zum Prozess kommt, sind die ersten bereits tot. Und ihnen folgen noch so einige andere Vampire und Supras, die nicht vorher schon vom Hurrikan hingerafft wurden. Es tauchen auch sehr viele neue Personen auf, meist nur Nebenfiguren, aber irgendwann habe ich dann den Überblick verloren, obwohl ich denke, dass die entscheidenden Leute das explosive Finale überlebt haben und der Rest war halt Kanonenfutter.
Besonders schön fand ich die Entwicklung von Eric, der die Geschichte in diesem Band häufiger frequentiert und als es dann zu der kleinen Blutsbande zwischen ihm und Sookie kam, spielte meine Fantasien völlig verrückt. Ich bin gespannt, wo das noch hinführt, obwohl ich es mir eigentlich schon denken kann. Natürlich bleibt die Frage offen, wie lange die Autorin noch zögert oder ob in den nächsten Büchern fröhlich so weiter geeiert wird. Ein bisschen leid tut es mit um Bill, der zwar gelegentlich Erwähnung findet, im Große und Ganzen allerdings auf der Stelle tritt. Das macht ihn übrigens nicht sympathischer, sondern lässt seinen Charakter immer schwammiger wirken.
"Vampire schlafen fest" ist das bisher actionlastiges Buch der Serie. Überall Leichen, ständig herrscht Krisenstimmungen, Gefahr droht von allen Seiten und trotzdem kommt der Humor nicht zu kurz - die Männer, wie man sieht, auch nicht. Obwohl es Bände gab, die mir einen Zacken besser gefallen haben, ist auch dieses wieder ohne Bedenken zu empfehlen. Ich frage mich manchmal wirklich, in welche zahlenmäßigen Dimensionen die Geschichte rund um Sookie Stackhouse noch gehen wird, aber die Auswahl an tollen, abwechslungsreichen und individuellen Charakteren und brisanten Geschehnissen ist so unerschöpflich, dass ich denke, dass es locker noch mal so viele Veröffentlichungen werden könnten, ohne an Qualität oder Fans zu verlieren.
Weiter geht es übrigens mit "Ein Vampir für alle Fälle".